#66 | Zeltromantik & Berge | 899. Reisetag

Wir packten unsere sieben Sachen und machten uns vom Südzipfel Taiwans also auf in Richtung Norden. Natürlich legten wir unser Glück wieder in die Hände der gastfreundlichen Taiwanesen und standen mit ausgestrecktem Daumen am Straßenrand. Prompt hielt ein freundlicher Herr an und brachte uns ein paar Kilometer bis in ein kleines Dorf an der Hauptstraße. Von hier wollten wir per Fußmarsch einen Wasserfall erreichen, bevor wir unsere Reise fortsetzen. Wir befanden uns nun in der Provinz Pingtung. Die Region gilt als die Fruchtbarste Taiwans und in der Tat wanderten wir durch riesige Plantagen und Bauernhöfe voller tropischer Früchte. Ananas, Drachenfrucht und Mangos werden hier, neben dem köstlichen Taiwanesischen Reis, angebaut. Bald schon brach die Hitze über uns herein und immer wieder begegneten wir sehr protektiven Hunden, die lautstark sicherstellen, dass niemand Unbefugtes die Felder betritt. Ganz schön nervig und nervenaufreibend um ehrlich zu sein. So hatten wir Glück, dass ein älterer Herr für uns anhielt und obwohl es nicht wirklich auf seinem Weg lag, er uns bis an den Eingang des Wanderweges, welcher zum Wasserfall führt, chauffierte.


KURZER AUFRUF MEINERSEITS :)

 

Liebe Freunde meines kleinen Online-Reisetagebuchs,

 

in den kommenden Monaten führt mich meine Reise in die phantastischen Inselstaaten von Indonesien, den Philippinen, Korea und Japan! Über 32.011 Insel warten mit großen Erlebnissen und Kulturen auf. Natürlich werde ich – bei meiner Reisegeschwindigkeit – wohl nur einen minimalen Bruchteil davon erleben können, doch freue ich mich bereits enorm auf die kommenden Abenteuer!

 

Und da sind wir schon beim Thema: Abenteuer! Ich erwarte actionreiche Erlebnisse über und unter Wasser. Um dafür gut vorbereitet zu sein und um die Möglichkeit zu schaffen, ausgefallene Momente in Bild, Video und Ton für uns alle festzuhalten, möchte ich mir sehr gerne eine robuste und wasserfeste Kamera zulegen. Eine Actioncam à la GoPro oder Wettbewerber. Damit kann ich die faszinierende Welt der Inseln im Pazifik deutlich umfangreicher einfangen und in meinem Roadbook veröffentlichen.

 

Aus diesem Grund bitte ich dich – wenn du die Güte hast – um eine kleine finanzielle Unterstützung. Wenn nur jeder Dritte der Leser nur 2,50 € (also eine Tasse Kaffee) dazu beitragen würde, wäre ich bereits in der Lage mir eine Actioncam zuzulegen. Sollte mehr zusammenkommen, werde ich es in ein besseres Modell und entsprechendes Zubehör investieren. Theoretisch ist nach oben natürlich keine Grenze, jedoch werde ich mich davor hüten, mir zu großen Wert in meinen Rucksack zu packen.

 

Solltest du also Gefallen an den Berichten haben und dich bereits auf den nächsten Reisebericht voller außergewöhnlicher Geschichten und Begegnungen freuen, bitte ich dich mit einem kleinen Beitrag mit dabei zu sein. Bitte nichts was dir weh tun würde. Ein symbolischer Beitrag wäre bei einer großen Teilnahmer Zahl bereits mehr als ausreichend.

 

Wie immer findest du hier alle Details dazu, wie du mir deine Unterstützung zukommen lassen kannst:
https://www.schillis-roadbook.com/spende/

 

Ich freue mich sehr darauf. Herzlichen Dank, du bist die/der Beste! 

Nun viel Spaß beim Weiterlesen :)

 

Dein Schilli


Wie wir dann feststellten, war der Zugang zum Wanderweg gesperrt. Ein Erdbeben hat wohl vor kurzem hier Teile des Weges zerstört und den Zugang zum Wasserfall deutlich erschwert. Das war also der Grund, warum der kleine Parkplatz so verlassen war. Nach kurzer Bedenkzeit entschieden wir uns den Einstieg dennoch zu wagen. Unter höchster Vorsicht versteht sich. Der Weg führte steile Klippen und Geröllfelder entlang, doch fanden wir immer einen Weg die Erdrutsche und Spalten zu umgehen. So kamen wir nach kurzer Zeit am Wasserfall an und waren – aufgrund der Warnhinweise am Parkplatz – auch die einzigen Besucher. Ein kleines Paradies eröffnete sich uns. Der große Wasserfall stürzte sich die Felsen hinab, und gestaltete eine wunderschöne Szenerie die wir natürlich ausgiebig erkundete. Obwohl ein paar wenige andere wagemutige Gäste sich Blicken ließen, entschieden wir bald, dass wir uns die Chance nicht entgehen lassen und unser Nachtlager hier aufschlagen werden. Die noch intakte Besucher- und Aussichtsplattform ist perfekt dafür geeignet. Wir genossen den Tag in Ruhe, machten Mittagsschlaf auf den Bänkchen und schrieben gemeinsam ein paar Stichworte unserer Erlebnisse nieder, die ich als Inspirationen für diesen und vorherige Reiseberichte nutzen werde. So warteten wir bis zur Dämmerung, schlugen unser Nachtlager auf und bereiteten uns ein köstliches Abendessen, mit Blick auf den Wasserfall, zu. Traumhaft!

Die Nacht war prächtig und der Himmel voller Sterne. Einer meiner neuen Lieblingsorte dieser Reise um ehrlich zu sein. Auch besuchten uns in dieser Nacht einige Glühwürmchen. Ganz großes Kino, mitten im Nirgendwo! Während des Frühstücks, verfolgten wir amüsiert das Treiben einer Affenfamilie, die auf beiden Seiten des Wasserfalls im Fels herumtollten. Auch wurde der natürliche Pool von vielen verschiedenen Vögeln für den Morgentrunk besucht. Es gab also richtig viel zu entdecken und wir waren überglücklich, die richtige Entscheidung getroffen zu haben hier in Ruhe Zeit zu verbringen. Doch irgendwann brachen wir auch wieder auf und das fehlende Rauschen des Wassers führte zu einer surrealen Stille, als wir den Berg wieder abstiegen. Wieder gerieten wir in den Zwist mit Hunden, die natürlich nicht verstanden, dass wir lediglich ungefährliche Passanten sind. Einmal konnte glücklicherweise ein Bauer zur Hilfe eilen und seine Wachhunde zur Seite nehmen. Ein Angler brachte uns dann freundlicher Weise mit seinem Wagen zurück zur Hauptstraße, wo wir uns mit frischen Früchten ein zweites Frühstück genehmigten.


Donggan

Wir wurden unter anderem heute von einer Gruppe Radfahrern mitgenommen. Die teuren Rennräder fest auf dem Dach eines Sprinters geschnallt, luden sie uns herzlich ein uns zu ihnen zu setzen. Eine lustige Truppe. Sie hatten ihr Training in Kenting beendet und waren nun wieder auf dem Heimweg. Sie setzten uns an der Dapeng Bucht, einer weiteren landschaftlich reizvollen Gegend ab und wir besuchten zuerst einmal wieder ein Touristeninformationszentrum um unsere Rucksäcke dort in Obhut zu geben sowie unsere Trinkwasserbehälter aufzufüllen. Nicht weit davon entfernt mieteten wir uns dann ein Tandem-Fahrrad, um die Bucht auf dem Zweirad zu erkunden. Die Fahrt war eher kulturell interessant als landschaftlich um ehrlich zu sein. Die Moorlandschaft wird landwirtschaftlich bestellt und die Organisation dieser Felder, ist ganz spannend. Jedoch haute uns dies nicht so sehr vom Hocker und wir hatten unseren Spaß eher dabei, die Bucht möglichst innerhalb von einer Stunde zu umrunden, um den Mietpreis für das Tandem-Rad möglichst gering zu halten. So schossen wir durch die Felder, über Holzbrücken, entlang von modern angelegten Parks, Baustellen von neuen Naherholungsflächen und auch die große Hauptbrücke.

Es war witzig, jedoch nur, weil es meine erste Tandem Erfahrung war… So gaben wir das Rad pünktlich zurück, holten unsere Rucksäcke und fuhren mit dem Bus zum Fährhafen im nahe gelegenen Township. Denn unsere Reise soll uns nun auf eine kleine Insel führen. Wir hatten noch einiges an Zeit bis die Fähre ablegt und so streunten wir über den benachbarten Fischmarkt um unser Mittagessen zu besorgen. Dann konnten wir endlich die Fähre borden, die uns auf eine kleine Insel im Chinesischen Meer bringen wird. Die Insel ist quasi ein altes, bewohntes Korallenriff über dem Meeresspiegel und ist eine der Top Ausflugsziele in Taiwan. Als wir dort ankamen, senkte sich die Sonne bereits ein wenig und wir liefen schnellen Schrittes zu einem kommerziell geführten Campingplatz. Hier auf der kleinen Insel gibt es leider keine andere Alternative für Reisende unseres Budgets. Doch wir hatten überraschender Weise den ganzen Campingplatz nur für uns. Das Wochenende war vorüber und die hauptsächlich Taiwanesischen Besucher wieder zurück in ihrer Heimat. Wir spannten unser Zelt unweit der Steilküste auf und genossen die sanitären Einrichtungen, die wir nun ja ganz für uns hatten.

Little Liuqiu

Nachdem wir das Frühstück am Morgen ausgetestet hatten, konnten wir uns gleich das Erleben, für was diese Insel berühmt ist. Von der Steilküste neben unserem Zelt aus, konnten wir bereits riesige Meeresschildkröten entdecken, die wohl ebenfalls ihr Frühstück am Riff genossen. Wir konnten es kaum abwarten diese wundervollen Geschöpfe näher zu betrachten. So liefen wir zurück ins Dorf und machten Pläne. Wollen wir auf eigene Faust los? Einen Roller und Schnorchel Ausrüstung mieten? Alleine der Roller war wieder Problematisch. Nur gegen einen hohen Preis, wollte man uns einen Roller ohne internationalen Führerschein überlassen. Zudem sind die meisten Zugänge zum Meer von Nationalpark-Beamten bewacht und es werden vielerorts nur geführte Gruppen zugelassen. Alles zum Schutz des Ökosystems und dem artgerechten Umgang mit den Schildkröten und anderen Meeresbewohnern. Verständlich, dies ist die Hauptattraktion der Insel, soll gut beschützt und für folgende Generationen erhalten werden. Also entschlossen wir uns bei einem kleinen Familienbetrieb eine geführte Schnorchel Tour zu buchen. Zu einem überraschender Weise recht geringen Preis.

Wie sich herausstellte, waren wir zu jener Stunde die einzigen Gäste und so bekamen wir eine Privattour. Da wir kein Zweirad hatten und die Besitzerin keine zwei Motorradtaxis organisieren wollte, organisierte sie uns kurzerhand einen Motorroller, welchen wir den ganzen Tag für uns nutzen konnten. Und so kamen wir sehr günstig doch noch an einen Flitzer. Perfekt! Wir fuhren zur Küste und stiegen direkt in das Korallenriff ein. Keine zwei Minuten und schon bekamen wir diese fabelhaften Meeresriesen vor die Augen. Prachtvolle Tiere! Wir schnorchelten, tauchten und schwammen das Riff entlang und trafen auf bestimmt zehn Schildkröten! So cool! Unser Guide war auch total entspannt. Sobald er merkte, dass wir respektvoll mit den Tieren und Korallen umgehen und auch geübte Schwimmer und Taucher sind, ließ er uns sehr viel Freiraum. Eine super Tour! Sogar eine Zigarette danach stellte uns der Guide. Cooler Typ! Nach dem Schnorcheln, konnten wir uns im Laden frisch machen und wir meldeten sogleich auch eine weitere Tour für den kommenden Morgen an.


Dann ging es mit dem Motorroller über die Insel. Entlang der wunderschönen Küste, durch kleine Dörfer und an tolle Aussichtspunkte. Wir machten an einer kleinen Gebäckmanufaktur halt und schauten gespannt den Damen und Herren bei ihrer Handarbeit zu. Ein Päckchen der lokalen Spezialität gönnten wir auch uns und die nette Verkäuferin reichte uns Tee und Probierpäckchen diverser Sorten. Köstlich! Wir zogen weiter unsere Runde um die kleine Insel und genossen einen schönen Sonnenuntergang an einem der Strände. Wirklich toll diese kleine Insel. Sehr entspannt und wunderschön…Wochentags zumindest. Die gigantischen Rollerparkplätze lassen vermuten, dass dies an Wochenenden wohl etwas anders aussieht. Zurück auf dem Campingplatz hatte sich ein zweites Zelt zu uns gesellt. Nicht lange und wir saßen gemeinsam mit dem Eigentümer des Zeltes zusammen. Was bitte ist das für ein verrückter Zufall?! Der Kerl ist gerade einmal 20km von meiner Heimatstadt aufgewachsen und heißt…. MARC!!! So witzig!

Marc fuhr uns am nächsten Morgen mit seinem Roller ins Dorf und begleitete uns auch bei unserer zweiten Schnorchel Tour. Dieses Mal stieg der Führer gar nicht erst mit uns ins Wasser. Er überließ mir die Kamera und übergab mir die Verantwortung unsere kleine Gruppe zu führen. Gerne Chef! Kein Problem. So führte ich Suki und Marc durch das Riff und auch wir trafen auf viele Schildkröten und Fische. Marc war auch total von den Socken! Wir führten unsere Tour zu Ende und hingen noch etwas im Laden der Familie rum, bis sich Suki und ich wieder auf den Weg zur Fähre machten. Bevor diese ablegte nutze ich noch die Chance Zigaretten zollfrei einzukaufen und dann ging es auch schon wieder in Richtung der Taiwanesischen Hauptinsel! Eine richtig coole Erfahren hier auf Little Liuqiu. Durchaus eine Empfehlung wert!

Dapu

Vom Fährhafen in Donggang ging es dann mit einem Stadtbus nach Pingtung-Stadt. Hier liefen wir einmal quer durch die Stadt, sahen ein paar der Attraktionen und stellten uns am anderen Ende mit ausgestrecktem Daumen an den Highway. Ein netter junger Mann nahm uns mit und brachte uns nordwärts. Er besitzt eine Sonnenbrillen-Produktion in Taichung und pendelt immer wieder zwischen dem Süden und Norden Taiwans. Anscheinend wusste er auch wo wir hinwollen und er preschte die schön ausgebaute Autobahn in Richtung Chiayi. Wir wollten ein Wasserreservoir in den Bergen besuchen um dort zu Zelten. Ich war schon etwas verwirrt, denn ich hätte einen anderen Weg genommen… Irgendwann fiel ihm dann auf, dass er bereits am Ziel vorbei geschossen war… Doch gutherzig wie er – und viele andere Taiwanesen – ist, drehte er um und fuhr uns schließlich bis zu unserem Zielort. Natürlich versuchten wir ihm zu vermitteln, dass er den mehr als zweistündigen Umweg nicht nehmen sollte und wir uns auch von hier irgendwie durschlagen können, doch ließ er sich nicht davon abbringen. Nicht nur das, sondern wollte er uns auch noch unbedingt in ein Restaurant in Dapu, einem Naturreservat an den Bergen, einladen. Es gab ein gigantisches Festmahl mit vielen verschiedenen Gerichten und zum Abschluss drängte er uns sogar noch ein paar Orangen auf. Zu großzügig und genial der Typ! Herrlich!

Am Ufer des großen Wasserreservoirs hat die Gemeinde einen kostenlosen Campingplatz für seine Besucher bereitgestellt. Ein super Projekt! Mit guten sanitären und anderen Einrichtungen ist es ein hervorragender Platz um ein paar Nächte zu verbringen. Und das alles zum Nulltarif! Nachdem wir in der Dunkelheit ein paar Minuten brauchten um uns zurecht zu finden, sprach uns einer unserer Nachbarn an. Er ist Lehrer und hat sich hier für ein paar Tage niedergelassen. Mit übertriebener Ausrüstung. Diverse Kochsysteme (auch ein Dreibein) und gemütliche Sitzmöglichkeiten befanden sich vor seinem Feldbett. Er lud uns zu Bier und Gesprächen zu sich ein.  Ein faszinierender Typ. Er ist raus gefahren um ein paar YouTube Videos zum Thema Campingküche für seine Schüler zu schießen. Doch nun schenkte er die Kamera und interviewte uns stattdessen. So witzig. Er erzählte viel und gern und irgendwann konnten wir uns endlich losreißen um eine Mütze Schlaf zu nehmen. Einen sehr anstrengenden Tag hatten wir hinter uns. Am Tag darauf erkundeten wir etwas die Umgebung. Schlenderten durch den total kitschigen, also typisch Taiwanesischen „Love Park“, bevor wir uns nach einer Auseinandersetzung mit einem streunenden Hund wieder an die Straße stellten.

Chiayi

Ein netter Herr, Biologielehrer, nahm uns dann durch das Gebirge mit. Er erklärte uns einiges über die Geologie und Artenvielfalt der Gegend. Viele der steilen Berghänge sind mit Palmen bewachsen, deren Blätter die Einheimischen als eine Art Kautabak nutzen. Ähnlich zum indischen Pan. Ein ekelhaftes Zeug, was die Zähne rot färbt. Widerlich. Er brachte uns direkt in das Zentrum von Chiayi, einer größeren Stadt inmitten der Ebene im Osten des Landes. Am Bahnhof informierten wir uns über unsere Optionen, eines der Highlights Taiwans besuchen zu können. Eine historische Eisenbahn fährt von hier aus über die alten Gleise in die Berge. Von 30m bis über 2.300m kämpft sich die „Waldbahn von Alishan“ hinauf. Ehemals natürlich um wertvolle Güter zu transportieren, heute ausschließlich für Touristen. Es wäre auch sicherlich eine geile Erfahrung gewesen, doch die diversen Tickets, Nationalparkgebühren und teuren Hotels am Zielort ließen es uns in Summe aber leider nicht zu das Abenteuer anzugehen. Leider viel zu teuer… So änderten wir kurzerhand unseren Plan und suchten uns ein günstiges Hotel in der Stadt. In einer Seitenstraße sprach uns eine Hotelbesitzerin an, lockte uns mit einem Schnäppchenpreis und nachdem wir das Zimmer begutachtet hatten, zogen wir in ein.

Uns war von Anfang an klar, dass es sich hierbei um ein Bordell handelt. Auch die Puffmutter entsprach total dem Klischee! Doch das Zimmer war relativ sauber und wir gingen das Abenteuer ein. Warum auch nicht. Die Menschen hier waren sehr freundlich und das Zimmer im weitesten Sinne okay. Nichts auf Dauer versteht sich. Wir drehten dann noch unsere Runde durch die Stadt, besuchten Parks, Attraktionen und Geschäfte und bereiteten uns auf die Weiterreise am nächsten Tag vor. Mit dem Bus fuhren wir wieder hinaus aus der Stadt und stellten uns an eine Auffahrt zum Highway. Hier standen wir dann leider eine ganze Weile. Wie sich heraus stellte war der Platz doch nicht so gut gewählt wie erwartet. Aber auch hier nahm uns ein netter junger Mann mit. Er ist auch der erste Fahrer, der sehr gut Englisch spricht! Hurra! Endlich konnte ich den Dialog führen und Suki etwas entspannen. Wie der Zufall so will arbeitet er als Vertriebler für die Bayer AG und so flogen uns die Gesprächsthemen nur so zu. Ein feiner Mann. Er ließ uns in einem kleinen Ort aussteigen, von wo aus wir uns auf den Weg in den größten Nationalpark machten. Benannt nach dem mit knapp 4.000m höchsten Berg Taiwans: Yushan (oder Jade Berg).

Yushan National Park

Das letzte kleine Stück in das Bergdorf Dongpu nahm uns ein Soldat der Taiwanesischen Armee mit. Ein Kerl höheren Ranges so wie es aussah. Durchaus nett und sehr hilfsbereit. Dongpu ist ein bekannt für seine heißen Quellen, ein paar Wasserfälle und er ist einer der wenigen Startpunkte für Wanderer, die den höchsten Berg Taiwans erklimmen möchten. In den Wochen vor unserer Anreise, war ich bereits mit der Nationalpark-Leitung in Kontakt um Wandergenehmigungen und Ausrüstung zu organisieren. Ich musste diverse Belege meiner Bergerfahrung sowie einen Detaillierten Plan für Auf- & Abstieg vorlegen. Verständlich, denn in den vergangenen Jahrzehnten sind leider viele unerfahrene Touristen und blauäugige Wanderung beim Versuch verunglückt. Ich hatte schon die Beschaffung von Eis-Äxten und Steigeisen für eine 11-tägige Hochalpin-Tour durch das Taiwanesische Zentralmassiv geplant, als schließlich von der Behörde zurecht der Einwand kam, dass sie uns leider keine Genehmigungen ausstellen können, so lange wir nur zu zweit sind. Als kleiner Bub bei den Pfadfindern hatte ich ja schon gelernt, dass man immer mindestens zu dritt sein sollte. Einer verletzt sich, ein anderer kümmert sich um den Verletzten und der Dritte geht Hilfe holen. Leider konnten wir im Vorfeld keine vertrauenswürdige Dritte Person auftreiben (ich hätte als Gruppenführer persönlich die volle Verantwortung über die Person gehabt) und obwohl alles Weitere bereits vom Nationalpark abgesegnet war, konnte wir also keine Wanderlizenz ergattern.

Das war natürlich sehr schade, denn es war für uns keine Option eine der teuren geführten Gruppen durch das Gebirge zu buchen. So wanderten wir eben mit schwerem Gepäck lediglich zu dem Wasserfall, genossen das Dorf und machten uns auf zu dem Campingplatz am Wanderweg-Einstieg. Dieser war aber total verlassen. Kein Mensch, geschweige denn Besitzer, zu sehen. Wir klopften also bei dem kleinen Thermalbad nebenan an. Hier wurden wir mit Begeisterung empfangen. Unsere Geschichte entzückte die Damen an der Rezeption und ein Telefonat mit dem Campingbesitzer später wiesen sie uns in den Campingplatz ein. An jenem Abend beschlossen Suki und ich dann auch, eben jene kommerzielle heiße Quelle zu besuchen. Die Familie hatte die Quelle wunderschön hergerichtet und aus Natursteinen diverse kleine Bäder gestaltet. Die anderen Gäste hießen uns auch herzlich willkommen und wir genossen das Bad bis ins letzte. Natürlich waren die meisten Becken für mich viel zu heiß und ich war beeindruckt wie die Dame, die hier 3-4 Mal die Woche herkommt, quasi in kochendes Wasser (na gut, hier übertreibe ich vielleicht etwas) eintaucht. Aufgeheizt liefen wir zurück zum Zelt und genossen eine Nacht, in der einmal wieder der Regen über uns hereinbrach. Wir waren im Zelt jedoch wohl behütet und der nächste Morgen lockte mit blauem Himmel, warmen Sonnenstrahlen und herrlichen Ausblicken.


Sonne, Mond & Puli

Von Dongpu aus, ergatterten wir zwei Mitfahrgelegenheiten an den Sonne-Mond-See. Ein großer Bergsee, der von Touristen und Einheimischen gerne besucht wird. Ich sag es gleich vorweg… ich war etwas enttäuscht. Ich weiß selbst nicht was ich erwartet hatte, aber enttäuscht war ich dennoch. Es war einfach nicht so schön und die Kommerzialisierung des Sees und seinen Ufern machte es leider nicht besser. In der Ferne konnten wir jedoch die hohen Berge und Gipfel des Yushan National Parks erblicken, was uns etwas Trost spendete. Auch das sehr günstige Hotel, welches auch eine Bootsfahrt auf dem See inkludiert hatte, war ganz angenehm. So wanderten wir etwas umher, fuhren Boot und auch am nächsten Morgen ließen wir uns einen Spaziergang am Ufer nicht nehmen. Dann ging es aber auch wieder weiter. Mit dem Bus fuhren wir ein paar wenige Kilometer zu einem Park, in dem wohl eine lebensgroße Kathedrale aus Papier stehen soll… Der Parkplatz war aber so überfüllt und der Eintritt relativ hoch, dass wir uns diese Attraktion dann auch sparten. 

Ein nettes Paar brachte uns an einen großen Weinhandel in der Kleinstadt Puli. Hier konnten wir diverse lokale Produkte erforschen, jedoch war auch dies keine überragende Attraktion für uns. So entschlossen wir in das Zentrum der Stadt zu laufen. Eine wunderschöne Altstadt empfing uns und wir schlenderten durch die Gassen bis Trommelschläge unsere Aufmerksamkeit auf sich zogen. An einer großen Kreuzung, die polizeilich abgesperrt war, findet heute das Große Puli-Happy-Festival statt. Eine Art Karneval oder Stadtfest, in dem sich verschiedene lokale Vereine und Gruppierungen vorstellen. Eine Mords Gaudi! Ganze drei Stunden lang verfolgten wir das Spektakel, was teilweise überaus attraktiv und teilweise auch sehr viel Abgefahrenes und Chaotisches zu bieten hatte. Auch die lokale Teilnehmerin des Nationalen Schönheitswettbewerbes hatte ihren Auftritt, genauso wie der Cabrio-Motorsportclub, die militärisch gedrillten Schülerinnen und der Seniorenverein. Ein buntes Treiben also. Doch drei Stunden in der prallen Sonne waren dann auch genug des Guten und wir wanderten von hier aus bis an den Rand der Stadt, wo wir dann auch den geographischen Mittelpunkt der Taiwanesischen Hauptinsel erreichten. Hier begutachteten wir den dazu gehörenden Tempel, sowie das Monument und ein paar Jungs fuhren uns schließlich zu einem Wasserfall noch weiter auswärts. 


Diesen hatten wir für unser Nachtlager auserkoren. Es dämmerte bereits und wir schlugen unser Zelt auf der Besucherterrasse auf, sobald die letzten Gäste weg waren. In jener Nacht wagten wir es auch im kalten Nass zu baden bevor wir uns die wohlige Wärme unserer Schlafsäcke kuschelten. Das Timing für das Frühstück und den Abbau unseres Zeltes hatten wir perfekt gewählt, denn kaum hatten wir den Abstieg begonnen, liefen uns Heerscharen von Touristen entgegen, die große Reisebusse wohl vor ein paar Minuten am Eingang des Weges abgeladen hatten. Das wäre wohl sehr unangenehm gewesen, inmitten der Touristen aufzuwachen, zu Essen und unser Hab und Gut weg zu packen. Unangenehm, eng und wahrscheinlich auch nicht ganz legal. Wobei wir keine Verbotsschilder oder Ähnliches entdecken konnten. Zurück an der Straße, lud uns ein älteres Ehepaar ein.

Ab durch die Mitte

Das Paar brachte uns weiter in die Berge. Wir machten Halt beim beliebten Ausflugsziel der Qingjing Farm. Ein 1961 etabliertes Erholungsgebiet auf knapp 2.000m, welches für ehemalige Kriegsveteranen und deren Angehörige geschaffen wurde. Die saftig grünen Wiesen der Gegend füttern etliche Schafs- und Kuhherden. Heute ist Qingjing Farm eine große Touristenattraktion mit Streichelzoos, Wanderwegen und vielen Hotels. Ich habe so das Gefühl, dass hier versucht wird ein europäisches Alpendorf nachzuahmen. Viele der Gebäude und Hotels erinnern an europäische Bauten und Hotels tarnen sich als barocke Schlösser. Für uns ging es aber direkt weiter. Spontan entschieden wir dem Seniorenpaar treu zu bleiben und sie brachten uns zum Hehuanshan, einem 3.416m hoher Berg im Zentralmassiv Taiwans. Hier befindet sich auch der höchste Punkt der einzigen Straße, die das Zentralmassiv durchquert. Für uns ging es mit dem Auto auf fast 3.300m über dem Meeresspiegel. Leider zogen die Wolken zu und der Himmel verdunkelte sich schlagartig. Es begann zu regnen und die frostigen 5°C hier oben ließen auch keine großen Spaziergänge zu. Schade, gerne wäre ich mit Suki auf den Gipfel des Hehuanshan gewandert, war aber unter diesen Umständen leider nicht drin.

Dann galt es eine Entscheidung zu fällen. Wollen wir den Highway wieder zurück in Richtung Westen nehmen um unseren Rundweg fortzusetzen oder versuchen wir die Ostseite der Berge weiter zu trampen. Nachdem uns das überaus tolle Seniorenpaar noch mit diversen Nüsschen und Früchten ausgestatte hatte, ließen sie uns an einer Kreuzung aussteigen und wir hatten also schließlich beschlossen den Weg nach Osten einzuschlagen. Von hier aus gelangen wir wieder direkt in den Taroko Nationalpark, wenn uns hier mitten in den Bergen, im Nirgendwo, überhaupt jemand aufgabelt. Doch bald schon stoppte ein herausgeputzter, weißer BMV SUV und lud uns ein. Das Paar lud uns erst einmal zum Kaffee an einer kleinen Raststation in den Bergen ein und fuhr uns dann bis in den Taroko Nationalpark. Genial! Nun sind wir also zum zweiten Mal hier. Jedoch am anderen Ecke des großen Naturreservats. Auch das Wetter spielte endlich mit und wir entstiegen dem SUV direkt am Eingang eines Wanderweges. Zwar tritt gar bald die Dämmerung schon ein, doch nach ein paar Gesprächen mit den Parkrangern und der Möglichkeit unsere Rucksäcke zwischen zu lagern, statteten wir dem Baiyang Wanderweg noch einen Besuch ab.

Auf schnellen Sohlen wanderten wir los. Erst die Straße entlang und dann durch einen langen und dunklen Tunnel. Der Tunnel geht bestimmt einen Kilometer schnurgerade durch den Berg. Da das andere ja zu sehen war, wagten wir uns auch ohne künstliches Licht in den ca. 4-5 Meter breiten Tunnel. Dahinter ging es eine wunderschöne Schlucht entlang zu den großen Wasserfällen, die wir eine Zeit lang bestaunten. Immer wieder führte unser Weg uns durch Tunnel. Eine Attraktion ist auch jener, bei dem Wasser aus dem Berg, durch Poren im Gestein, in den Tunnel schießt. Von allen Seiten sprüht Wasser mit recht hohem Druck auf den Wanderweg und es ist wirklich eine ganz witzige Attraktion… wenn man nicht wasserscheu ist. Sobald wir das also auch erleben durften, machen wir uns auf den Weg zurück zu unseren Rucksäcken. Unterwegs trafen wir auf einen Kerl aus Deutschland. Laif aus Dortmund ist auch per Anhalter unterwegs und seine Mitfahrgelegenheit hat ihn auf diese kleine Wanderung mitgenommen. Großartige Menschen einfach, diese Taiwanesen! Laif trafen wir dann auch später, nach einer Wanderung zu einem offiziellen, kostenfreien Campingplatz wieder. Seine Mitfahrgelegenheit setzte ihn hier ab und wir genossen also gemeinsam den Abend. Der Platz und die Gesellschaft von Laif, boten dann zum ersten Mal die Gelegenheit ein Lagerfeuer zu entfachen und wir saßen lange um die warmen und faszinierenden Flammen.


Gegen den Uhrzeigersinn

Nach einer Nacht im Herzen des Nationalparks entschieden wir uns langsam aber sicher die Küste entlang, bis zu unserem Abreiseort Taichung zu Machen. Zwar warteten wir ausgesprochen lange am Morgen auf eine Mitfahrgelegenheit, doch irgendwann waren wir dann endlich „On the road“. Eine Dame spielte wunderschöne klassische Musik und fuhr uns durch die Schluchten des Nationalparks bis an die Küstenstraße, hier gabelte uns eine lokale Familie mit zwei Kindern auf. Nun bekam ich also doch nochmals die Chance die schönste und gefährlichste Straße des Landes zu erkunden. Und diese Mal spielte auch das Wetter mit! Als wir an einer Baustelle warten mussten, scherte unser Fahrer aus, und fuhr quer durch die Baustelle in einen Tunnel, der gerade gebohrt wird. Suki und ich waren natürlich außerordentlich verwirrt! Wir fuhren den unbefestigten Tunnel bis hin zum Bohrer, wo dutzende Arbeiter gerade Pause machten. Wie sich herausstellte ist unser Fahrer selbst Bauarbeiter und anstatt die halbe Stunde an der roten Ampel zu stehen, möchte er seinen Kollegen den großen Europäer zeigen, den er auf dem Weg aufgegabelt hatte…mich. Witzige Leute hier im Tunnel und definitiv eine meiner ungewöhnlicheren Erfahrungen auf meiner Reise. Nach einem kleinen Schwätzchen fuhren wir durch die Baustelle zurück, wo der Fahrer den Sicherheitsbeamten mit Kautabak besänftigte und die Fahrt ging weiter. 


In verantwortungslosem Tempo preschten wir die Küstenstraße entlang. Man merkt schon, dass der Fahrer die Strecke kennt, jedoch sind auch seine zwei Kleinkinder an Bord und die turnten natürlich überall herum. Doch so ging es wenigstens schnell voran. Wie der Zufall wollte, hat die Familie selbst eine längere Strecke heute noch vor sich und so konnten sie uns tatsächlich bis nach Taoyuan, also westlich von Taipei mitnehmen. So schafften wir in ein paar Stunden ein Viertel der Taiwanesischen Küste abzufahren. Wahnsinn! Doch da wir ja schon vieles hier gesehen hatten, lief es für uns ganz gut rein. Leider konnte Bobby – der Freund von Suki, welcher uns zu Beginn unserer Reise beherbergt hatte - uns in Taoyuan nicht treffen. Nach einem ordentlichen Essen dann, entschieden wir heute noch mehr Kilometer zu machen, Taichung zu erreichen und die letzten paar Tage auszuspannen und nur noch kleine Tagestouren zu unternehmen. Urlaub vom Reisen sozusagen. Doch es wurde bereits dunkel und unsere Versuche per Anhalter weiter zu kommen scheiterten kläglich. Städte sind dafür einfach nicht so gut geeignet. So brachte uns dann Bahn und Bus zurück nach Taichung, wo wir nach Mitternacht ein grandioses Gästehaus beziehen konnten. Geschafft! Was ein Tag!

Entspannung In Taichung

Die letzten Tage in Taiwan verliefen dann also relative gediegen. Die netten Damen im Restaurant neben unserem Gästehaus freuten sich jeden Tag uns zu sehen und gaben uns das ein oder andere Extra zu unserem Frühstück hinzu. Wir besuchten ein paar Sehenswürdigkeiten der Stadt, die wir beim ersten Mal verpasst hatten, wie zum Beispiel die Cartoon-Straßen, ein kleines Viertel, in welchem unzählige berühmte Cartoon und Anime-Helden durch Wandmalereien gehuldigt werden. Auch schauten wir im Regenbogen-Dorf vorbei. Ein knallbuntes Viertel das von Kreativität, Optimismus und Ausgefallenheit nur so sprudelt. Suki und ich ließen uns auch nochmals ein großes Sushi Abendessen heraus. Dem günstigen und ausgezeichneten Essen der Insel werden wir wohl noch lange hinterher trauern! Auch nutzten wir die Gelegenheit noch ein paar Besorgungen zu machen. Wir besuchten diverse Märkte und statteten uns auch beim international agierenden Fachhändler für Sport und Outdoorprodukte „Decathlon“ aus. Ich finde es immer noch faszinierend, dass Decathlon in Asien so groß ist. Aber klar…vieles wird ja in China produziert und auch dort vertrieben. Vor unserer Abreise dann, schauten wir uns noch etwas im großen Museum für Wissenschaft und Technik der Stadt um. Hier gibt es ein eigenes, interaktives Kindermuseum welches die Kleinen bereits an die fabelhafte Welt der Leiter und Halbleiter heranführt. Irgendwie witzig. Aber auch verständlich, ist die Produktion und Entwicklung von Computerchips doch eines der Zugpferde der hiesigen Wirtschaft und Exportgut Nummer eins von Taiwan. Früh übt sich also… Doch mir war das Kindermuseum bereits zu hoch… Physik ist einfach nicht so meins. Muss auch nicht.


Suki und ich nahmen dann schließlich die kostenfreien Busse zum Flughafen und warteten auf den Flieger, der uns wieder zurück nach Hong Kong bringen wird. Taiwan du bist Klasse! So viele Ecken und Erlebnisse habe ich auf meine mentale Liste geschrieben, die ich in und mit dir noch erleben möchte. Vor allem die Berge locken mich sicherlich bald wieder hier her!

 

Meine Reise geht also zurück nach Hong Kong. Hier werde ich vier enge Freunde aus Deutschland zu einer großen, einwöchigen Wanderung über Weihnachten begrüßen dürfen. Ich freue mich so sehr darauf und werde euch sicher bald von den spannenden Erlebnissen berichten.

 

Habe euch lieb und würde mich freuen, wenn ihr auch beim nächsten Reisebericht wieder mit von der Partie seid! Euer Schilli


Funfacts

- Der alte Mann der uns zum Wasser fall brachte. Sprach kein Wort. Niemals…Sehr komisch.

- Eine Oma an der Bushaltestelle: „Wenn ihr wissen wollte wann der nächste Bus kommt müsst ihr einfach diese App herunterladen und könnt live tracken!“. Die war sicher Ende 70!!!

- Da wir nicht so lange auf die Fähre nach Little Liuqiu warten wollten, entschieden wir uns eine andere, etwas teurere Fähre zu nehmen. Dafür haben Suki und ich nun ein gesondertes Budget. Die Münzen, Kleingeld, die wir in Hong Kong gemeinsam gesammelt haben, gehen nun für Luxus dieser Art drauf. Gutes Ding!

- Auf Little Liuqiu fand hinter einem Waldstück ein großes Feuerwerk statt. Und wir mutterseelenallein auf dem Campingplatz. Großartig!

- Auf Little Liuqiu habe ich einen Tintenfisch-Burger gegessen. Inklusive von Tinte schwarz gefärbtes Brot. Richtig lecker!

- Jedes Mal wenn wir in Chiayi im Gasthaus den Fernseher einschalteten, startete direkt Hardcore-Pornografie. Ein weiteres Indiz dafür, dass wir tatsächlich in einem Bordell eingecheckt hatten. Witzig!

- Wir wollten ein Schloss besuchen. Doch das war ein Schuss in den Ofen. Das Gebäude wurde vor kurzem erst errichtet und ist eigentlich eine Shoppingmall für kaufwütige Chinesen. Grausam!

- Neben dem Campingplatz in Taroko, trafen wir auf Wissenschaftler der Universität. Botaniker die in der Nacht diverse Insektenarten anlocken und Statistiken anlegen. Faszinierend!

- Die Fahrt mit der Familie nach Taichung ging recht lange. Normalerweise kein Problem für mich. Doch irgendwann platzte mir fast die Blase und ich musste die ganze Gruppe um einen Halt bitten. Das versuche ich eigentlich beim Autostopp zu vermeiden. Doch so einen Schmerz in der Blase hatte ich noch nie zuvor. Wasserfall…

- Dank Metallstrohalm waren wir ja perfekt für unsere fast tägliches Bubble-Tee Erlebnis gewappnet. Wir baten die Verkäufer mit einer Schere ein kleines Loch in den Deckel für uns zu hauen. Doch was macht der nichts denkende Verkäufer. Nimmt einen Plastikstrohhalm, entfernt dessen Plastik-Verpackung, haut ein Loch in den Deckel des Bechers, wirft den Plastikstrohhalm weg und gibt uns das Getränk. Solche Idioten! Mehrfach mussten wir dieses Procedere schreiend unterbrechen… Sinnfreier Müll produzieren geht kaum! Hirnlos!



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