#62 | Geburtstagsknödel | 857. Reisetag

Mein Geburtstagsmonat startete mit einem großen Knall! Und dies ist keine Metapher. Die Chinesen sind weltweit bekannt für das außerordentliche Geschick und den spektakulären – wenn vielleicht auch übertriebenen – Einsatz von Feuerwerkskörpern. Die ersten Feuerwerke der Menschheitsgeschichte sollen sogar in China stattgefunden haben. Während der Song Dynastie, so gegen 960-1270 n. C.. Und am ersten Oktober, zum Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China haben sich die Feuerwerkskünstler, das Marketing der Stadt und der Volksrepublik sowie deren Sponsoren ordentlich ins Zeug gelegt. Suki und ich machten uns auf den Weg an einen der Plätze am Viktoria Hafen, von wo aus man einen guten Blick auf das Feuerwerk ergattern kann. Doch natürlich waren wir nicht alleine. Zigtausende, ja ich wage sogar in die Hunderttausende bis hin zu einer Million zu gehen, wollten sich die Show ebenso ansehen. Die Polizei hatte die Straßen in Ufernähe bereits abgesperrt um Platz für die Menschenmassen zu machen. Allein dies ist schon ein Erlebnis für sich. 

Doch wir konnten zum Glück eine Nische finden, in der nicht allzu hart um jeden Meter durch drücken und drängeln gekämpft wurde. Mit meiner Statur und Körpergröße war das natürlich weit weniger ein Problem als für meine Begleitung. Und dann startete das Spektakel. Schiffe, die in der Mitte des Hafens Anker geworfen hatten, waren Startpunkt für unzählige Feuerwerkskörper die in den Himmel der Stadt geschossen wurden. Riesige Blumen in allen möglichen Farben zeichneten den Himmel unter großen knallen in abstrakte, schöne Gemälde. Sehr aufregend und hübsch anzusehen auf jeden Fall! Jedoch will ich nicht wissen was hier an Geld, Arbeitskraft und Umwelt investiert wurde um das 20-minütige ballistische Farbenspiel zu ermöglichen. Nachdem dann auch das letzte Pulverfass verschossen war, galt es die Horde Menschen wieder möglichst geordnet aufzulösen. Und im Gegensatz zu meiner Erfahrung aus dem letzten Bericht, hat dies auch überraschend gut funktioniert. Die Hauptverkehrsader, längste Straße Hong Kongs und Shoppingmeile von Kowloon, die 4-6 spurige Nathan Road, wurde komplett gesperrt um die Menschenmasse zurück in die Stadt zu führen um diese auf ihre Viertel aufzuteilen. Hut ab den Organisatoren, gut geplant und durchgeführt! Ein tolles Erlebnis, mit dem mein Geburtstagsmonat startete, dann kann es ja nur gut werden!


Inselglück

An den wenigen freien Tagen zogen wir es vor weniger überlaufene Orte zu besuchen. So nahmen entschlossen wir ein paar „endlegende“ Inseln zu besuchen. Zuerst ging es auf die Insel „Po Toi“. Sie ist die südlichste Insel Hong Kongs und ist relativ klein. Ein guter Ort für einen Tagesausflug also. Eine Busfahrt und zwei Fähren später waren wir auch schon dort. Die Insel ist bewohnt, jedoch hat das kleine Dorf erst seit ein paar Jahren Elektrizität und fließendes Wasser. Es ist also alles sehr viel mehr gemütlich und naturbelassener als in anderen Teilen des Landes. Unsere Wanderung führte uns über die wunderschönen, grasbewachsenen Hügel in welchen wild verstreut auch traditionelle Gräber zu entdecken sind. Diese Gräber entdecken wir auf unseren Wanderungen durch die Natur Hong Kongs überall. Wir besuchten die alten Kunstwerke, die in der Bronzezeit von Ureinwohnern der Insel in die Felsen an der Küste geritzt wurden und kletterten die Felsen am Ufer entlang. Po Toi hat eine wunderbare Atmosphäre und ich genoss dieses kleine Eiland sehr. Eine ganze Weile kletterten wir auf einer Landzunge mit steilen Klippen und heftiger Gischt der Wellen umher. Dann ging es hinauf auf einen der Berge/Hügel, von wo aus wir die komplette Insel begutachten konnten. Als wir dann wieder zum Dorf hinabgestiegen waren, entschieden wir doch die letzte Fähre zu nehmen und nochmals einen paradiesischen Strand zu besuchen, den wir auf der Wanderung entdeckt hatten. Der Tag und Ort war einfach perfekt für einen Sprung ins Meer! 

An einem Wochenende dann stand eine größere Tour an. Es soll zur Insel „Tung Ping Chau“ gehen. Diese liegt am nordöstlichsten Rande des Hoheitsgebietes von Hong Kong und ist damit auch der vom Stadtzentrum am weitesten entfernte Ort des Landes. Tung Ping Chau liegt sehr nahe an der Chinesischen Küste und man könnte mit ein bisschen Training sicher bis nach China schwimmen. Die Insel gehört zum UNESCO Global Geopark von Hong Kong und das hat auch seine guten Gründe. Vulkanische und andere geologische Aktivitäten haben der Insel bei ihrer Entstehung außergewöhnliche Formen und Farben verpasst. Und das will ich mir natürlich näher ansehen.  Beim Zeitmanagement hatten wir aber leider etwas fehlkalkuliert und so galt es zwei Rucksäcke für ein Campingwochenende in 15 Minuten zu packen. Und weißt du was? Wir waren so fix, dass wir sogar noch ein Vesper für den Weg zubereiten konnten! So führten uns Bus, Bahn und eine eineinhalbstündige Bootsfahrt nach Tung Ping Chau. 

Hier wird man am Pier von Grenzbeamten begrüßt, die sicherstellen, dass mit der Nähe nach China kein Unfug getrieben wird. Wir machten uns dann gleich auf eine gute Stelle zum Zelten zu finden, es wurde nämlich allmählich dunkel. Wir stapften erst die Küste entlang und dann durch ein verlassenes Dorf. Zerfallene Häuser und Mauern, dicht bewachsen mit zurückkehrendem Dschungel und die Dämmerung brachten eine ganz einzigartige Erfahrung mit sich. Immer wieder führte unser Weg durch ehemalige Häuser und Gärten. Wie dies wohl vor einigen Jahrzehnten hier ausgesehen haben muss? Sehr spannend! Wir wanderten weiter, bis wir wieder auf dem Hauptwanderweg landeten, welcher die Insel einmal umrundet. Die Klippen entlang ging es zu einem Picknick-Areal, an welchem schon ein paar wenige Zelte standen. Da es dunkel wurde, gaben wir es auf einen anderen Zeltplatz zu suchen und ließen uns nahe des Areals, jedoch weiter draußen am Ufer, nieder. 

Unsere Neuanschaffungen, das Zelt und weitere Campingausrüstung will nun getestet werden. Fix hatten wir alles aufgebaut und eingerichtet. Wir gingen nochmals auf entdeckungstour über die verrückten Felsen und kochten uns ein leckeres Abendmahl. Richtig geil hier! Auch schauten wir bei unseren „Nachbarn“ vorbei. Die waren wesentlich luxuriöser Ausgestattet als wir. Wir sind  im Vergleich eher Minimalisten, die mit dem Equipment auch lange Wanderungen meistern können. Unsere Nachbarn hatten von Lampions, Kühltaschen bis hin zu Campingtischen und Baustrahlern, alles dabei was man braucht und was man eben nicht braucht. Aber nette Damen und Herren waren es dennoch. Suki und ich genossen jedoch unser kleines Heim, welches ohne Schnick schnack auch klein genug war um nahe der Felsen und des Wassers seinen Platz zu finden. So genossen wir eine faszinierende Nacht, auch wenn aufgrund der Hitze leider nicht so viel Schlaf drin war. Am Morgen wurden wir von Natur geweckt und nachdem wir unser Frühstück zubereitet und verspeist hatten, brachten die Nachbarn sogar noch eine Tasse heiße Schokolade vorbei. Sehr fein!

Nachdem dann alles wieder im Rucksack verstaut war ging die Erkundung der Insel dann erst richtig los. Wahnsinnig, was die Natur hier angerichtet an. Also beschreiben kann ich es nicht wirklich aber ihr seht ja die Bilder. Es macht auf jeden Fall sehr viel Spaß hier herum zu toben. Und man wird auch am Wegesrand regelmäßig über die Entstehungstheorien dieser einzigartigen Skulpturen und Landschaften aufgeklärt. Immer mal wieder verließen wir den offiziellen Wanderweg und folgten kleinen Trampelpfaden und wie so oft entdeckt man erst dann noch viel schönere Ecken. So kletterten wir auch eine ganze Weile die Steilküste entlang um einen entfernten Strand zu erreichen. Teilweise peitschten uns sogar die Wellen von der Seite an. Richtig abenteuerlich. Doch das Ziel erreichten wir leider nicht, da das Meer eine große Höhle in den Fels gefressen hatte. Und um diese Höhle zu durchklettern fehlte uns Mut und Können. Doch wir fanden an anderer Stelle eine hervorragende Möglichkeit für ein einsames Bad im Meer. Das gehört natürlich dazu. Auf dem Weg in Richtung Pier konnten wir uns noch ein Bild vom ungeheuren Ausmaß des vergangenen Supertyphoons Mankhut machen. Die Dorfbewohner waren gerade dabei ein bisschen Ordnung in ihr Dorf zu bringen. Viele Hütten waren komplett zerstört und die Bewohner fingen auch schon an, die entwurzelten Bäume am Strand vor dem Dorf zu sammeln. Sogar dicke Betonplatten, von künstlich angelegten Wegen, wurden vom Wind in alle Richtungen verteilt. Unfassbar wie der Sturm hier wohl gewütet hatte. Ich gehe stark davon aus, das Tung Ping Chau zu den Regionen gehört, die von der Regierung vor dem Sturm zwangsevakuiert worden war. Ich rate es auf jeden Fall.


Grillparty im Tempel

Zurück in der Stadt ging es für mich wieder fleißig an den Schreibtisch. Die Arbeit hier macht mir weiterhin Spaß, aber ich freue mich auch schon darauf, dass es bald wieder mit der Reise weiter geht. Von einer meiner Kolleginnen, von Icy, musste ich mich bereits verabschieden. Sie geht in Mutterschutz und erwartet ihr zweites Kind. Das feierten wir mit einem Team Abendessen in einem feinen Restaurant mit Blick über die Skyline Hong Kongs. Meine Kollegen hier sind spitze! An einem anderen Abend luden Sukis Freunde zum Grillabend ein. Und da der Vater eines der Kumpels als Hausmeister in einem buddhistischen Tempel arbeitet, wurde zum BBQ in den Tempel geladen. Eine wahrlich abgefahrene Lokalität für ein lustiges Treffen mit Spare-Ribs und Bier. Doch warum auch nicht! Der hiesige Wächter beantwortete mir all meine Fragen zum Tempel und wir machten es uns im Tempelhof um den Grill herum gemütlich. Eine unterhaltsame Truppe hatte sich hier zusammen gefunden.

Die Regenzeit ist nun endlich vorbei, und so nutzen wir jeden freien Tag uns in die Natur Hong Kongs zu werfen. Zudem rückt der Termin meiner Weiterreise immer näher und es gibt noch so viele Trails, Ecken, Inseln und Berge die ich noch gerne besuchen möchte. Ich komme langsam wirklich unter Zeitdruck. Wäre hätte wohl gedacht, dass 8 Monate Hong Kong nicht ausreichen werden… Unser nächstes Ziel war die Bergkette der „8 Unsterblichen“, eine Bergkette, dessen Gipfel nach Helden der chinesischen Mythologie benannt wurden. Zwar war ein Zugangsweg dank des Supertaifuns offiziell nicht mehr begehbar, doch wir konnten uns doch durchkämpfen. Auf dem Grad angekommen, lag nun links von uns Hong Kong und rechts konnten wir die Wolkenkratzer des chinesischen Technologiezentrums  Shenzhen erkennen. Ein wahnsinnig schöner Tag bescherte uns auch tolle Aussicht auf die 76m hohe Avalokitesvara (Guan Yin) Statue des am Fuße eines Berges liegenden Klosters. Nach dem anstrengenden Abstieg vom Bergkamm, kamen wir zum perfekten Zeitpunkt an einer Bushaltestelle eines Naherholungsgebietes und Picknick-Areals an. Denn nur ein paar Minuten später zogen die Massen von dem kleinen See und den Picknickflächen zur selben Bushaltestelle. Und da jeder Minibus maximal 16 Passagiere aufnehmen kann, hätten wir sicher ein-zwei Stunden warten müssen. Doch wieder mal lag das Glück auf unserer Seite und wir konnten direkt den ersten Wagen zurück in die Stadt nehmen.

Für eine weitere Tageswanderung begaben wir uns wieder in den größten Naturparks Hong Kong. Es ging wieder nach Sai Kung im Osten des Landes. Nur ein kleines Stück liefen wir einen Trail den wir bereits einmal zuvor begangen haben und wir stohlen uns dann einen Berg hinauf. Von hier hat man eine zauberhafte Aussicht auf den Naturpark mit seinen Bergen, Hügeln, Seen und Stränden.  Unter uns lag nun das High-Island Wasserreservoir. Das größte Frischwasserreservoirs Hong Kong. Ein gigantisches Tal bzw. eine Meeresbucht wurde hier via Dammanlagen vom Meer abgeschottet und mit Regenwasser und Frischwasser aus China geflutet. Heftig! Das Schwimmen in den Reservoirs oder sonstige Verunreinigung jener, steht natürlich unter drakonischen Strafen. Wie ich in einem älteren Bericht bereits erläuterte ist Wasser Mangelware in Hong Kong.  Ein Sprung ins Wasser kann dann schon einmal mit einer Strafe von ~5.000 € und 2 Jahren Gefängnis belegt werden. Also lieber bleiben lassen. Suki und ich zogen es sowieso lieber vor ein paar abenteuerliche Seitenwanderwege hinab zu einem paradiesisch schönen und quasi verlassenen Strand zu gehen.

Ein wundervoller Ort zwischen den steilen und phantasievoll geformten Felshängen. Weicher weißer Sand und türkisblaues Wasser nötigten uns quasi dazu ein Bad zu nehmen. Nur eine kleine Gruppe Privatjachten lag etwas außerhalb der kleinen Bucht. Ansonsten hatten wir dieses kleine Paradies ganz für uns. Doch wir hatten auch noch ein gutes Stück Weg vor uns, weshalb wir mit Hilfe von fixierten Seilen den Fels wieder hinauf kletterten. Es ging weiter über gut besuchten, jedoch vom Taifun schwer zerstörten Strand zum Herz des UNESCO Geopark. Hexagonale (6-seitige) Felssäulen ragen hier bis zum 100m in die Höhe. Es gibt nur wenige Ort in der Welt, bei der der Zufall diese faszinierenden geometrischen Formen zustande gebracht hat. Wir besuchten den großen Hauptdamm des Reservoirs und auch eine Höhle. Hier am Hauptdamm, welcher aufgrund des Geopark ein beliebtes touristisches Ziel darstellt war natürlich einiges los. Wir beschlossen uns nicht in die Warteschlange für einen Bus einzureihen, sondern den zweistündigen Weg bis zum höher frequentierten Busbahnhof zu Fuß zurück zu legen. Und es war die richtige Entscheidung. Wir wanderten am Rande des Reservoirs entlang und konnten einen großartigen Sonnenuntergang genießen! Wieder einmal alles richtig gemacht!

Wie schön dass ich geboren bin

Heute habe ich frei, denn heute ist mein Geburtstag! Mein dritter Geburtstag bereits, seit ich auf Reise bin. So schnell kann es gehen… Wie gesagt, habe ich heute einen Tag „Urlaub“ genommen. Nach einem frühen und hervorragenden Frühstück mit Suki, die heute auch frei genommen hat, brachen wir auf. Lange habe ich überlegt wie ich wohl diesen Geburtstag verbringen soll. Vor zwei Jahren war ich Paragliding in der Türkei und letztes Jahr, zum Dreißigsten, am Mt. Everest Base Camp in Nepal. Da Geld wie immer natürlich sehr knapp ist, entschieden wir den Tag im Zoo und Freizeitpark-Hybriden „Ocean Park“ im Süden von Hong Kong Island zu verbringen. Für mich, mit Hong Kong Personalausweis, gibt es an meinem Geburtstag freien Eintritt und Suki konnte ich über Kontakte sogar eine weitere Freikarte ergattern. Ich bin zwar kein sonderlich großer Fan von Zoos, jedoch darf man sich das doch einmal ansehen, oder? Vor allem wenn man die Verantwortlichen nicht unterstützt und sich Freitickets besorgt. 

Wir hatten perfekte Begebenheiten, denn es war ordentlicher Dienstag und der Park erwartete relativ niedrige Besucherzahlen. Und so war es dann auch. Maximal 10 Minuten Wartezeit an einer der vielen Attraktionen  sorgten dafür, dass es ein sehr gemütlicher und erlebnisreicher Aufenthalt wurde. Wie gesagt, der Park ist eine Mischung aus Zoo und handelsüblichem Freizeitpark mit Achterbahnen und Co. Seinem Namen zu ehren fokussiert sich der Park auf Meereslebewesen, hat aber auch großartige weitere Themenbereiche zu bieten. Als erstes besuchten wir die lokale/chinesische Tierwelt. So besuchten wir natürlich die Panda Bären als erstes. Witzige Dinger! Aber auch Koala-Bären oder Grüne Mamba Schlangen konnten wir näher betrachten. Es gibt auch ein paar witzige Achterbahnen und andere Fahrgeschäfte, doch besonders erwähnenswert sind jene nicht. Vor allem bei den horrenden Eintrittspreisen wäre ich von den Fahrgeschäften ein wenig enttäuscht gewesen, hätte ich bezahlt. Einzig die neue VR (Virtuelle Realität) Achterbahn die als Prototyp in Kollaboration mit Samsung hier installiert wurde, war ein richtig cooles und außergewöhnliche Erlebnis. Man bekommt eine Brille aufgesetzt und während man durch die Route der Achterbahn prescht, erlebt man eine spannende und interaktive Geschichte zu 360° erfahrbar. Mega!

Die Ausstellungen zur Tier-, Pflanzen- & Tierwelt jedoch hat mich positiv überrascht. Es ist ganz klar ein erzieherisches Programm zu erkennen und es wird enorm stark für Umweltschutz geworben. Schön wäre es, wenn die Heerscharen von Chinesischen Touristen die hier täglich eintreffen, dafür tatsächlich sensibilisiert werden würden. Die Grundlagen dafür jedenfalls geschaffen. Überall wird Umweltschutz beworben und anschaulich erklärt warum diese oder jene Spezies durch die Einwirkung des Menschen gefährdet ist. Natürlich wird man auch mit nachhaltigen Tipps und Handlungsempfehlungen versorgt. Also gar nicht mal so schlecht. Für mich innerlich polarisierend war dann jedoch das Ocean Theater. Eine Anlage, in welcher Delfine und Seelöwen fleißig Kunststücke aufführen. Wir alle kennen die Skandale und Tierquälerei rund um die großen amerikanischen Meerestier-Shows wie „Sea-World“ etc. Ich wundere mich ob dies hier wohl ebenso der Fall ist.

Doch viel Zeit zu wundern war nicht, denn prompt lief ein Herr im Neoprenanzug direkt auf Suki und mich zu und fragte ob wir Teil der Show werden wollen!!! War ja klar! Da sitzen Tausende Menschen im Open Air Amphitheater und der Kerl findet mich! Hahaha! Naja, auf jeden Fall durften Suki und ich dann mit einem der Seelöwen interagieren. Und ich sage euch eins: was ein massives Tier!!! Wir durften mit dem Bullen singen und kleine Spielchen treiben. Ein total schönes Erlebnis! ...wenn man den fragwürdigen Umgang mit den Säugern hinter den Kulissen ausblendet. Der Inhalt der Show wiederrum war aber wieder sehr freundlich: Wir müssen sie und die Umwelt schützen. Wie machen wir das? So machen wir das! Ein Feuerwerk der Gefühle. Vor allem da wir 300m weiter dann die Ausstellung zu Arktis und Antarktis entdeckten. Nur zur Info: Hier werden gigantische Hallen bei 40°C Außentemperatur auf Pinguin-freundliche Temperaturen heruntergekühlt…um dabei Naturschutz zu bewerben. Aber gesellschaftliche Erziehung zieht halt Investitionen mit sich…oder tut es das?

Wir hatten zum Glück unsere Route durch den Freizeit park so gewählt, dass die anpreschenden Massen an Chinesischen Pauschaltouristen uns nur wenig beeinträchtigten. Nur an der letzten Attraktion, dem gigantischen Aquarium waren wir mitten unter ihnen. Und sie machen ihrem Ruf wirklich alle Ehre. Ungeduldig, rücksichtlos und ja, sogar unverschämt! Drängeln und schubsen, Warnhinweise oder Hinweise auf Rücksichtnahmen der Tiere (z.B. kein Blitz beim Fotografieren) werden einfach missachtet. Nur der persönliche Erfolg zählt. Sich in der Masse durchsetzen und sich nehmen was man will… steckt wohl in der Erziehung dieser Gruppe. Denn es gab leider nur sehr wenige positive Ausnahmen unter ihnen. Was uns dann aber auch bald egal war, denn die Sonne senkte sich schon langsam und wir machten uns auf den Weg nach Hause. Unterm Strich war es ein sehr interessantes und spaßiges Erlebnis! Eine schöne und erfolgreiche Geburtstags-Tour am Ende des Tages!


Zuhause wurde ich dann von Suki und meinen Mitbewohnern noch mit einem Geburstags-Bun überrascht. Ich bin bekannter weise kein Fan von süßen Kuchen und so wurde mir ein gigantische Geburtstags-Dampfknödel überreicht. Im Inneren der Kuppel fanden sich dann mehrere kleine mit Lotuspaste gefüllte, klassische Dampfknödel. Echt Hong Kong Style! Ganze drei Tage aß die ganze Wohnung daran. Eine super Idee und sehr köstlich! Ich danke euch!

 

Nun geht es also in den Endspurt meines Hong Kong Aufenthaltes. Mitte November brechen wir die Zelte ab und als nächstes Reiseland steht Taiwan vor der Tür. Zwar werde ich nochmal in Hong Kong vorbei schauen, doch die Veränderung ruft wieder einmal. Auf in’s Abenteuer! Bist du dabei? Ich würde mich freuen!

 

Bis bald, dein Schilli


Funfacts

- Auf Po Toi steht altes Haus im Dschungel, in dem es angeblich spuken soll. Viele Warnschilder versperren einem den Weg dorthin…Mo’s Old House, eine alte Schule, hat viele böse Geschichten zu erzählen. Gespenstisch.

- Nach der Nacht auf Tung Ping Chau und der Wanderung war ich richtig müde. So legte ich mich eben auf dem Pier schlafen. Nichts geht über 10 Minuten power-napping!

- Suki und ich bereiten uns fleißig auf unsere Taiwanreise vor. Dieses Mal soll das Zelt mit uns so besorgen wir uns gerade die richtige Ausrüstung um dort hin und wieder auf Mehrtagestouren in der Natur nächtigen zu können.

- Ich habe einen neuen Haarschnitt! Diese Mal hat Suki sich gewagt und ist ab nun meine persönliche Hairstylistin.

- An meinem Geburtstag lud uns Peter, mein Mitbewohner, zu einem traditionell chinesischen Abendessen in ein schönes Restaurant ein. Richtig lecker! Ich danke dir herzlich, lieber Peter und liebe Joey!



Kommentar schreiben

Kommentare: 0