#49 | Der Norden hat es in sich | 562. Reisetag

Die Fahrt in den Norden zog sich etwas. Obwohl diese Straße die zwei größten Städte Laos verbindet ist ihre Qualität minderwertig. Man wird ordentlich durchgeschüttelt und findet nur vereinzelt die Möglichkeit die atemberaubende Landschaft auf der anderen Seite des Busfensters zu genießen. Aber trotz aller Beschwerden, die Fahrt war angenehmer als so manche Busreise in Indien. Viele andere Gäste waren negativ überrascht von der Fahrt und tauschten sich wundernd mit ihren Mitreisenden aus, wie schlecht und ungemütlich die Fahrt sei. Naja, es kommt halt immer auf die Perspektive an. Mein größeres Problem bei der Fahrt war, dass ich mich anfing richtig schlecht zu fühlen. Ich wurde fiebrig und mein Hals fing an zu schmerzen, ja gar anzuschwellen. Nicht gut. Wir hatten unsere Fahrt bis nach Vang Vieng gebucht. Dort fuhren wir mit dem kostenlosen Shuttle-TukTuk ins Dorfzentrum und bezogen eine Holzhütte am Flussufer. Die Hütte war ganz okay, doch buchten wir direkt am Abend ein Zimmer in einem Gästehaus, welches zentraler liegt, etwas mehr Komfort bietet und sogar noch günstiger war. Mir ging es wirklich nicht gut.

Krank unter Koreanern

Vang Vieng ist bei Laos Reisenden für vier Dinge bekannt: das malerische Karstgebirge mit seinen unzähligen Höhlen, den Nam Xong Fluss und seine Nebenflüsse mit blauen Lagunen, Klettersport im Gebirge und Alkohol! Vang Vieng ist immer noch die Partyzentrale Laos und das obwohl im Jahr 2012 die Regierung ganze 24 Bars auf einen Schlag geschlossen hatte. Kurz zuvor sind innerhalb von 18 Monaten 28 westliche Touristen aufgrund Alkoholkonsums gestorben. Sie ließen sich in Autoschläuchen auf dem Fluss treiben und hielten an diversen Bars am Ufer um nachzutanken. Das sogenannte „Tubing“ ist heute immer noch eine große Touristenattraktion im Ort, wird jedoch stärker kontrolliert. Vor allem viele Sprungtürme oder Schaukeln am Ufer wurden gesperrt. Jedoch ist alles in der 25.000 Seelenstadt auf Party ausgerichtet. Für viele junge Rucksacktouristen gilt ein Besäufnis beim „Tubing“ in Vang Vieng als obligatorisch. Ein Koreaner, der seine Reisen im TV in seinem Heimatland erfolgreich vermarkten konnte, hat den zweiten großen Boom für die Kleinstadt ausgelöst. Heerscharen an Koreaner kommen nun hier her und die Bevölkerung hat sich dem sehr gut angepasst. Viele koreanische Schriftzeichen gibt es zu entdecken und der ein oder andere Hotelbesitzer spricht gar etwas koreanisch, habe ich mir sagen lassen.

Ich jedoch, fühlte mich überhaupt nicht nach Party. In der ersten Nacht ging es mir wesentlich schlechter und ich konnte nicht einmal mehr Wasser zu mir nehmen. So stark war mein Hals angeschwollen. Am nächsten Morgen dann zogen wir ins Gästehaus und Suki begleitete mich dann auch direkt ins Krankenhaus. Hier kommt sie also, meine erste Krankenhaus Erfahrung in Asien. Da die Englischkenntnisse der Laoten eher unterdurchschnittlich sind, sah unser Plan erstmal so aus, dass wir in der Krankenhauslobby möglichst hilfesuchend und überfordernd herein blicken, bis uns jemand hilft. Und das war leichter getan als gedacht. Es herrschte großes Chaos. Viele aufgeregte Laoten drängten sich an kleine, gläserne Schalter an der Wand, die jeweils in Sanskrit mit verschiedenen Zeichen kategorisiert waren. Ich hatte keine Ahnung was da abgeht und wohin ich mich wenden sollte. Irgendwann kämpfte ich mich zu einem der Schalter durch. Wie gedacht: kein Englisch. Jedoch verwies mich ein junger Mann einfach die Notfallaufnahme zu marschieren und einen Doktor anzusprechen, der kann vielleicht etwas Englisch. So machten wir es dann auch. Eine Junge Ärztin, die zwar auch nur ein paar wenige Brocken Englisch spricht, nahm sich mir an. Mit einer herausragenden pantomimischen Leistung meinerseits erklärte ich ihr mein Problem und sie untersuchte mich ein paar Minuten. Das Krankenzimmer war wirklich spannend. Instrumente aus Holz, eher minimal sauber und keine Privatsphäre für niemanden. Ich jedoch war froh, dass ich Hilfe bekam. Infection, Bacteria, Penicillin, Fever, Paracetamol, Water, 5 Days! Das war die Diagnose und Therapie, die mir die Ärztin mitteilte. No Malaria, No Denge. Gute Nachrichten also. Die Ärztin drückte mir ein paar unleserliche Zettel in die Hand und schickte mich zu einem Schalter an dem man mir Medikamente aushändigt, wenn ich die Rechnung an einem weiteren Schalter bezahlt habe. So tat ich auch. Und mit 11€ für Behandlung und Medikamente kam ich auch recht günstig weg, denke ich. Auf jeden Fall war ich sehr froh, dass die hochmotivierte Ärztin mich auf einen Weg der Besserung schicken konnte.

In den kommenden Tagen verbrachte ich viel Zeit schlafen. Mein Körper hatte ordentlich mit der Infektion zu kämpfen. Jedoch wirkte das Penicillin recht gut und jeden Tag ging es mir etwas besser. Suki war sehr großartig und kümmerte sich gut um mich. Doch ich fühlte mich natürlich schlecht, ihren Aufenthalt hier etwas herunter zu ziehen, obwohl sie mir dazu keinen Anlass gegeben hatte. Wir entspannten regelmäßig und lange in einem Café, welches nonstop Folgen der erfolgreichen Sitcom „Friends“, aus den Neunzigern, spielte. Vom Glück überwältigt wurde ich, als ich zum ersten Mal wieder feste Nahrung zu mir nehmen konnte. Ein dickes, fettes belegtes Baguette-Sandwich gaben mir Energie und Motivation auch bald wieder etwas zu unternehmen. Insgesamt habe ich das westliche Essen (Pizza & Pasta) während meiner Genesung sehr zu schätzen gewusst, es hätte durchaus schlechtere Orte für meine Krankheit geben können.

Eines Abends besuchten wir einen Nachtmarkt auf dem alten Flugfeld der Stadt. Hier war in den 70er Jahren eine amerikanische Airbase im Zuge des Vietnamkrieges errichtet worden. Der Nachtmarkt wertete mit Attraktionen für Kinder und Erwachsene auf. Ein Art Mini-Jahrmarkt. Es gab eine Hüpfburg, ein kleines Riesenrad und diverse Schießbuden & Co. Besonders interessiert habe ich mir für eine Freakshow. Ja, so wie sie es in Europa auch lange gegeben hat. Bärtige Frau, Mann mit Zwei Köpfen und so… Doch mit gemischten Gefühlen entschieden wir uns dagegen. Ich hatte ehrlich gesagt Angst davor was ich darin wohl sehen werde. Entweder schlechte Imitationen oder tatsächlich deformierte Menschen die zirkusähnlich zur Schau gestellt werden. Das wollten wir dann nicht unterstützen… Jedoch war es ein ganz spannender Abend. 

Als es mir dann viel besser ging, mieteten wir uns einen Roller und düsten durch das Karstgebirge. Naja, düsen ist zu viel gesagt, die Schotterpisten waren von Schlaglöchern übersäht und es war gar nicht so einfach sich über die Wege zu manövrieren. Doch schön war es. Wir hatten zwar nicht das beste Wetter erwischt, jedoch hatten wir eine Menge Spaß! Wir besuchten zwei der Lagunen, die mit diversen Attraktionen auf Touristen warten. So gibt es Sprungtürme mit Lianen, Seilbahnen etc. Bei der ersten Lagune war kaum etwas los und wir verbrachten viel Zeit in dem kleinen „Wasserpark“. Danach fuhren wir zur zweiten Lagunen, die erste touristisch erschlossene in der Gegend und auch die Beliebteste. Hier war dann Halligalli. Hunderte von Menschen drängen sich an das Wasser und den Baum, der als Sprungturm umfunktioniert wurde. Ohne Menschen und Bebauung wäre es wirklich ein schöner Platz am Fuße eines Berges gewesen, doch konnte ich mich hier einfach nicht entspannen. Ich hatte auch gar keine Lust mich hier ins Wasser zu begeben, war doch das Gedränge sehr groß und man würde von den am Ufer stehenden Gästen sinnlos angegafft werden. Doch dies Touristenattraktion hat noch mehr zu bieten.

Von hier aus kann man das spitze Gestein hinauf klettern und gelangt zu einem Höhleneingang. Insgesamt ist Vang Vieng ein beliebtes Ziel für Kletterer aus aller Welt. Viele Klettertouren werden innerhalb der Stadt angeboten und zu gerne hätte ich hier ein paar Routen ausprobiert. Jedoch war mein Körper noch schwach und auch die Preise waren nicht ohne. Die Höhle ist weit weniger besucht und auch naturbelassen. Keine künstlichen Lichter außer den Eigenen und kein präparierter Weg. So schlugen wir uns eine Weile durch die Grotten und trafen auch auf eine Tempelanlage, die von einem Fester in der Höhlendecke mystisch angeleuchtet wurde. Weit hinein konnten wir jedoch nicht, da wir mit unseren Flip Flops wirklich nicht für eine Höhlenwanderung ausgestattet waren. Diese Höhle jedoch und die kleine Wanderung/Kletterei dort hin und zurück, haben sich jedoch auf jeden Fall gelohnt und waren den kleinen Eintritt, den man für Lagune und Höhle bezahlten muss, auch tatsächlich wert. Wir schlugen uns weiter mit dem Zweirad durch die fabelhafte Bergregion und passierten gigantische Reisfelder. Zum Abschluss des Tages führte uns unser Weg zu einem kleinen Wasserfall etwas weiter außerhalb. Eine weitere Wanderung stand an und es war wirklich ein nettes Plätzchen an dem Wasserfall, jedoch nach all den großartigen Wasserfällen, die ich erleben durfte, war es leider nicht mehr als „nett“. Zum Sonnenuntergang fuhren wir dann wieder gemütlich zu unserem Gasthaus in der Stadt und genossen die letzten Folgen Friends im Café. Da ich diese Tagestour gut überstanden hatte, zogen wir am nächsten Morgen auch weiter.


Luang Prabang

Es ging per Minivan nach Luang Prabang. Und wir kamen dort auch irgendwann an. Jedoch hatte ich zwischendurch einmal fast die Hoffnung darauf verloren. Um von Vang Vieng weiter in den Norden zu gelangen, muss man ein wunderschönes Gebirge passieren. Hier reichen die Gipfel über 2.000m und sind dicht mit Dschungel bewachsen. Die Straße schlängelt sich attraktiv durch die Berge und Wälder. Doch bei einem der Pässe standen wir erst einmal im Stau um dann herauszufinden, dass die Straße an einer scharfen Kurve den Berg hinabgespült wurde und die Fahrzeuge nun alternativ über eine Schlammpiste den steilen Berg, um die ca. 120° Kurve herum fahren müssen. Und dies geht nur zäh voran, da die Fahrzeuge einzeln herum müssen. Und dies in beide Richtungen. Vor allem diejenigen, wie wir, die hinauf wollen, müssen einige hundert Meter anlaufen nehmen und hoffen, dass der Schwung reicht um die Kurve zu meistern. Das tat es lediglich in ca. 70% der Fälle. Es war jedoch ein großes Spektakel und der steile Abhang der Kurve war gesäumt mit Schaulustigen und lokalen Männern, von dem jeder einen besseren Rat zur Hand hatte wie man das ganze regeln sollte. Sehr witzig. Irgendwann waren wir dann an der Reihe und unser Fahrer preschte in einem Zug durch. Ordentlich durchgeschüttelt und froh aus der Sache heil heraus gekommen zu sein machten wir danach erst einmal an einem Rastplatz halt.

Luang Prabang war Hauptstadt des historischen Königreiches Lan Xang und war auch bis zur Abschaffung der Monarchie im Jahre 1975 Sitz der Laotischen Königsfamilie. Heute ist die Stadt Weltkulturerbe unter UNESCO und damit einer der beliebtesten Touristenziele des Landes. Wir schlenderten nach Ankunft erst einmal quer durch das historische Zentrum der 50.000 Seelen Stadt und fanden schließlich ein wunderbares Gästehaus. Dort trafen wir ein schwules Senioren-Paar aus Deutschland sowie einen Laoten, der bereits seit 30 Jahren in Köln lebt. Wir tauschten viele Geschichten aus und es herrschte eine sehr freundschaftliche Atmosphäre im Haus. Am nächsten Tag besuchten wir einige der Sehenswürdigkeiten der Stadt und liefen über die Märkte bei Tageslicht und Dunkelheit. Die Stadt hat einen sehr angenehmen Charme. Es fühlt sich etwas französisch an mit einer ordentlichen Portion traditionell laotischen Treibens. Es hat mir sehr gut gefallen. Suki kam auf dem Nachtmarkt ordentlich in den Kaufrausch, denn es wurden viele tolle handgemachte Dinge angeboten. Ich selbst halte mich da ja etwas zurück. Wenn ich etwas nicht dringend brauche, dann brauche ich es nicht. So einfach ist das. Ich habe kein Geld und kein Platz für Souvenirs, Accessoires oder andere Luxusgüter. Na gut, Zigaretten sind immer drin. Und hier in Laos gibt’s die Schachtel ja bereits für 0,18 €!

Zutritt verboten!

Nach harten Verhandlungen bestiegen wir eines der Kleinbusse flussabwärts des Mekong. Es machte sich einmal wieder bezahlt die Tricks und Preisgestaltung von den hiesigen Einwohnern gegenüber Touristen zu kennen. Wir fuhren ca. eine dreiviertel Stunde durch den Dschungel um DIE natürliche Attraktion der Region zu besichtigen. Wir mussten den anderen Mitfahrenden jedoch verschweigen dass wir lediglich 35.000 Kip bezahlen und mussten dem Fahrer das Geld auch in einer Geheimaktion geben. Die anderen Gäste zahlten ganze 180.000 Kip. Dann kamen wir schließlich an. Zuerst führte uns unser Weg durch die Gehege einer Bärenauffangstation. Hier konnten wir viel über die hiesigen Bären lernen und die Informationen, sowie die Anlage an sich, wirkten auf mich außerordentlich authentisch und ich habe das Gefühl, dass den Bären hier wirklich Gutes getan und der Mensch hier sehr gut für Arten-, Tierschutz und Tierrechte sensibilisiert wird. Damit hatte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Dann erreichten wir unser Ziel. Über schön präparierte Wege bogen wir um ein Eck und da hörten und sahen wir bereits die ersten Wasserfälle des Kuang Si Wasserfall Komplexes. Kleine und große terrassenartige Pools, sogenannte Travertinen, fangen das türkise Wasser auf und es bieten sich traumhafte natürliche Bäder zum planschen und Fotografieren. Es gibt nämlich unzählige davon.


Natürlich ist dieser Wasserfall sehr beliebt und es sind einige Leute hier unterwegs, jedoch ist die Parkanlage so groß, dass sich das Ganze etwas verläuft. Zumindest als wir dort waren, war es angenehm. Und die fantastische natürliche Gestaltung, wie sich das Wasser den Weg über die diversen Ebenen bahnt, ist unglaublich schön! Teile des Komplexes lassen sich aktiv beschwimmen und beklettern, andere sind heilig oder dürfen aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden. Ich nehme auch an, dass bei manchen Stellen auch das Baden verboten ist, um tolle Fotomotive bieten zu können. Aber das ist vollkommen in Ordnung. Es bietet sich genug Gelegenheit um das kühle Nass und die natürlichen Pools zu genießen! Und wir hatten bestes Wetter. Perfekt. Wir folgten dem beplankten Weg den Travertinen hinauf und kamen schließlich am Hauptwasserfall an. Hier stürzt das Wasser ca. 60m hinab. Hier war dann natürlich um einiges mehr los. Die Menschen drängten sich für Urlaubsfotos auf den installierten Holzbrücken am Fuße des Wasserfalls. Und es ist auch einfach ein unglaubliches schönes Naturwunder.

Ich hatte zuvor im Internet gelesen, dass es wohl einen Geheimpfad hinauf zum Wasserfall geben soll. Also entbanden Suki und ich uns der Menschenmenge und wir stiegen eine kleine Treppe in den Dschungel hinein. Dann führte eine weitere Treppe bergauf. Und schließlich, auf halbem Weg, blickte uns ein „BETRETEN VERBOTEN“ Schild am Rande des Weg an. Der offizielle Weg führt weiter nach oben, jedoch hörte ich, dass es auf halber Höhe wohl eine Bademöglichkeit für gewagte Abenteurer geben sollte. Also stiegen wir über den Stacheldraht-Bambuszaum, am Schild vorbei und kletterten an steilen Felsen und Schlammpfaden in Richtung Wasserfall. Und da war er, der natürliche „Infinity-Pool“ auf ca. 40-50m Höhe des Hauptwasserfalles. Nur zwei weitere junge Touristen hatten sich den Weg hierher erkämpft und badeten bereits im türkisen Wasser. So machten es dann auch Suki und ich. Wir schwammen im Pool, schauten über den Rand die 50m zu den Besuchermassen am Fuße des Wasserfalls und kletterten auf den Felsen innerhalb des Pools. Ein reines Paradies. Unfassbar schön. Die Aussicht über den Dschungel, die Qualität des Wassers und die Schönheit des Wasserfalles… Eine der schönsten Plätze, die ich jemals besucht habe. Suki und ich wagten uns auch unter den Wasserfall und wir fanden eine kleine Höhle dahinter in welcher man sich kurz vor den heftigen Niederschlägen erholen kann. Ich kann euch gar nicht sagen, wie viel Zeit wir an diesem Ort verbracht haben, denn Zeit spielte hier keine Rolle mehr. Ich war einfach nur überwältigt. Irgendwann, auch aus Angst davor erwischt zu werden, machten wir uns jedoch wieder auf den Weg zurück. 


Da Suki mich auch nach Vietnam begleiten wird und auch später, nach einem Monat Aufenthalt und Arbeit in Hong Kong, mich wieder dort treffen wird, beantragten wir ihr ein Visum im Vietnamesischen Konsulat in Luang Prabang. Das befand sich geschickter Weise lediglich fünf Gehminuten von unserem Gasthaus entfernt. Wir genossen diverses Street Food und aßen natürlich viele tropische Früchte. Zwar wurde das Wetter wieder etwas schlechter doch, quasi wie bestellt, klarte es auf, als wir unser letztes Ziel in Luang Prabang besuchen wollten. Wir wanderten auf den Hügel, der sich mitten in der Altstadt befindet und eine Pagode auf dem Gipfel beherbergt um dort den Sonnenuntergang mit Blick auf den Mekong, das Gebirge und die Kleinstadt zu genießen. Luang Prabang ist auch Zentrum des Buddhismus in Laos und es verwunderte mich doch sehr, dass sie uns die alte Pagode beklettern ließen um einen besseren Blick zu erhaschen. Und schließlich, nach 20 Minuten etwa, kam ein kleines Mädchen schließlich und bat alle die Pagode hinabzuklettern. Sie war so süß, keiner Stellte dies auf irgendeine Weise in Frage. Gehört sich ja eigentlich auch nicht…blöde Gruppendynamik. Doch auch unsere Zeit in Luang Prabang lief ab und wir hatten noch vor einen weiteren Ort, nördlich von Laos, nahe der Chinesischen Grenze, zu besuchen. So liefen wir vollbepackt am frühen Morgen die vier Kilometer zum Busbahnhof und bestiegen einen weiteren Minivan der uns in die Berge des Nordens bringen wird.

Hallo Pfütze!

Entlang eines Flusses schlängelte sich unser Minivan durch das Gebirge, das sich Laos und China teilen. Nach ein paar Stunden kamen wir in Nong Khiaw an, einem kleinen Dorf mitten im Nirgendwo. Hier kann man etwas richtiges asiatisches Dorfleben erfahren ohne auf so kleine Annehmlichkeiten wie 24h Elektrizität oder fließend Wasser verzichten zu müssen. Direkt am Fluss buchten wir uns in ein wundervolles Holzbungalow ein und genossen die Sicht von unserer kleinen Terrasse auf das Wasser und die Berge. Doch bereits kurz nach unserer Ankunft verdichteten sich die Wolken und es prasselte Regen auf uns nieder. Und so soll es auch die kommenden Tage bleiben. Zu schade. Gibt es doch hier viele tolle Möglichkeiten die Umgebung zu erkunden. So hatten wir Wanderungen geplant, die wir leider nicht in die Tat umsetzen konnten.

Auch hatten wir eine Tour mit dem Boot weiter Fluss aufwärts geplant um ein weiteres Dörfchen zu erreichen, welches für seine Handwerkskunst gelobt wird. Aber auch daraus wurde nichts. Doch dieses Mal stand uns die Zeit im Nacken. Leider fahren die kleinen Langschwanzboot nur einmal täglich hinauf, was bedeutet hätte, dass wir in dem Dorf übernachten sollten, jedoch hätten wir es dann nicht mehr rechtzeitig zurück nach Luang Prabang geschafft um Sukis Reisepass an der vietnamesischen Konsulat abzuholen. So genossen wir eben unsere Zeit mit vielen kleinen Spaziergängen, wenn sich ein Regenfenster öffnete. Wir aßen köstliches und unbeschreibbares Essen an einem der Mini-Restaurants neben der Dorfschule und sahen uns gemeinsam mit anderen Reisenden und Einheimischen einen Film in einem der Cafés an. Langweilig wurde es uns also nicht.

Am letzten Abend saßen wir noch erst alleine und dann gemeinsam mit dem Besitzer der Bungalows um ein kleines Lagerfeuer und genossen die Natürlichkeit des Seins. Suki kramte noch ein Stück Fleisch, welches in Bananenblättern gewickelt war heraus und wir hatten endlich die Möglichkeit den Fehlkauf eines unserer Shoppingtouren über die Märkte Nord Laos, zuzubereiten. So fügte sich also eines dem anderen und wir hatten eine schöne Zeit. Gerne komme ich hier her zurück, mit Sonnenschein und mehr Zeit im Gepäck um das kleine Paradies näher zu erkunden. Doch für heute soll es das erst einmal sein.

Suki und ich haben nun einen Gewalttransport vor uns. Wir haben uns spontan dazu entschlossen weit, weit in den Süden des Landes zu Reisen. Ja, sogar bis an die Grenze zu Kambodscha. Ganze 1.350km haben wir in diversen Transportmitteln vor uns und müssen zwischendurch noch den Pass am Konsulat abholen. Ein Trip, von dem ich euch gerne bald erzählen werde.

 

Ich melde mich bald wieder und freue mich enorm auf heißes Wetter und die Abenteuer im Süden des Landes, die mich hoffentlich empfangen werden.

 

Liebe Grüße an euch alle! Euer Schilli


Funfacts

- Die einzige Brücke, die beiden Seiten Vang Viengs verbindet verlangt Maut. Sogar für Fußgänger! Seit dem feiern Suki und ich jede Brücke, für die man nicht bezahlen muss. In Laos gibt es eben fast nichts umsonst.

- Bei einer kleinen Halbtageswanderung, nahmen Suki und ich eine Abkürzung. Was an einem ca. 2-3m tiefen Graben mit Bach endete. Über eine etwa faustdicke Holzlatte „schwebte“ Suki galant auf die andere Uferseite. Und ich dann hinterher… mit dem Doppelten an Gewicht…hat aber gehalten.

- Während ich krank war genoss ich viele Gesundmacher in Form von Fruchtshakes an einer Strandbar in Vang Vieng. Von hier konnten wir die „Tuber“ sehen, die am Ende ihrer Tour angekommen sind. So witzig.

- Laos gehört zu den am meisten bebomten Regionen der Welt. Heute bieten die Einheimischen Schmuck und Werkzeuge aus dem Material der Bomben an.

- Warnschild in Deutschland: „Bleib auf dem Weg. Zerstöre nicht die Umwelt. Gefährlich!“. Ein Warnschild in Laos: „Bleib auf dem Weg. Minen, Bomben und tödliche Schlangen!!!“


Danke auch an Suki fuer ein paar der Bilder!


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