#55 | Auf 5 Gängen durchs Paradies | 660. Reisetag


Wir sind Schillis-roadbook.com!

Bevor ich dich wieder in die wunderlich wunderbare Welt meines nächsten Reiseberichtes eintauchen lasse, habe ich ein dringendes persönliches Anliegen, welches ich gerne mit dir Teilen möchte. Der Nächste Reisebericht könnte leider bereits einer der letzten Berichte meiner Reise für dich und unserer kleinen Internetgemeinschaft sein… Und dabei ist das Abenteuer noch lange nicht zu Ende!

 

Ich möchte ich dich kurz zur Seite nehmen um dich offen und ehrlich um deine Hilfe zu bitten. Über folgenden Link erfährst du genau um was es geht und wie du teilhaben kannst. Ich danke dir!

Nun viel Spaß beim Reisebericht! =)


Das Adrenalin des letzten Kletterabenteuers in der Ha Long Bucht noch im Blutkreislauf, bestiegen wir den Bus, der uns wieder auf das vietnamesische Festland bringt. Wieder einmal haben Suki und ich beschlossen nicht den Service von Busgesellschaften in Anspruch zu nehmen, sondern uns Stück für Stück den Weg in den Norden, an die chinesische Grenze, selbst zu organisieren. So war unser erster Stopp in Hai Phong. Hier hatten wir ein paar Stunden Aufenthalt. Die touristisch eher unattraktive Stadt bot uns hervorragende Möglichkeiten etwas einkaufen zu gehen. Der große Markt im Zentrum erfreute uns mit klassischen, niedrigen Preisen ohne Ausländer-Aufschlag und sehr freundliche Menschen bedienten uns. Aufgrund des in den letzten Tagen stets gestiegen Konsums von Sonnenblumenkernen, deckten wir uns mit knapp zwei Kilogramm davon ein. Das ist eine ganze Menge! Dann bestiegen wir den Nachtbus. Der Bus war so gut wie leer und wir machten es uns auf unseren Lieblingsplätzen gemütlich. Ganz hinten, untere Sitzreihe. Hier habe ich ausreichend Platz für meine langen Beine, man wird nicht gestört und hat gute Chancen sich auch über zwei oder gar drei Liegesitze zu strecken.

Im Bus trafen wir auf ein französisches Paar, das wir bereits im Bus von Cat Ba gesehen hatten. Wir kamen ins Gespräch und stellten fest, dass Suki und ich ganze 40% an Transferkosten gespart hatten obwohl wir die identischen Leistungen erhalten haben. Es zahlt sich immer aus sich selbst zu informieren und seine Tickets Stück für Stück selbst zusammen zu kaufen. Aber ja, eine Reiseagentur spart Zeit und Nerven… so ist es nun einmal. Wir erreichten unser Ziel in den Bergen Nordvietnams um ca. drei Uhr in der Frühe. Wir hatten mir vier Uhr gerechnet, aber das ist bei der Tageszeit auch egal. Gemeinsam mit den Franzosen setzten wir uns in einen Park der Kleinstadt und machten es uns dort für die kommenden Stunden, bis die Hotels öffnen, gemütlich. Suki war überraschend energetisch, hüpfte umher und tobte sich an den öffentlichen Trainingsgeräten, die im Park fest installiert sind, aus. Nach einer ihrer Runden kam sie zurück und hatte ein Angebot eines Hotels mit dabei. Wir wollten eigentlich bis Sonnenaufgang warten um Hotels aus zu checken, aber eines, welches wir uns bereits im Vorfeld online ausgesucht hatten, bot uns direkt schon ein Zimmer an. Und da sagten wir natürlich nicht nein. So bezogen wir ein Kapsel-Hotel in Form eines Bienenstocks und legten uns aufs Ohr.

Zum Frühstück brach dann auch der Regen über uns hinein. Die nächsten paar Tage sollten immer wieder heftige Schauer über das Bergland ziehen. Kein Problem für uns, so hatten wir genug Gelegenheit unser Vorhaben zu planen. Es galt auch wieder etwas auszumisten, ein weiteres T-Shirt hatte den Geist aufgegeben. Zudem war ich auf der Suche nach einem neuen Pullover. Es ging also erst einmal auf Shopping-Tour durch die Kleinstadt. Top, dass wir uns gegen das von Touristen stark frequentierte Sapa entschlossen hatten und diese noch wenig entdeckte Ecke der Berge in Nordvietnam ausgesucht hatten. Wir trafen freundliche Verkäufer die versuchten mit Gestik und Lächeln ihre Ware an uns zu bringen. Doch fündig wurde ich leider nicht. Es gab leider keinen Pullover in meiner Größe! Das ist fast schon wieder lustig. Dafür jedoch machten wir bei einer Zahnärztin halt. Suki ist selbst freiberufliche Zahnarzthelferin und sie hat aus reinem Interesse einmal nachgefragt was eine professionelle Zahnreinigung hier wohl kosten mag. Und schwupps saß ich schon auf dem Behandlungsstuhl. 50.000 vietnamesische Dong, das entspricht aktuell ca. 1,84€ war einfach ein zu günstiges Angebot als das ich es nicht zumindest versuchen wollte. Es ging recht fix, die Zahnreinigung war nicht besonders gründlich, aber es war auf jeden Fall mehr als nur sein Geld wert. Zudem war die Ärztin enorm hübsch! Was natürlich auch als Pluspunkt gewertet werden muss. Suki gönnte sich an diesem Tag auch noch ihren Luxus, in dem sie ihre künstlichen Fingernägel von einer Nägel-Frau entfernen ließ. Das war nur knapp halb so teuer wie die Zahnreinigung. Verrückt.

Wir gönnten uns frische Frühlingsrollen von einem Marktstand und brachten die Dame hinter dem Tresen in großes Entzücken, da wir nur eine Frühlingsrolle bestellten, verspeisten und dann gleich 8 Stück nachbestellten. Wir konnten klar erkennen wie sie ihren Nachbarinnen stolz erzählt wie gut den Fremden ihre Speisen schmecken. Und die Rollen waren auch hervorragend! Diejenigen von euch die meine Berichte regelmäßig lesen wissen auch, dass ich hier dann nicht zum letzten Mal mein Essen besorgen sollte. Zurück im Bienennest planten wir an der kommenden Woche und zogen am nächsten Tag in ein kleines Hotel südlich der Stadt. Das Hotel war eher ein großer Raum aus Holz der diverse Schlafmöglichkeiten auf dem Boden bietet. Das „Privatzimmer“ war bis auf zwei Drittel der Höhe mit MDF-Platten verkleidet und bat eigentlich keinen Komfort. Ist aber auch Wurst, wir suchten das Hotel aufgrund seiner Lage aus. Von hier aus sind es nur ein paar kleine Meter zu einem Motorrad-Verleih. Und der Verleih war ganz schön beschäftigt. Quasi alle Touristen, die sich hier in den Ort verirren haben das gleiche Ziel: Eine Zweiradtour an die Grenze zu China, durch die vielen kleinen Bergdörfer der ethnischen Minderheiten. Nach unserer Panne in Cat Ba, entschlossen wir uns hier auf Service, Qualität und Sicherheit zu gehen und buchten uns beim renommiertesten Motorradverleih der Stadt ein. Am nächsten Morgen in der Frühe stapften wir dann die letzten Meter in Richtung unseres Zweirads. Wir konnten unsere großen Gepäckstücke im Shop lagern und bekamen eine ausführliche Einweisung in Gefährt und Routen. Wir hatten uns für eine 150cc Maschine mit Semi-Automatik entschieden. Zum Glück hatte ich in Phong Nha bereits meine ersten Erfahrungen mit dieser Art von Gangschaltung erworben. Vor Abfahrt ließen wir von den hauseigenen Technikern noch dies und das am Roller austauschen oder reparieren und wir schwangen uns auf den Sattel. Die nächsten 4-5 Tage werden wir durch das Gebirge preschen! Auf geht’s!

WRUMM! KNATTER! WOW! YEAH!

Es ward vollgetankt und die erste Etappe geplant. Das Wetter spielte nur mäßig mit, es war immer noch bewölkt und je weiter wir die Berge erklommen, so kälter wurde es auch. Aber zumindest regnete es nicht. Nachdem wir die ersten wundervollen Pässe überquerten und unter anderem die Feen-Brüste, zwei wie wohlgeformte Brüste aussehenden Hügel, begutachteten, wurde ich mit der Gangschaltung immer vertrauter und es lief sehr flüssig. Was ein Spaß! Wir waren so beeindruckt von der Schönheit der Gegend, dass wir prompt ein paar Kilometer in die falsche Richtung fuhren, aber was bedeutet schon „falsch“… wir haben lediglich eine „besondere“ Route genommen. Wir legten am Ende des „neuen“ Weges eine Ananas Pause ein, fuhren zurück zur Route und passierten wundervolle Dörfer, massenweise halbwilde Tiere und breit lächelnde Menschen. Die Gegend mit Worten zu beschreiben wage ich nicht, doch wenn ihr möchtet, könnt ihr Bildchen und das Video schauen, es lohnt sich. Ich würde sogar sagen, dass hier die schönste Ecke von ganz Vietnam liegt. Das liegt aber natürlich im Auge des Betrachters selbst. Überall wo wir auf Menschen trafen, waren auch haufenweise Kinder unterwegs, die entweder Arbeit verrichteten oder miteinander in der Natur spielten. Für die Kids waren wir eine große Attraktion und wir genossen die Zeit mit ihnen. Wir trafen eine kleine Gruppe europäischer Damen, die auch mit Rollern unterwegs war, wie sie eine Herde Kinder mit Süßigkeiten ausstattete. Die Geste ist natürlich sehr schön und die Absicht nur die Beste, doch ist es wirklich das Richtige die Kinder vom Land mit industriell gepanschten Süßigkeiten einzulullen? Natürlich freuen sich die Kinder über einen Schokoriegel, den sie sich sonst nie leisten könnten bzw. gar keinen Zugang haben. Allerdings leben die Kinder unter Umständen, in denen weder Zahnbürste noch Zahnarztbesuche zum Alltag gehören und da führt der Schokoriegel schnell zu Karies.


Über 20 verschiedene ethnische Minderheiten bestellen das karge Land auf dem Hochplateau zwischen China und Vietnam. Sie sind vor allem durch ihre farbenfrohe Kleidung zu unterscheiden und Fremden gegenüber sehr offen und hilfsbereit. Hier und da laden sie auch zu Besichtigung ihrer Manufakturen ein. Sehr stolz zeigte uns eine Gruppe Damen wie sie aus Holzfasern Kleidung und weitere Gegenstände herstellen. Und das OHNE uns etwas andrehen zu wollen. Lediglich den kleinen Hinweis darauf, wo im Dorf wir einen Shop finden um Sachen zu erwerben, gaben sie uns mit auf den Weg. Die Provinz Ha Giang, die wir erkunden, gehört zu den ärmsten Provinzen Vietnams. Die Infrastruktur ist ausgesprochen dünn. Die Dörfer sehr klein und weit voneinander entfernt. Es gibt kaum Industrie und die wenigen Produkte, die nicht aus der Selbstversorgung stammen, sind Abfall- oder minderwertige Produkte von jenseits der Grenze zu China. Wir hörten sogar, das Lehrkräfte wohl stundenlange Märsche von Dorf zu Dorf auf sich nehmen und Kinder, Jugendlichen und auch Erwachsenen eine Schulbildung zu ermöglichen. Wenn man als Tourist diese Region besuchen möchte, ist man sogar dazu verpflichtet eine Genehmigung der Behörden einzuholen. Sozusagen ein Inlands-Visum. Das macht die ganze Angelegenheit natürlich nochmals abenteuerlicher und spannender.


Wir erreichten unser Etappenziel noch vor Einbruch der Dunkelheit. Das kleine Dorf Du Gia (gesprochen: SuSa). Ein malerisches Dörfchen in einem Tal, das Peter Jackson ebenso für seine Trilogie der Tolkien-Reihe hätte auswählen können. So schön! Wir hatten enormes Glück, denn eine Herbergsmutter stellte uns eine eigene Hütte zur Verfügung. Einen großen Schlafsaal nur für Suki und mich. So schlüpften wir unter das Moskitonetz und freuten uns auf den nächsten Tag. Dieser begann mit einem selbstgemachten Frühstück auf dem Dach der Sanitäreinrichtungen inmitten der saftig-grünen Reisfelder. Unbeschreiblich schön. Dieses Frühstück erinnerte mich emotional an das Frühstück mit Narek in Nepal auf unserem Weg zum Mount Everest. Wohl die zwei schönsten Frühstücksecken, die ich in den letzten 30 Jahren besuchen durfte. Wir hörten von einem kleinen Wasserfall und machten uns auf die Suche danach. Das Beste was uns passieren konnte. Wir besuchten ein winziges und sehr schönes Dorf am Fuße eines Berges und baten ein Kind uns den Weg zum Wasserfall zu zeigen. Kinder sind spitze. Ich zeigte ihnen ein Bild des Wasserfalls mit meinem Smartphone und sie wussten direkt was wir vorhatten. Sie wiesen uns den Weg und waren sofort unsere besten Freunde! Die Route wurde immer abenteuerlicher und herausfordernder doch schließlich erreichten wir den kleinen Wasserfall. Ich war überwältigt. Ein Paradies! Wenig spektakulär aber die Szenerie machte alles so unglaublich schön! Ich hätte Tage hier verbringen können. Natürlich waren wir die einzigen Besucher und auch das Wetter spielte nun mit. Blauer Himmel, grüne Wiesen, formschöne Hügel und klares Wasser, das einen Felsen hinabstürzt. Was kann es schöneres geben! So verdammt friedlich!


Wir hatten nur eine relativ kurze Etappe vor uns. Es ist natürlich immer relativ, denn die abwechslungsreiche Straßenführung und –Qualität lässt Entfernungen mal schnell und mal gefühlt so gut wie gar nicht meistern. Die Sicht zumindest war klar und ich spürte bereits das Bitzeln des nächsten Sonnenbrandes auf meiner Haut. Es ging über diverse Bergpässe und durch faszinierende Täler. Je weiter wir in den Norden kamen, umso krasser änderte sich das Bild. Reisterrassen wichen kargem Felsareal. Die Berge wurden weniger fruchtbar und es war spannend anzusehen wie die Einwohner selbst in den kleinsten Ecken, unter vielen Anstrengungen, clever und erfolgreich Lebensmittel anbauten. Wir waren auf dem Weg nach Meo Vac. Von hier aus ist es ein Katzensprung nach China. Zum Glück liegt Meo Vac im Tal, denn auf der Kuppe des letzten Bergpass ging leider unser Benzin aus. Die Tankanzeige unserer Maschine war hinüber und wir wussten, dass es bald soweit sein sollte, doch wir wollten das Risiko eingehen. Und wer hätte es gedacht: Wir ließen uns die Serpentinen hinabrollen, kamen in das Dorf und der letzte Schwung brachte uns direkt auf die Einfahrt der hiesigen Tankstelle. Perfektes Timing! Wir schlenderten durch das Dorf, genossen allerlei Köstlichkeiten auf dem Markt und ruhten unsere Hintern für den kommenden Tag.

Am Morgen stand nun der berühmteste Abschnitt der Region vor uns. Der berüchtigte und wunderschöne Ma Pi Leng Pass. Er führt von Meo Vac nach Dong Van. Entlang der chinesischen Grenze die westlich von uns auf dem Grad der Bergkette verläuft. Bereits am Abend zuvor haben wir eine Spazierfahrt hierher unternommen um uns den Sonnenuntergang an der Schneise anzusehen, die ein Fluss tief und steil in den Berg gefressen hat. Eine wahnsinnige schöne und tiefe Schlucht gibt es zu bestaunen. An jenem Tag machen wir an diversen Aussichtspunkten der schönsten und gefährlichsten Passstraße halt. Nachdem wir ein sozialistisches Monument, welches natürlich auch hier nicht fehlen darf, besucht hatten, beschlossen Suki und ich ein weiteres Abenteuer in Angriff zu nehmen. Wir kletterten einen der Karstgipfel hinauf. Und wenn ich klettern schreibe, dann meine ich nicht wandern. Es ging teils senkrecht den Kalkstein hinauf. Teilweise durch Gestrüpp, welches enorme Gefahren beim Klettern darstellen kann. Behutsam stiegen wir auf. Suki wuchs wieder einmal über sich hinaus und nach einer Stunde hatten wir den Gipfel erreicht. Der fantastische Ausblick belohnte die Mühen und eine Ananas auf dem Gipfel tat uns mehr als gut! Zum Abstieg konnten wir eine wesentlich einfachere Route finden. Wenn man am Berg steht, sieht man eben oft nicht jede Möglichkeit. Es ist immer eine Frage der Perspektive und Geduld bis man den für sich am besten geeigneten Weg findet… und dann… im Nachhinein, findet man trotzdem noch einen besseren. So spielt das Leben eben. Wichtig ist lediglich, dass man irgendwann los geht…


Die Schmerzen im Gesäß wurden immer heftiger. Klar, wir verbrachten ja auch eine Vielzahl von Stunden im Sattel und manövrierten das Zweirad über stellenweise sehr holprige Wege. So pausierten wir in einem Dorf und wollten uns eine große Portion Reis gönnen. Doch irgendetwas war mysteriös. Wir klapperten ganze 5 Restaurant-Buden ab bis wir eines der lokalen Reisgerichte bekommen konnten. Später stellte sich dann heraus, dass eben jenes Dorf in der Region für die spezielle Nudelproduktion bekannt ist. Die Restaurants führten also fast alle ausschließlich jene hausgemachten Nudeln. Und wir fragten überall nach Reis! Hahaha. Die armen Menschen… sie sind so stolz auf ihre Nudeln und wir lehnten jedes Angebot ab, da es uns nach Reis war. Ups. Hätten wir das einmal vorher gewusst… In der nächsten Kleinstadt schlugen wir dann wieder unser Nachtlager auf. Wir kamen in einem sehr netten kleinen Hotel unter und erkundeten die Stadt. Ich legte mir hier eine neue kurze Hose zu, die ich zufälliger Weise gerade beim Schreiben dieses Berichtes trage. Mein praktisches Souvenir aus den Bergen sozusagen. 

Dann waren wir wieder auf dem Weg zurück nach Ha Giang Stadt. Immer noch hatten wir bestes Wetter. Es ging sogar soweit, dass ich meinen Schlauchschal als Maske gegen die UV-Strahlen tragen musste. Das Glück war also mit uns. Es ging über Bergpässe und entlang von Flüssen und durch tiefe Schluchten zurück. Natürlich hatten wir einen Rundweg gewählt und wir bekamen stets neue Gesichter der Landschaft zu sehen. Eine ausgesprochen faszinierende und schöne Tour hatten wir nun fast hinter uns. Vielleicht eines der tollsten Touren die ich auf meiner Reise soweit unternommen habe. Mehr als empfehlenswert... Wenn du also jemals nach Vietnam kommst, dann dränge ich dich quasi dazu, diese Erfahrung selbst zu machen, es lohnt sich! Und vielleicht wirst auch du, wie wir, mit dem letzten Tropfen Benzin im Tank sowie einem zufriedenen und begeisternden Lächeln im Gesicht das Zweirad wieder beim Verleih abgeben...

 

Ich kann viel erzählen, stimmt. Deswegen habe ich euch amateurhaft ein kleines Video von unserer Tour zusammen geschnitten. Kein Konzept, keine Dramaturgie, lediglich ein paar Impressionen zusammen geklatscht. Viel Spaß beim Anschauen. Ich freue mich auf eure Kommentare!

Lass' Ruh' einkehren...

Zurück in Ha Giang bezogen wir wieder ein anderes Hotel als die beiden, die wir vor der Tour nutzten. Es soll eben immer ein bisschen Abwechslung geben, korrekt?! Das neue Hotel liegt unweit von unserem Lieblingsrestaurant. Quasi um die Ecke. Im Restaurant gibt es nur ein Gericht mit dem Namen “berühmter Reis”. Reis mit einer Kombination aus diversen vegetarischen und auch fleischhaltigen Beilagen. Eine Portion reicht locker für zwei Personen und kostet kaum mehr als einen Euro. Zudem ist die Besitzer-Familie, besser gesagt der 10-12 Jahre jung Bube, der uns stets bediente, herzallerliebst. Suki und ich beschlossen noch ein paar Tage in den Bergen zu bleiben bevor die Hektik der Großstadt von Hanoi wieder über uns hereinfällt. So nutzte ich die Zeit um an den Berichten zu arbeiten und meine Mediendateien zu sortieren. Leider hat meine Action-Kamera die Tour nicht überlebt. Ich verbrachte Stunden damit, die Kamera selbst zu reparieren bzw. die Ursache heraus zu finden. Und ich brachte sie tatsächlich wieder zum Laufen! Hurra. Doch leider war sie dann nicht mehr ansatzweise „Action“. Wassertauglichkeit war hinüber und mittelstarke Erschütterungen führen dazu dass sie wieder ausfällt. Das Ding hatte also seinen Dienst getan und das zeitliche gesegnet. Zu schade. Nun bleibt mir nichts außer meinem Handy um Eindrücke für mich und euch festzuhalten. Aber so ist es… Verschleiß gibt es immer.

Dann ging es auch daran sich um die nähere Zukunft zu kümmern. Ich hatte ja das Jahresvisum für Hong Kong inklusive einer beschränkten Arbeitserlaubnis erhalten. So startete ich die Kontaktaufnahme mit Freunden und ehemaligen Arbeitskollegen. Und was soll ich sagen… Ich bin überaus dankbar all jenen die mich unterstütz haben, vor allem meinem ehemaligen Arbeitgeber marbet (www.marbet.com). Denn in nur in ein paar wenigen Tagen konnte ich meine Bewerbungsunterlagen digital nach Hong Kong senden und wurde direkt zu einem Bewerbungsgespräch geladen. Das lief überraschend einfach und flüssig. Herzlichen Dank euch allen! Ich bin gespannt und gebe natürlich mein Bestes! Bitte drückt mir die Daumen. Es gilt sich also auf die nächste Station und Phase meiner Reise vorzubereiten. Dazu gehört es auch sich neu auszurüsten. Bürotaugliche Kleidung und andere Dinge sollten besorgt werden. Mit vier Hosen und wandertauglichen Hosen und Schuhen komme ich in Hong Kong nicht weit. So zogen wir mehrfach durch die Stadt, doch konnten so gut wie nichts in meiner Größe finden. So verschieben wir das eben auf die Hauptstadt. Auch ließ ich mir hier im Dorf noch die Haare schneiden, denn günstiger wird dies nirgends sein (ca. 2€). Und natürlich schauten wir auch wieder regelmäßig bei unserer Freundin am Frühlingsrollen-Shop vorbei. 

Die letzte Station

Ich fiel aus den Socken! Während ich an einem der Berichte saß kam Suki von einer Besorgungstour zurück und sie schenkte mir eine Armbanduhr!!! So cool! Ein paar Tage vorher hatte ich mit dem Gedanken gespielt mir eine Armbanduhr bei einem kleinen Händler aus den Bergen als funktionelles Souvenir zu kaufen, mich dann aber doch dagegen entschieden. Das Geld ist für die Besorgung einer neuen Kamera besser aufgehoben. Doch Suki machte mir eine überaus große Freude damit! Herzlichen Dank!!! Ich liebe die Uhr! Dann saßen wir auch bereits im Bus. Es wird die letzte längere Busfahrt für eine ganze Weile sein. Regen empfing uns auf dem großen zentralen Busbahnhof in Hanoi. Ein Linienbus brachte uns in das Touristenzentrum und ich konnte Suki die Stadt etwas zeigen. Wir verbrachten eine Nacht in einem Mehrbettzimmer im Hostel und zogen daraufhin in eine Wohnung, die wir uns bei Air-BnB gebucht hatten. Als letzte Unterkunft hatten wir uns noch einmal etwas Besonderes gegönnt. Vor allem in Hinblick auf die minimalistischen Wohnungen in Hong Kong, haben wir uns ein geräumiges und wohl ausgestattetes Studio für einen überraschend günstigen Preis heraus gelassen.

Suki war selbst noch nie in Hanoi und wir besuchten ein paar der wenigen Sehenswürdigkeiten der Stadt, wie den großen Samstagabend-Nachtmarkt oder die offene Kunstgalerie an dem Bahnviadukt zum Beispiel. Doch Priorität war, dass ich mich für Hong Kong vorbereite. So fragten wir einen Studenten wie wir an günstige Klamotten und zu großen Shoppingmalls kommen. So verbrachten wir ganze sieben Stunden in Hanois größter Shoppingmall. Da wir in unserem Studio auch eine Küche hatten, besorgten wir auch etliche Lebensmittel. Wir waren am Schluss so vollbepackt, dass wir uns – wie die Reichen – , für 4€ ein Taxi gönnten. Doch wurde ich auch auf dem Markt und bei diversen Straßenhändlern, auf die ich in kleinen Gassen traf, fündig. Die Shoppingtouren waren sehr erfolgreich: 3 kurze Hosen, 3 lange Hosen, 3 Hemden, 6 Paar Socken, 4 Unterhosen, 2 Pullover, 5 T-Shirts, 3 Paar Schuhe, 1 Handtuch und diversen Kleinkram konnte ich für unter 150€ ergattern. Das ist krass oder? Ich weiß dass immer jemand den Preis dafür bezahlt…ob es die Arbeiter sind oder/und die Qualität der Produkte… ich legte mir das Zeug mit gemischten Gefühlen zu, denn die Schnäppchenjagd hatte natürlich auch großen Unterhaltungsfaktor.


Nun warten wir also am Gate. Der Flieger ist angedockt und ich bin gespannt in was für ein neues Umfeld mich dieser bringen wird. Es steht ein neuartiges Abenteuer für mich an. Wie komme ich in der Megametropole klar? Was für Herausforderungen stehen vor mir? Welche tollen Erlebnisse und Dinge warten auf mich? Ich werde mich hinein stürzen und euch natürlich ausgiebig darüber informieren. Ich hoffe ihr seid genauso gespannt wie ich. Bis bald ihr Lieben! Euer Schilli


Funfacts

-你好,很高兴认识你 / Suki und ich haben angefangen über eine Smartphone App die Sprache des gegenüber zu lernen. Natürlich tue ich mir überaus schwer mit Mandarin! Suki riet mir ab Kantonesisch zu lernen. Mandarin sei viel nützlicher.

- Überall wo Kinder unterwegs sind fühle ich mir wie ein Superstar. Diese grüßen voller Enthusiasmus und bitten um High-Five.

- Der Morgen im zweiten Hotel in Ha Giang bot eine Überraschung. Keine 70cm neben mir arbeiteten Bauarbeiter an der Wand außerhalb des Gebäudes. Früh um 6 Uhr wohlbemerkt. Guten Morgen!

- Suki und ich aßen jeden Tag eine Ananas… Und das über ganze 16 Tage hinweg!

- Mit einem kleinen Trick umgingen wir das notwendige Visum für die Provinz Ha Giang … psst … nicht weiter sagen…

- Im letzten Hotel in Ha Giang vergaßen wir den Schlüssel an der Außenseite unseres Hotelzimmers und wurden von einem spielenden Nachbarskind direkt eingeschlossen! Zum Glück bemerkten die Eltern unser Klopfen sehr zeitnah.

- In Hanoi fand Suki einen Hotelschlüssel von unserer Rollertour in ihrer Tasche. Oha… das war so natürlich nicht geplant. Sorry!

- Bereits bei meinem ersten Besuch in Hanoi verfiel ich dem künstlichen Geschmack eines grellblauen Eisgetränkes. Und Suki tat es ebenso…nur war es der Schoko-Geschmack, der sie dazu brachte jeden Tag eine kleine Portion davon zu konsumieren.

- Was verkürzt einem die Wartezeit am Sicherheitscheck eines Flughafens mehr als ein halbnacktes Kleinkind in Windeln welches sich einen Besen schnappt und versucht den Boden zu kehren? Richtig. Nichts! Unterhaltung pur. So süß!


Danke auch an Suki für ein paar der Bilder!


Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Ade (linda) Gusti (Samstag, 19 Mai 2018 05:03)

    Hi Schilli, you wrote that amazingly though i have no idea about germany language, but I guess your trip with Suki was wonderful. I always want to visit Vietnam, and your did make me desire to go there soon. T_T. Hope you can release English version and I can read all deliberately. Thanks for sharing, and send my regard for Suki as well. See you both! �

  • #2

    schillis-roadbook.com (Samstag, 19 Mai 2018 09:17)

    Hi Ade, thank you very much! I can highly recommend to visit this part of Vietnam!

    Unfortunately I do not have the time to keep up translating to English. But there's a quite helpful tool developed from an American based corporation that is free and assists you to understand the major points of what I'm talking about.

    You'll find it here:
    translate.google.com ;)