#72 | Lifestyle-Influenzers Mekka | 987. Reisetag

Ich half dem Taxifahrer den Besten Weg durch Ubud zu unserem Hotel zu finden. Er war nicht sonderlich schlau, doch gemeinsam schafften wir es schließlich. Das kleine Homestay bzw. Gästehaus, welches wir uns im Vorfeld ausgesucht hatten überstieg unsere Erwartungen. Putu, die Besitzerin war unglaublich freundlich und hilfsbereit. Das Zimmer war geräumig und sehr schön eingerichtet. Hier werden wir es die nächsten Tage gut aushalten können. Üblich für Bali haben viele Privathäuser und damit auch unser Gästehaus eine eigene kleine Tempelanlage. Quasi das gesamte Areal strahlt einen buddhistischen Tempel-Flair aus. Die anderen Familienmitglieder über 3-4 Generationen hießen uns herzlich willkommen und wir fühlten uns sehr wohl. Auch fanden wir ein paar Häuser weiter ein lokales Restaurant, dass mit großer Variation, freundlichem Service und tollen Preisen aufwartete. Wer mich kennt weiß also, dass wir fast jede Mahlzeit dort zu uns genommen haben. Frühstück wurde uns im Gasthaus auf die Terrasse geliefert. Und was für ein Frühstück! Überragend! Und jedes Mal gab es eine Fruchtplatte mit dazu. Herrlich! Ubud selbst ist natürlich sehr beliebt und top für den Massentourismus aufgestellt. Hunderte kleine und große Reiseagenturen bieten die gleichen Touren an und Souvenirshops versuchen ihre Güter an die Passanten zu bringen und diverse Street Food-Stände verkaufen köstliche Happen. Es war einiges los aber immer noch Recht angenehm.

Dschungel-Paradies

Rund um die Feiertage unternahmen Suki und ich natürlich einige Ausflüge in der berühmten Region rund um Ubud. Wir mieteten uns einen fahrbaren Untersatz und entflohen der Kleinstadt. Eines der Highlights von Bali sind natürlich die wunderschönen Wasserfälle im Landesinneren. Und wir hatten enormes Glück. Es waren kaum Touristen unterwegs als wir ein paar der Wasserfälle besuchten. Teilweise hatten wir die Natur sogar ganz für uns alleine. Perfekt. Es sind wirklich beeindruckende und wunderschöne Orte. Natürlich ließen wir uns das ein oder andere Bad auch nicht nehmen. Ein Wasserfall war auch mit dem durchwaten einer Höhle bzw. Schlucht zu erreichen. Total schön! Doch wir tourten auch in Richtung des Nationalparks in welchem sich die Vulkane befinden. Leider wussten wir nicht, dass wir schon weit von den Vulkanen entfernt einen relativ hohen Eintrittspreis bezahlen müssen. Das war natürlich sehr schade, denn wir entschieden uns, auch aufgrund immer stärker werdenden Regens, hier nicht zu investieren. Doch wir fanden noch kleinere Wege um wenigstens aus der Entfernung die massiven und wunderschönen Berge zu sehen. Wahrscheinlich hätte sich der Eintritt doch gelohnt…

Wir fuhren stundenlang durch die Natur und Dörfer Zentralbalis. In jedem Dorf sahen wir die Vorbereitungen auf das kommende Neujahrsfest. Im Zentrum der Dörfer wurden große Statuen aufgestellt. Grässliche Figuren… aber dazu später mehr. Wir passierten auch diverse Reisterrassen, die meinem Empfinden nach nur noch als Fotomotiv für Besucher aus dem Ausland dienen. Sehr schön hergerichtet, aber vollgestopft mit teuren Cafés, Busparkplätzen und Souvenirshops. Auch hier wird ein entsprechender Eintritt verlangt. Komisch… In Asien gibt es Reisterrassen an jeder Ecke zu sehen und man wird oft von den dort arbeitenden Einheimischen eingeladen diese zu besuchen. Aber Bali ist da halt anders. Es ist auf Tourismus ausgerichtet und viele der Pauschalreisenden haben hier eben die Chance tolle Fotos zu schießen. Jedem das Seine. Wir versuchten die Zeit vor dem Festival so gut wie möglich zu nutzen. So versuchten wir unser Glück, kurz vor der Dämmerung noch einen größeren und sehr beliebten Wasserfall zu besuchen, leider war hier der Zugang bereits abgesperrt. Aber ein paar Tage später, nach dem Festival, konnten wir dann auch hier vorbeischauen. An sich sehr schön, wirkt aber auch durch den Massentourismus sehr „künstlich“. Auch hier gibt es natürlich künstlich installierte Fotoecken um dein und mein Instagram-Profil aufzufrischen.


Die Abende und Sonnenuntergänge genossen wir dann auf einer gemütlichen Wanderung auf einen Hügel nahe der Stadt. Doch auch wir mussten uns langsam auf das Festival vorbereiten. Das Neujahrsfest beinhaltet einen „Tag der Stille“. An diesem Tag soll „Nichts“ passieren. Es wird nicht gearbeitet (nicht einmal kochen ist erlaubt). Verkehrsmittel sind verboten, Spazierengehen ist nicht erwünscht, Elektrizität gibt es keine, damit auch kein Internet und man soll Lärm möglichst geringhalten. Das bedeutet also, dass wir uns mit Snacks und Getränken im Vorfeld ausstatten müssen. So gingen wir auf große Einkaufstour. Das alte Phänomen. Wie vor Weihnachten. Die Geschäfte haben zwar nur ein paar Tage geschlossen, aber jeder macht Hamsterkäufe als wäre die Apokalypse nah. Zugegeben, wir ließen uns da etwas mitreißen. Auf dem Rückweg zu unserer Gastfamilie brach dann, wie täglich üblich, der Regen über uns herein. Ein heftiger Wolkenbruch flutete die Straßen in wenigen Minuten. Wir warteten knapp eine halbe Stunde, doch heute wird der Regen wohl länger anhalten. Wir wurden ungeduldig und da wir abends sowieso waschen wollten, besorgten wir uns eine Plastiktüte für unsere Wertsachen und spazierten dann einfach durch den Regen zurück. Und es hörte auch lange Zeit nicht auf mit Regnen. Wir hatten also die richtige Entscheidung getroffen und eine ganze Menge Spaß dabei!

Nyepi – Fasching & Neujahr auf Balinesisch

Dann also starteten die Festivitäten. Wir hatten keine Ahnung was passieren wird, doch Passanten empfahlen uns zu einem besonderen Platz zu laufen. Das taten wir dann auch. Hier trafen wir auf dutzende der Statuen, die wir auf unseren Rollertouren in den Dörfern gesehen hatten. Jedes Dorf, Verein, Gemeinschaft erstellt diese und führt diverse Rituale mit ihnen durch, bevor sie in eine Stadt in der Nähe getragen werden. Die Statuen verkörpern alles Böse, Sünden und schlechte Gedanken der jeweiligen Dorfbewohner. Deswegen werden sie auch als fantasievoll gestalteten Dämonen modelliert. Ich sprach einen der Organisatoren an, was hier passieren wird und er erklärte es mir freundlich. Wir warteten eine ganze Weile auf den Sonnenuntergang und der Platz füllte sich langsam mit immer mehr Zuschauern. Dann ging es los. Diverse Gruppen spielten traditionelle Dramen und Theater auf dem Platz vor uns ab. Das Ganze wurde von einem Erzähler begleitet. Er sprach nicht nur, sondern übernahm auch die direkte Rede in den Dialogen. Seine Stimme war grausam und viel zu laut. Zudem war es natürlich die lokale Sprache und wir verstanden kein Wort. Zu Beginn war es ganz amüsant, aber schnell auch brutal nervig und schmerzhaft. Nach dem Theater wurden dann die Statuen auf den Platz getragen und präsentiert. Zwei der Dämonen wurden symbolisch und sehr dramatisch – mit Feuer, Rauch, Licht und Gebrüll - in einen Kampf verwickelt. Ich bin immer noch total fasziniert. Sehr interessant und bizarr. Faszinierend wie viele Akteure koordiniert werden müssen um die Statuen zu bewegen. Nach dem Kampf wird ein Sieger erklärt und die Statuen werden zurück in ihre Dörfer getragen wo sie symbolisch verbrannt werden. Das Böse wird also zerstört und das neue Jahr kann rein begonnen werden. Wir folgten eineinhalb dieser Aufführungen, die immer wiederholt werden (mit verschiedenen Akteuren und Erzählungen), doch wir waren irgendwann überfordert. Wir verstanden nix, die schreckliche Stimme brannte sich in unser Hirn und es wurde richtig eng. So verabschiedeten wir uns bald und nutzten die letzten Minuten Licht bevor der „Tag der Stille“ beginnt.


Tatsächlich! Handyempfang war zwar da, jedoch wurde Inselweit das Internet abgestellt. Faszinierend. Wie bereits erwähnt wird das neue Jahr in Ruhe und mit der Familie eingeläutet. Kein Transportmittel war unterwegs, die Straßen und Gassen leergefegt und alle Geschäfte und Restaurants waren geschlossen. Sogar der Flughafen auf Bali stellt – nach Klagen der Bürger in den ersten Jahren – für diesen Tag komplett den Flugverkehr ein. Der Tag der Stille gibt also seinem Namen alle Ehre. Wir wunderten uns jedoch, dass unser Bungalow dennoch mit Strom versorgt war. Wie uns Einheimische mitteilten, wird überall der Strom abgeschaltet und nur wichtige Institutionen wie Krankenhäuser, Polizei etc. werden mit Elektrizität versorgt. Zudem dürfen private Wasserpumpen (Toilette, Dusche) betrieben werden. Es soll ein Tag der Besinnung und Familiengemeinschaft sein. Doch für Touristen wird hier wohl eine Ausnahme gemacht. Zumindest für uns. Wir rechneten schon fest damit, dass weder Klimaanlage, Licht oder Steckdosen funktionieren. Fast irgendwie schade. So ließen wir aus Respekt am Abend auch die Lichter aus. Über den Tag vertrieben wir uns die Zeit im Gästehaus, ich schrieb an meinen Berichten und dank des starken Regens draußen, viel es uns auch nicht schwer einen Tag zu faulenzen. Zudem mussten wir ja die ganzen Snacks vertilgen. Gastfreundlich wie die Menschen hier sind, brachte uns die Familie drei Mahlzeiten an jenem Tag vorbei. Das Essen welche sie auch für sich selbst vorbereitet hatte. Traditionell Balinesisches Nyepi-Mahl sozusagen. Nachdem die Festlichkeiten dann vorüber waren, zogen Suki und ich dann auch weiter zu unserer nächsten Destination.

Nusa Penida

Ein Van brachte uns zu einem privaten Pier, wo wir nicht lange auf die Fähre warten mussten. Ja, wir verließen Bali. Es gäbe hier zwar noch viel mehr zu entdecken, doch uns lief langsam die Zeit davon und wir sehnten uns nach etwas mehr Abenteuer. So entschieden wir, die kleine Nebeninsel Balis mit dem Namen Nusa Penida zu besuchen. Dort angekommen machten wir etwas Mistery-Shopping und Verhandlungen mit Rollerfahrern und Schnorchel Tour-Anbietern um ein Preisgefühl zu bekommen. Dann wollten wir zu unserem Wunschgasthaus laufen. Leider stellte sich dies als etwas komplizierter dar als erwartet. Die vulkanische Insel ist sehr hügelig und das Hotel welches zwar nahe am Pier liegt, ist nur über eine Straße zu erreichen, die erst einmal ewig ins Inselinnere geht. Zu blöd. Wir versuchten zwar an der Küste entlang durch das Wasser zu waten…was vielleicht auch geklappt hätte, nur war unsere Abreise in ein paar Tagen zur Hochzeit der Flut geplant und somit dieser Weg bei der Rückreise nicht begehbar. Doch wir konnten schließlich einen ausgezeichneten Deal mit einem anderen Gasthaus im kleinen Örtchen der Insel vereinbaren. Wir befürchteten schon, dass die Insel, welches im Kontrast zur weltberühmten Nachbarinsel noch nicht so stark touristisch entwickelt ist, kaum Möglichkeiten für sparsame Backpacker bietet…doch es war zum Glück besser als erwartet. Wir checkten ein paar kleine Lokale und Märkte, checkten was wir in unserer kurzen Zeit hier alles erleben könnten und hatten gar bald schon unseren Plan. Die Insel ist noch kaum entwickelt. Es gibt ein paar kleine Dörfer, die mit kleinen Schotterpisten verbunden sind, welche sich durch die vulkanischen Hügel mit dicht bewachsenem Dschungel kämpfen. Befestigte Straßen gibt es kaum und jene werden immer wieder durch vulkaninduzierte Erdbeben zerstört. Dadurch, dass es noch etwas unbekannter und schwerer begehbar ist, macht es Nusa Penida zu einem Mekka für abenteuerlustige Reisende.

Das Postkartenmotiv für Postkartenmotive

Unsere erste Tour führ zu dem berühmtesten Naturwunder der Insel. Der Kelingking Beach bzw. die krassen Felsen darum herum. Er ist zwar nur ein paar wenige Kilometer von unserem Gasthaus entfernt, doch ist er sehr schwer zugänglich. Jeden zweiten Rucksacktouristen der die Insel besucht hat, berichtete uns von Rollerstürzen und den daraus resultierenden Verletzungen. Tatsächlich viel uns auf das etliche Touristen hier Bandagen über offenen Wunden an ihren Beinen und Armen trugen. Vorsicht war also geboten. Es dauerte ca. eineinhalb Stunden bis wir den Parkplatz und ein paar Restaurantbuden auf den Klippen der Steilküste erreicht hatten. Immer wieder standen wir mit dem Zweirad vor brutalen Schlaglöchern inmitten eines heftig steilen An- bzw. Abstieg. Es wurde tatsächlich nicht übertrieben. Es ist richtig gefährlich. Gefährlich, herausfordernd und natürlich spaßig! Kelingking übertraf dann auch unsere Erwartungen. Ganze zwei Mal besuchten wir dieses Idyll und schafften es beide Male erst nach Sonnenuntergang uns davon zu trennen. Wirklich der Wahnsinn! Ein Bild, wie man es am Computer nicht schöner machen könnte. Bei einem Besuch stiegen wir hinab zum Strand. Und das ist ein Unterfangen für sich. Der Strand befindet sich ca. 300m unter uns und der Abstieg dorthin ist wahrlich spannend. Es geht richtig steil bergab. Einheimische haben glücklicher Weise mit ein paar dürftigen Bambus, Leinen und Konstruktionen aus Stein ein wenig Hilfestellung installiert, doch es fordert einen schon sehr hier ab und später wieder aufzusteigen.

Doch es lohnt sich durchaus. Trifft man oben auf den Klippen noch auf einige Touristen, so ist der Strand an sich fast ausgestorben. Vielleicht zehn andere Rucksackreisende neben uns, haben den beschwerlichen Weg hier her auf sich genommen. Das sorgt natürlich auch dafür, dass der Strand unglaublich sauber war. Der weiche Sand, die brechenden Wellen, Palmen, 300m Steinfelsen und ein paar ausgespülte Höhlen hinter uns. Einfach nur schön! Das planschen im Wasser war recht anspruchsvoll, da die Wellen hier doch mit ordentlicher Höhe und Gewalt herein preschen. Sehr spaßig! Doch nach Sonnenuntergang, noch in der Dämmerung, stiegen wir lieber wieder auf. Denn Klettern ganz ohne Licht wäre nicht möglich gewesen. Das nächste Mal schlafen wir einfach dort! Stockfinster war es dann, als wir unseren Roller wieder erreichten und uns dann erneut über die Insel und ihre tückischen Schotterpisten zurück zum Dorf kämpfen durften. Ein paar Mal machten wir halt um den klaren und kaum lichtverseuchten Sternenhimmel zu genießen. Körperlich müde und mit geschwächter Konzentration kamen wir gesund an und ließen uns ein ausgiebiges Mahl in einem Restaurant nicht nehmen. Zwar dauerte es über eine Stunde bis sich der Wirt wieder an unsere Bestellung erinnerte, doch seine witzige Art machte das wieder wett. Ein harter aber mega geiler Tag!


Endlich wieder unter Wasser

Mit Ausschlafen war heute nichts. Es ging früh raus zum Hafen, wo wir bereits gestern eine Halbtagestour zum Schnorcheln gebucht hatten. Lange hatten wir diskutiert, verhandelt und recherchiert und schließlich bei einem witzigen Kerl in einem kleinen Holzverschlag am Hafen zugeschlagen. Dass wir unser Ticket nicht dabei hatten war gar kein Problem, wir hatten wohl ordentlich Eindruck geschunden. Mit ein paar wenigen anderen Gästen fuhr das Boot dann die wahnsinnig schöne Küste der Insel entlang. Insgesamt vier verschiedene Schnorchel- bzw. Tauchspots besuchten wir an jenem Tag. Das kristallklare Wasser hatte so einiges Schönes zu bieten, wobei die riesigen Manta-Rochen wohl das Highlight waren. Die schwarzen Riesen gleiteten galant über, neben und unter uns. Wunderschöne Tiere und wahrlich beeindruckend! Hier konnte ich auch ein paar der Funktionen und Linsen meiner Bewegtbild-Neuanschaffung ausprobieren und ich bin super happy! An anderen Spots gab es vielfältige Korallenriffe zu sehen und auch andere große Fische, die schon fast an meine Körperlänge herankamen! Ziemlich krass! Suki war mal kurz richtig angepisst und aufgebracht, als ich von einem Freitauchgang nicht zurückkam. Ich war auf Entdeckungstour unter einem stillgelegten großen Boot und entschied währenddessen, aufgrund Sauerstoffknappheit, doch lieber auf der anderen Seite aufzutauchen. So war ich erst Mal für ein paar Minuten weg und Suki suchte vergeblich nach mir. Ups. Der Schnorchel Ausflug hatte sich definitiv gelohnt. Wir sahen nicht nur wunderschöne Plätze unter Wasser, sondern auch einige wundervolle Ecken und Buchten der Insel. Diese Steilküste ist wahrlich beeindruckend und die kleinen Strände, die überall auftauchen, laden ein in ihr verlassenes Paradies. Zurück auf der Insel, ruhten wir ein paar wenige Stunden um die heißeste Zeit des Tages hinter uns zu lassen. Sonnenbrandgefahr 100%! Doch bald schon saßen wir auf dem Roller und wagten uns wieder hinein in den Dschungel.


Angels Billabong

Die huppelig-rutschig-steile Schotterpiste brachte uns zu einer relativ groß angelegten Restaurant- & Gasthaus-Anlage direkt an den Klippen. Von hier aus liefen wir den präparierten Weg die Klippen entlang, rauf und runter.  Diese Ecke der Insel bietet zwei außerordentliche und wunderschöne natürliche Attraktionen. Zum einem einen natürlich Pool in einem Felsen, der sich bei Regen (was hier relativ häufig auftritt) füllt und in der Trockenzeit mehr oder minder stark austrocknet. Dieser Platz wird als Angels Billabong beworben. Dies ist wohl auf die Massen an Australiern zurück zu führen die seit Generationen Bali und die Nebeninseln besuchen. Die dortigen Ureinwohner nennen solche Wasserlöcher bzw. Wadis „Billabong“. Klar, Bali liegt nicht allzu weit von Australien entfernt und ist ein günstiges Reiseziel für Aussies. Tatsächlich teilten mir einige Balinesen und Javanesen mit, dass die Australier teilweise zum Problem wurden, da es einfach zu viele waren. Aber auch hier gilt: Es gibt halt solche und solche. Und ich schätze jede Nation hat ihre Reiseziele, die sie geradezu überfluten und sich danebenbenehmen. Ich sage nur Mallorca, Goa, Cancun. Wie dem auch sei, Suki und ich hatten Glück und wir waren die einzigen am Pool. Eine tolle Ecke mit wunderschönen Felsen und das Wasserloch ähnelt einem Infinity-Pool, der die Klippen hinab ins tosende Meer plätscherte. Doch langsam füllte es sich auch hier. Zeichen für uns weiter zu ziehen.

Ein paar Gehminuten durch den Dschungel erreichten ein nächstes Postkartenmotiv der Insel. Der „Broken Beach“. Auf wundersam-faszinierende Art und Weise haben die Gezeiten, Erschütterungen und Erosion dieses Fleckchen geformt. Ein Teil der Klippen wurde unterspült und der Fels dahinter Kreisförmig ausgehöhlt. So entstand dieses traumhafte „Elefantenklo“. Rings herum kann man wunderschöne Vistas auf das einspülende Meerwasser gewinnen, welches sogar einen kleinen Strand am Fuße der Klippen geformt hat. Leider ist es nicht möglich hier abzuklettern, doch wir genossen die Aussicht auf die Felsenbrücke und den Strand für eine ganze Weile. Wir wanderten um den Broken Beach herum und setzten uns für eine Zigarette an die Klippen, die zur Meerseite gewandt sind. Ein paar Passanten wiesen mich auf ein paar schwarze Punkte auf dem Wasser hin, die sich langsam in unsere Richtung bewegen. Wie geil! Wir konnten einen Schwarm Manta-Rochen beobachten die ihren Nachmittags-Snack hier in der Bucht zu sich nehmen werden. Richtig schön! So verfolgten wir also die Mantas aus der Vogelperspektive heraus noch eine ganze Zeit. Also Nusa Penida hat mich was Abenteuer und Naturwunder betrifft durchaus positiv überrascht!


Zurück im Dorf schauten wir bei einem kleinen, lokalen Restaurant vorbei, wo wir witziger Weise unseren Kapitän von der Schnorchel Tour wieder trafen. Ein köstliches Mahl und ein paare witzigen Spielereien mit Kindern später ging es dann zurück zum Gästehaus. Hier hatten wir uns mit einer Gruppe Balinesen angefreundet, die wir in den vergangenen Tagen immer wieder zufällig getroffen hatten. Die Jungs waren sehr redefreudig und sehr interessiert. Freundlich und witzig waren sie natürlich auch. Sie waren selbst für ein paar Tage Erholung hier her nach Nusa Penida gekommen. So saßen wir gemeinsam auf dem Fliesenboden der Veranda und philosophierten über dies und jenes. Der „Anführer“ der Gruppe rief extra seine 18-jährige Schwester aus dem Bett und zwang sie mit uns English zu reden. Für sie, als Training. Sehr unterhaltsam. Er selbst hat eine großartige Einstellung zum Leben. Er war einmal reich verheiratet und lebte in Paris. Doch nachdem die Ehe zerbrach wurde ihm klar, was ihm wirklich wichtig war. Er zog zurück in seine kleine Hütte im Norden Balis und lebt lieber knapp über der Armutsgrenze in seinem Paradies in Bali als reicher Mann in Paris. Es ist sehr selten, dass man Menschen aus Entwicklungsländern trifft, die diese Erkenntnis gewonnen haben und stolz darauf sind wie und wo sie leben. Beeindruckend! Doch unsere Zeit hier in Nusa Penida war nun auch aufgebraucht. Am nächsten Morgen bestiegen wir die Personenfähre erneut.

Zurück auf Bali

Die Fähre dockte an und wir nutzten den inkludierten Transfer zum Flughafen. Zwar fliegen wir noch nicht, jedoch wollte ich mit meiner Airline ein paar Fragen klären…was leider nicht möglich war. Doch da unsere Flieger sehr früh am nächsten Morgen aufbrechen werden, wollten wir uns sowieso eine Unterkunft in Lauf Nähe zum Flughafen besorgen. Das taten wir auch und war leichter als erwartet. Schnell verwarfen wir auch die Pläne noch einen weiteren Tempel zu besichtigen und genossen lieber den letzten verbleibenden Tag der Gemeinsamkeit in Ruhe. Wir verbrauchten unsere letzten paar Tausend Einheiten Geld für Essen, Snacks und wir ließen uns auch eine Balinesische Ganzkörpermassage raus. Auf der Straße wurden wir von zwei netten Herren in Anzügen angesprochen. Wie promoten ein Glücksspiel eines Luxusresorts hier auf Bali. Wir beide spielten. Ich gewann ein T-Shirt, Suki den Hauptgewinn!!! Einen einwöchigen Aufenthalt im Resort für unseren nächsten Aufenthalt in Bali! Wie geil! Wir sollten uns gleich auf den Weg machen um unseren Gewinn vom Hotelmanagement entgegen zu nehmen… Was ein Quatsch. Natürlich sind das Betrüger und auf den Scam fallen wir nicht herein. Je mehr wir darauf beharrten uns erst telefonisch beim Hotel zu erkunden und erst Essen zu gehen, desto drastischer versuchten sie uns sofort in ihr Betrügernest zu locken. Plötzlich war der Gewinn nur noch zwei Stunden lang aktiv. Hahahaha. Das besagte Hotel gehört zur „Peninsula Gruppe“, einer Hotelkette zu der ich aus meiner Zeit in Hong Kong noch gute Kontakte pflege. Und die hat es wirklich nicht nötig so für sich zu werben. Tatsächlich lasen wir später im Netz wie diese Masche weiterlaufen würde. Ein Glück haben wir uns nicht weiter darauf eingelassen…obwohl ich das T-Shirt schon gut hätte gebrauchen können.


Am Abend genossen wir noch ein letztes Mal einen der berühmten und wundervollen Sonnenuntergänge Balis. Es wird Zeit auf Wiedersehen zu sagen. Zu Bali, zu Indonesien und auch zu Suki. Sie wird zurück nach Hong Kong fliegen da dort die Arbeit ruft. Ich werde in die Philippinen weiterreisen.

 

Es geht also nach Norden weiter. So war es nur ein kurzer Aufenthalt südlich des Äquators für mich. Unsere Flüge waren perfekt aufeinander abgestimmt. So verabschiedeten wir uns um 7 Uhr morgens am Gate, als ich meinen Flieger boarden durfte. Aus dem Fenster konnte ich noch die letzten Blicke auf Bali und etwas später auch die massiven Vulkane Ost-Javas bestaunen. Philippinen ich komme!

 

Und von dort erzähle ich dir dann in meinem nächsten Bericht. Freut mich, dass du wieder mit dabei warst und ich hoffe der Bericht und die vielen Videos gefallen dir genauso gut wie mir.

 

Bis zum nächsten Mal, dein Schilli


Funfacts

- Es regnete immer wieder bei einer unserer Rollertouren auf Bali. Es war bewölkt den ganzen Tag. Jetzt ratet mal wer trotzdem einen massiven Sonnenbrand bekommen hat…

- Recherchen entschieden wir uns ein Rundum-Sorglos-Paket von unserer Reise von Ubud, nach Nusa Penida und zurück zum Flughafen auf Bali zu buchen. Via WhatsApp verhandelte ich mit diversen Anbietern. Und wir bekamen dann auch einen fabelhaften Deal. Erst koordinierten wir ewig herum wann und wo uns der Van aufgabeln wird da unser Gasthaus so „ungeschickt“ läge. Am Abreisetag klopfte der Fahrer aber überpünktlich an unsere Tour. Warum das ganze Heckmeck im Vorfeld?

- Nach dem anstrengenden Abstieg zum Kelingking Strand in der Hitze des Tages staunten wir nicht schlecht einen lokalen Verkäufer dort zu treffen, der kleine Gerichte, Wasser und Bier feilbietet. Also das der heftige Preise hat ist mehr als verständlich…

- Ich glaube die Masseurin auf Bali fand es genau so witzig wie ich, dass ich jedes Mal, wenn sie meine Füße berührte zusammenzuckte und jaulte. Irgendwie war ich an dem Tag sehr sensibel.



Kommentar schreiben

Kommentare: 0