#60 | Menschen wie Berge & Meer | 796. Reisetag

„People mountain, people sea“, so kann man den kantonesischen Ausdruck wörtlich übersetzen. Er drückt eine Menschenmasse aus, auf welche man hier, in einer der bevölkerungsdichtesten Regionen der Welt, gerne einmal trifft. Man ist Teil davon. So wie ich: Schilli hier! Mal wieder habe ich euch ein paar Eindrücke und Geschichten aus meiner temporären Heimat Hong Kong mitgebracht. Ich habe Besuch bekommen! Meine ehemalige Kollegin Sabrina startet ihre Asienreise mit einem Besuch bei Suki und mir. Doch faszinierend wie immer wieder einige meiner Freunde doch den Aufwand auf sich nehmen und in ihrer Freizeit oder beruflich den weiten Weg nach Hong Kong antreten. Natürlich bereitet so ein 10 Stunden Direktflug aus Deutschland wesentlich weniger Umstände als die zwei Jahre, die ich hier her benötigt habe. Und auch ich habe dabei die Vorzüge moderner Technik genutzt. Erstaunlich wie klein die Welt geworden ist. Wie krass muss wohl das Reisen noch vor 100-150 Jahren gewesen sein… Verrückt!

Nicht so Fremd/enFührer

Natürlich zeigte ich Sabrina die coolsten und interessantesten Ecken der Stadt und der Umgebung, habe aber auch die Gelegenheit beim Schopfe gepackt um Neues zu erkunden. So nutzen wir zum ersten Mal die Fähre die gleich 200 Meter hinter unserer Wohnung den Viktoria Hafen überquert. Zuvor war irgendwie nie die passende Gelegenheit da. Aber so ist es nun einmal, die nahegelegensten Dinge gehen immer irgendwie unter. So treffe ich immer wieder auf staunende Augen und offene Münder, wenn ich gestehe, dass ich noch nie in Paris war. Bis nach Hong Kong habe ich es geschafft, aber nie in den TGV der in meiner deutschen Heimat quasi ums Eck für relativ „kleines“ Geld direkt in die weltbekannte Metropole fährt. Die Fähre legt in Hong Kong Island, in einem Distrikt etwas weiter entfernt vom Stadtzentrum, an. Hier stehen massenweise die für Hong Kong berüchtigten gigantischen Wohnkomplexe. Selbst nach 4 Monaten komme ich immer noch nicht damit klar wie viele Menschen hier zusammengepfercht leben. Und ich bin nun einer davon… Doch gibt es hier auch eine wunderschöne Hafenpromenade und Parkanlagen. Wer’s hat, der hat’s!

Sabrina hatte entweder Glück oder die Sonne im Reisegepäck. Das erste Wochenende hatten wir nach Wochen endlich wieder Sonnenschein. So schwangen wir uns in festes Schuhwerk und probierten gemeinsam einen weiteren Wanderweg aus. Es ging auf betretene Pfade, zum wohl beliebtesten Wanderweg für Touristen auf Hong Kong Island. Den sogenannten „Drachenrücken“. Dieser wird in vielen Reiseführern on- und offline beworben. Doch wollten wir der Wanderung etwas individuelle Würze verleihen und so wählten wir den Startpunkt etwas unkonventionell. Wir durchquerten einen gigantischen Friedhof am Rande der Stadt. Dieser ist traditionell in Stufen in den steilen Berg gehauen und in diesem Fall christlicher Natur. Von dort ging es auf ein kleines Plateau,  durch einen Bambuswald entlang eines steilen Hanges in Richtung eines kleinen Gipfels, nach welchem wir dann auf den Bergkamm trafen, der den bekannten Wanderweg beherbergt. Wir haben uns also die erste Hälfte unserer Wanderung abenteuerlich durch das Dickicht geschlagen und spannende Passagen überquert. Die zweite Hälfte bestand dann aus gut präparierten Pfaden, phantastischen Aussichten und am Ende einen von Hong Kongs beliebtesten Badestränden. Shek O Beach liegt am Rande eines ehemaligen Steinbruchs und bietet neben dem großen Badestrand auch präparierte Kletterrouten direkt am Meer. Doch leider war der Stand so prall gefüllt mit Menschen, die an jenem sonnigen Sonntag eben auch eine Runde planschen gehen wollten, dass es für mich total die Stimmung zerstörte. Sicher ein geiler Strand mit wahnsinnig schönen und spannenden Felsen, doch nur wenn deutlich weniger los ist. Dennoch war ein Sprung ins Meer nach der doch recht hitzigen Wanderung obligatorisch und wertvoll.


Sabrina und ich zogen auch etwas durch die Stadt. Wir statteten einen sehr coolen und kleinen Museum einen Besuch ab. Ein Wohnkomplex aus den 60er Jahren wurde revitalisiert und beherbergt nun eine Jugendherberge sowie eben jenes Museum, dass die Wohnsituation in Hong Kong während der Industrialisierung sehr plastisch beschreibt. Ein kurzer, aber Eindrucksvoller Besuch. Ich führe Sabrina und ihre Berlin-Bärin Elise (ihr Reisemaskottchen) natürlich auch zu den besten Aussichtsplätzen der Stadt, doch überließ ich es den Beiden selbst, die touristischen Highlights zu erkunden. Hong Kong ist stark auf Tourismus ausgelegt und man findet sich relativ schnell und einfach zurecht. Wer weiß wie man den Fängern von Abzockern entgehen kann, ein paar Tipps auf der Hand hat, der braucht in Hong Kong keinen Begleitschutz.

Fahrradtour durch Hong Kong

Am zweiten Wochenende schwangen wir uns auf den Drahtesel. Man mag es kaum glauben, doch in Hong Kong gibt es hervorragende Möglichkeiten für Fahrradtouren! Natürlich nicht im Ballungsgebiet. Hier ist das Rad eher ein Problem. Etliche Share-Bike Unternehmen versuchen hier den Menschen ihr Produkt anzubieten, jedoch ist die Stadt null-komma-gar-nicht dafür ausgelegt. Sinnfrei geparkte Fahrräder sind gar großes Verkehrs-, Sicherheits- und Müllproblem. Die neueren Planstädte abseits vom Ballungszentrum hingegen, haben ausreichend und geschickt platzierte Parkmöglichkeiten sowie Fahrradspuren. Zudem sind einige der „Dörfer“ (trotzdem ~650.000 Einwohner und damit mehr Einwohner als Stuttgart!) mit Fahrradwegen durch malerische Landschaften verbunden. Wir fuhren also hinaus und mieteten uns Zweiräder für den Tag. Es ging einen künstlich angelegten Kanal entlang bis hin zu einer großen Bucht. Gemeinsam radelten wir gemütlich die Uferpromenade bis wir den riesigen Park für Technologie & Wissenschaft erreichten. Hong Kongs Antwort auf das Silicon-Valley sozusagen. Ein Komplex aus modernen Gebäuden und noch moderneren Laboratorien werden von diversen Universitäten und globalen Unternehmen für ihre Forschung & Entwicklung genutzt. Auch amerikanische und deutsche „Big Player“ haben hier einen Standort und greifen über Hong Kong viel Wissen, Entwicklungsgeist und Kreativität von Individuen oder Start-Ups aus China und dem Rest Asiens ab. Zwei dieser modernen Technologie-Parks hat Hong Kong zu bieten.

Nach dem Spaziergang durch den Technologie-Park schwangen wir uns wieder aufs Zweirad und radelten durch die schwüle Hitze des Hong Kong Sommers. Wir passierten fein angelegte Parks, Wohngebiete und auch kleine Dörfer, die tatsächlich auch nach mitteleuropäischer Auffassung als Dorf betitelt werden können. Nach ein paar Stunden erreichten wir dann unseren Wendepunkt, einen gigantischen Damm, der einen großen Teil der natürlichen Bucht abtrennt. Der Damm selbst ist heute touristisch erschlossen und eine Attraktion Hong Kongs, doch seine Hauptaufgabe hat natürlich eine außerordentlich wichtigere Funktion. Hong Kong hat ein riesiges Problem mit dem Frischwasserhaushalt. Und das hatte es schon seit die Briten hier gelandet sind. Hong Kong verfügt kaum über natürliche Seen, Flüsse oder Grundwasserreservoirs. Das vulkanische Archipel ist an sich nicht gut für Besiedlung geeignet. Lediglich die politische & wirtschaftliche Sonderposition führen im Laufe der Zeit immer mehr Menschen nach Hong Kong. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Süßwasser immer mehr zum Luxus. Immer mehr arme Menschen (hauptsächlich chinesische Ureinwohner) verdursteten.

So richtete der Britische Gouverneur bereits in den 50er Jahren erste künstliche Frischwasserreservoirs und gigantische Regenfanganlagen ein. Doch auch dies reichte nicht lange aus. So wurde unter großen Zugeständnissen im Jahre 1960 ein Vertrag mit China geschlossen und eine Pipeline vom Dongjiang Fluss, bzw. dem Reservoir in der Nachbarregion Shenzhen, in China nach Hong Kong verlegt. Seit diesem Zeitpunkt hing Britisch Hong Kong also buchstäblich am Tropf der Volksrepublik China. Obwohl heute 16 riesige Reservoirs angelegt und fast die komplette Landfläche Hong Kongs als Regenfanganlage präpariert ist, liefert die Dongjiang Pipeline immer noch 70-80% des Frischwassers. Die rekordreiche Bevölkerungsdichte Hong Kongs ist eben weit über natürlich machbar und diese unglaublich Anzahl von Menschen will eben versorgt werden. Eine Meisterleistung moderner Städteplanung, denn es gibt zwei voneinander getrennte Wasserversorgungssysteme. Alles was nicht zwingend Frischwasser benötigt, wird mit Meerwasser betrieben. So spült auch unsere Toilette mit Salzwasser. Aber nicht das ich probiert hätte…

Zurück zur Fahrradtour, wir waren also am Plover-Dove-Damm angekommen. Er teilt die Bucht eben künstlich in Süß und Salzwasser auf und ist mit ca. 229 729 000 m³ Fassungsvermögen, das zweitgrößte Frischwasserreservoir Hong Kongs. (Das größte legt nochmal 50 Millionen m³ drauf). Auf dem Damm werden Drachen steigen gelassen, im Wasser wird Kajak oder Windsurfing betrieben und es wird als Naherholungsgebiet genutzt. Wie überall in Hong Kong, eingekesselt von wunderschönen, steilen Berghängen. Wir fuhren zurück zur nächsten Kleinstadt, vorbei an einem großen Kloster mit einer noch größeren weißen Statue die aus dem Wald ragt, um dort die Fahrräder abzugeben und die MTR, die Mass-Transit-Railway (U-Bahn) zu nutzen. Da wir schon einmal hier im Norden waren, fuhren wir an die Station die Bahnsysteme von Hong Kong und China verbindet, warfen einen Blick auf die Stadt von Shenzhen und fuhren danach wieder nach Hause. Ein anstrengender Tag mit vielen abwechslungsreichen Einblicken. Wieder einmal! Hong Kong wird wirklich nicht langweilig!

Es gibt nichts, was es nicht gibt!

Nach den paar wenigen Tagen mit gutem Wetter, zog der nächste Taifun heran. So waren nur Kurztrips für uns drin oder wir verbrachten unsere Zeit in geschützten Räumlichkeiten. Zum Beispiel begleiteten wir Esther, eine Mitbewohnerin, zum Fischen. Und zwar im 11. Stockwerk eines Industriegebäudes um die Ecke. Richtig gelesen! Wir nahmen den Aufzug, mieteten uns dort ein paar Angeln und fischten in einem künstlichen Becken nach Krabben. So ein witziges Unterfangen! Wie so oft natürlich alles andere als Artgerecht, nehme ich an, aber richtig spaßig! Das Konzept ist an eine Bar angelegt. Man sitzt gemütlich auf Barhockern am Becken, trinkt Getränke die man auch selbst mitbringen kann und angelt nach Shrimps. Nach kurzer Zeit hatte ich auch den Bogen raus und konnte gute 10 Shrimps erhaschen. Da wir nebenan wohnen, ließen wir diese nicht vor Ort zubereiten, sondern taten dies dann selbst in unserer eigenen Küche. Ein ausgefallenes Konzept das ich gerne wieder erleben möchte!


An einem Wochenende war plötzlich unsere Bude gerammelt voll. Ca. 20 professionelle und semi-professionell Computerspieler hatten sich bei uns eingerichtet. Es findet ein großes eSport Festival in Hong Kong statt. Also eine Meisterschaft im Computerspielen. So lernte ich den einen oder anderen Weltmeister in der ein oder anderen Nischen-„Sportart“ kennen. Peter, ein Mitbewohner, ist selbst international agierender Spieler und hatte Menschen aus aller Welt eingeladen. Total faszinierend die Jungs und Mädels zu beobachten wie sie begeistert und leidenschaftlich dieser mir fremden Welt frönen. Aber nette Leute durchaus! Die ganze Subkultur hinter dem „Gaming“ ist total faszinierend. So wurde ich zum Beispiel in der Küche von einer Dame überrascht, die sich wie eines der Charakter im Spiel verkleidet hatte. Das sogenannte Cosplay (Costume-Play, Kostümierungs-Spiel) wird, mit Wurzel in Asien, weltweit immer beliebter. Hier in Hong Kong sieht man regelmäßig Menschen in aufwändig selbst entwickelten Kostümen ihrem Hobby nachgehen. Teilweise sind diese Kostüme sehr ausgefallen und faszinierend. Doch meistens – ihren phantasievoll programmierten Vorbilden entsprechend – überaus sexistisch. Ein war ein sehr spannendes Erlebnis, über ein langes Wochenende in jene moderne Subkultur eintauchen zu können. 

An einem anderen Tagen besuchten wir das kleine Fischerdorf Lei Yue Mun unweit unseres Wohnortes. Dieses Viertel wird vermutlich hauptsächlich für touristische Zwecke weiterhin sehr rustikal gehalten und bietet immer noch das Zuhause von einigen unabhängigen Fischerfamilien und deren Restaurants. Ein großer Fischmarkt bietet die verrücktesten Kreaturen an und bietet eine besondere Perspektive auf die Wolkenkratzer rund um den Viktoria-Hafen. Danach ging es per Boot und historischer Straßenbahn zum alten Polizeiareal „Tai Kwun“. Eines der wenigen historischen Gebäude, die von der Kolonialzeit übrig geblieben sind. Heute ist es Freilichtmuseum und ein Ort der Kunst. Einige Museen wurden in das Areal integriert und das kulturelle Erbe beherbergt moderne Kunst. Eine schöne Kombination. Wir bestaunten die harmonische Zusammenführung beider Welten und lernten einiges über das historische Hong Kong und seine Menschen. Danach schauten wir noch im großen Hong Kong Park vorbei. Diese Grünfläche inmitten des Stadtzentrums bietet eine kurze Atempause des hektischen Gewusels und wir konnten sogar noch kurz ein Vogelhaus besuchen, welches ein paar der einheimischen Arten dem Besucher näher bringt.


Dann reiste Sabrina weiter. Für sie geht es in die Unterhaltungsstadt, zu den gigantischen Casinos und ehemalige portugiesische Kolonie von Macau. Sie ließ noch ein paar Geschenke wie zum Beispiel Nudelplatten für Lasagne und eine Backmischung für gutes deutsches Brot hier, welches Suki und ich auch zeitnah nutzen werden. Danke dafür Sabrina und gute Reise durch Asien! Suki und ich verachten den Rest der Zeit mit Arbeit und einfachem Leben. Einmal fuhren wir hinaus an das Internationale Kommerz Zentrum. Hier steht das höchste Gebäude Hong Kongs. Mit 484m Höhe ist es aktuell auf dem 7. Platz der Weltrangliste der höchsten Gebäude der Welt. Besonders fasziniert mich die flächendeckende LED Beleuchtung der Fassade, die bei Dunkelheit diverse Inhalte gut sichtbar für quasi komplett Hong Kong Downtown spielt. Doch bestiegen haben wir den Turm nicht. Einfach zu teuer. Es reicht mir persönlich völlig so viel Geld bereits für den Besuch des Burj Khalifa in Dubai liegen gelassen zu haben. Und der Burj Khalifa ist fast doppelt so hoch… Doch direkt neben dem ICC wird gerade eine neue große Parkanlage und Promenade gebaut. Hier wird unter anderem der größte Untergrundbahnhof der Welt gebaut und es werden auch diverse Theater, Museen und Kulturzentren errichtet. Hier ist vieles mitten im Bau und es gibt noch nicht allzu viel zu sehen. Jedoch wollten wir uns eine Fahrt im autonomen Fahrzeug durch das Areal nicht nehmen lassen. Keine leitenden Magnetspulen sondern reine Positionsbestimmung und Sensorik. Sehr faszinierend! Und eine lustige Begleitperson von offizieller Seite gab es zur kostenfreien Fahrt auch noch mit dazu. Ich hoffe das Areal wird noch während meines Aufenthaltes hier in Hong Kong fertig gestellt, dann kann ich euch bestimmt weitere faszinierende Einblicke dazu geben.


Von Bananen & Kohlekraft

Auch an einem der wenigen Wochenenden, an denen Suki nicht arbeiten musste und wir eine kleine Campingtour geplant hatten, machte uns der Regen einen Strick durch die Rechnung. Doch wir ließen uns nicht völlig entmutigen und strebten zumindest eine Tagestour zu einer der Inseln an. Wir nahmen diverse Boote und kamen schließlich auf der Insel „Lamma“, südlich und unweit von Hong Kong Island gelegen, an. Sie ist bei Touristen und Einheimischen als Ausflugsziel in relativer Nähe zum Stadtzentrum sehr beliebt. Doch dank der drückenden Hitze und brennenden Sonnenstrahlen die sich ab und an durch die Wolkendecke kämpfen, waren die Wanderwege nicht überrannt. Wir hatten Großes vor und waren auch schnellen Schrittes unterwegs. So klein ist die Insel nicht, wenn man sie zu Fuß erkunden möchte. Steile Hänge ging es hinauf und hinab. Wir passierten wundervolle Strände und Buchten, sowie dichte Dschungel und herrliche Aussichten. 

Immer wieder tauchte auch das große Kohle- & Gaskraftwerk, welches sich in einer der Buchten befindet, in unserem Blickfeld auf. Hier wird ein großer Teil der Energie für die Wolkenkratzer des Stadtzentrums produziert. Es war eher faszinierend als nervig und die Insel hat davon abgesehen sehr schöne Ecken zu bieten. Kein Ausschlusskriterium für einen schönen Tag in der Natur, doch natürlich strahlt so ein Kohlekraftwerk ordentlich negative Konnotationen aus. Hong Kong produziert so gut wie kaum Lebensmittel. Das Meiste wird importiert. Verständlich, da dafür kaum Platz und Wasser verfügbar ist. Auf Lamma jedoch spazierten wir unter anderem durch eine große Bananenplantage und ein liebevolles Dorf darin. Es fühlte sich quasi an wie in einem Dorf in Vietnam. Ich war überrascht so etwas in Hong Kong zu finden. Nach einem obligatorischen Sprung ins Meer und dem Erkunden einer alten Siedlung, die von der Natur zurückerobert wird, ging es dann zurück ans Festland. Wolken zogen auf und wir tun gut daran schnell wieder Schutz zu suchen. Mal wieder alles richtig gemacht!

Doch ich mache mich nun wieder ans Werk. Von nichts kommt nichts und die Arbeit ruft. Verrückt wie viel Geld man doch, auch wenn ich super sparsam lebe und mir kaum Luxus leiste, in Hong Kong liegen lässt. Allzu viel Sparen ist leider nicht drin. Wer in Hong Kong leben will, der sollte sich darauf gefasst machen, dass man sehr hart arbeiten muss um einen relativ einfachen Lebensstandard gerade so halten zu können.

 

Ich bin dann mal wieder Rödeln! Bis bald ihr Lieben! Ich hoffe mein kleiner Bericht gefällt euch.

 

Euer Schilli



Funfacts

- Am Ende unserer Wanderung auf dem Drachen-Kamm waren wir brotfertig und suchten eine Abkürzung zur Straße, die uns zum Strand bringt. Haben die auch gefunden. Jedoch hat die Karte nicht angezeigt, dass es vom Wanderweg zur Straße eine 10m Klippe hinabzuspringen gilt. Ein Fehler im System. Doch wir folgen dem Zaun an der Klippe für eine Weile und konnten später eine Versorgungstreppe nehmen.

- In der Nachbarschaft meines Bürogebäudes steht „Megabox“. Eines der größeren Einkaufszentrum Hong Kongs. Als ich einmal Zeit totschlagen musste erforschte ich alle 14 Stockwerke und bestaunte die großen und kleinen Sportler auf der olympischen Eislaufbahn im 10. Stockwerk und genoss die Aussicht auf den Viktoria Hafen durch das 30m große Panoramafester.

- Mein Mitbewohner Dai Gau, seines Zeichens Tischtennis Trainer, hat eine Tischtennisplatte in unserer Wohnung installiert. Diese Asiaten und ihre Tischtennis Performance…Krank! Aber macht mega Laune! Auch witzig: Ganze 7m² privates Zimmer aber eine Tischtennisplatte im Wohnzimmer!

- Kürzlich fanden hier auch die Feierlichkeiten zum „Hungrigen Geist Fest“ statt. Das traditionelle Buddhistische und Taoistische Fest beschreibt einen Tag im Mondkalender, an welchem die Geister die Erde bewandern. Gläubige bzw. Traditionelle versuchen diese Geister durch symbolisches Füttern und andere Opfergaben zu besänftigen. Besonders witzig ist, dass die Minderheit der Chiu Chow Volksgruppe große temporäre Theaterhäuser aufstellt und diverse chinesischen Opern und Dramen darbietet. Vor einer Heerschaar leerer Stühle. Denn die Performance gilt ausschließlich der Geister. V.I.G. – Very Important Ghost, sozusagen.



Kommentar schreiben

Kommentare: 0