#48 | Schlagt Brücken, nicht Menschen | 552. Reisetag

Der Bus brachte mich zum Busbahnhof von Neu-Sukothai. Sukothai liegt in Zentralthailand und ist an sich eine klassische thailändische Kleinstadt die, außer echtes Leben, nicht so viel zu bieten hat. Erlebenswert ist die historische Altstadt, doch dazu gleich mehr. Ich bezog ein Hostel in Laufnähe und schlenderte über den Abendmarkt Sukothais. Wie fast täglich gönnte ich mir einen frischen Frucht-Shake. Doch leider passte ich nicht auf und vergas zu erwähnen, dass ich meinen Fruchtsaft bitte ohne Salz haben möchte. Das machen die Thais nämlich gerne… peppen ihre Früchte mit Salz auf, was für meinen und viele westlichen Geschmäcker quasi alles versaut. Na toll, dann hatte ich also einen halben Liter fast ungenießbaren, salzigen Fruchtsaft in der Hand. Mein Fehler…

"Grosses Wohlbehagen bewirkend"...

…, das ist die Bedeutung aus dem Sanskrit für „Sukothai“. Ca. 30 Tuk-Tuk Minuten außerhalb der Neustadt liegen die Ruinen des ehemaligen Thai-Königreiches gleichen Namens. In einem Geschichtspark schön aufbereitet befinden sich die Tempel, Regierungsgebäude und Monumente des ersten großflächigen Thai-Königreiches aus dem 13.-15. Jahrhundert. So hatte ich also auf dem Plan einen vollen Tag innerhalb des großen Parks zu verbringen um mich in Thailändischer Geschichte zu bilden. Viele internationale und lokale Touristen mieten sich Fahrräder um den Park zu erkunden, doch ich beschloss mich zu Fuß durch die Geschichte zu kämpfen. Und es war ein herrlicher Tag! Bestes Wetter und zahlreiche beeindruckende Gebäude und Skulpturen ließen die Stunden nur purzeln und schwupps hatte ich bereits 15km unter den Sohlen. Spannend war vor allem die Einflüsse von Hinduismus zu entdecken, die in seiner Zeit noch sehr jungem Buddhismus verschmelzt wurden. Genauso wie heute sind diese beiden Schwesterreligionen oft verschmolzen und die Gläubigen suchen sich je nach Bedarf ihre Schwerpunkte aus. Clever, nicht wahr?!

Neben den historisch-kulturellen Sehenswürdigkeiten hat mir im Geschichtspark und darum herum auch die Parkanlage sehr gut gefallen. Mit viel Aufwand wurde hier ein großartiges Erholungszentrum für Körper und Geist geschaffen. Viele kleine Seen und Tümpel, die von pinken Lotusblüten strotzen, gepflegte satt-grüne Wiesen, Palmengärten und Waldstücke. Sehr abwechslungsreich und schönste Plätze inmitten Jahrhunderte alter Kulturerbschaften, die zum Verweilen einladen. Gerne hätte ich noch etwas Zeit und Geld investiert um die umliegenden Nationalparks und weitere Geschichtsparks zu besuchen, jedoch sollte ich mich langsam in Richtung Grenze bewegen, da mein Visum bald ausläuft. So verbrachte ich noch einen Tag in Neu-Sukothai und bestieg den Nachtbus, der mich in den Isaan, den Nord-Osten Thailands bringen wird.

Udon Thani

Die Region Isaan ist die Ärmste in Thailand und der Massentourismus hat im Gegensatz zu anderen Teilen des Landes noch nicht ganz Fuß gefasst. Es wird hier vorwiegend Landwirtschaft betrieben und auch die Menschen hier sprechen eher das lokale „Isaan“ als Thailändisch. Die Isaaner sind ein sehr stolzes Völkchen, überaus gastfreundlich und nett. Ich hatte meine erste Station in Khon Kaen, eine der größten Städte Thailands. Doch lange hielt ich mich hier nicht auf, sondern ließ mich von einem Bus weiter nach Udon Thani bringen. Und vorneweg: Von der Armut der Region lässt sich in beiden Städten nichts anmerken. Sehr herausgeputzt und modern wirkte die Innenstadt Udon Thanis auf mich. Udon Thani war ein wichtiger Stützpunkt der Amerikaner während des Vietnam Krieges und auch heute bietet die Nähe zu Laos (60km) eine gute Position als Handelsschnittstelle. So besitzt die 150.000 Einwohner Stadt sogar einen eigenen Flughafen und Zugdirektanbindung nach Thailand. Doch Hauptwirtschaftszweig ist dennoch der Anbau von Reis. Die Provinz rund um Udon Thani wird auch als Reiskammer Thailands bezeichnet. Archäologisch ist die Provinz auch sehr interessant, wurden hier doch Funde einer menschlichen Zivilisation gefunden, die bis zu 8.000 Jahre alt sind.

Auf mich wirkte alles aber etwas verschlafen. Ich kam morgens um 7:00 Uhr an und jede Unterkunft, bei der ich Verfügbarkeit und Kosten anfragen wollte, war noch geschlossen. So vertrieb ich meine Zeit mit einem Spaziergang über den Markt sowie Kaffee und Snacks an einem der vielen Buden am Straßenrand. So langsam erwachte die Stadt und ich konnte mein Hostel „Oldie and Sleepy“ beziehen. Meine ursprüngliche Idee war ein gutes, etwas teureres, Hostel zu nehmen um dann mit den Gästen zusammen eine kleine Weihnachtsparty zu schmeißen. Doch leider war nichts los. Nicht in diesem Hostel und auch nicht in anderen. Die meisten Touristen zieht es wohl auf die Inseln oder Strände im Süden des Landes um dort Weihnachten bei 35°C am Strand zu feiern. Doch obwohl das Hostel quasi ausgestorben war, oder vielleicht gerade deswegen, lernte ich schnell neue Freunde aus Udon Thani kennen. Und mit jenen hatte ich sehr viel Spaß. Jeden Abend trafen wir uns und wir spielten ein paar Runden Basketball/Streetball. An einem anderen Abend veranstalteten wir nach dem Sport eine kleine private Grillfeier vor dem Hostel und musizierten gemeinsam bis in die frühen Morgenstunden.


Die Tage in Udon Thani verbrachte ich mit Laufen. Viel Laufen! Die meisten der Sehenswürdigkeiten sind nicht allzu weit entfernt und so habe ich alles zu Fuß bestritten. So besuchte ich zwei schöne Parkanlagen mit Seen innerhalb der Stadt oder machte mich auf um ein Thai-Chinesisches Kulturzentrum und Museum zu begutachten. Ich genoss die Zeit für mich alleine und war ehrlich gesagt froh, etwas Ruhe und keinen proppe vollen Terminkalender mit Touren oder Besichtigungen zu haben. So wurde es für mich ein sehr entspanntes Weihnachtsfest. Mit den Jungs trank ich ein Bierchen und an Heilig Abend gönnte ich mir ein besonderes Festmahl. In einer der Straßen, in denen Sexarbeiterinnen und Ladyboys ihrer Arbeit nachgehen fand ich das Restaurant „Zur Pfalz“. Hier bietet ein deutscher Koch deutsche Speisen an. Natürlich zu deutschen Preisen. So gönnte ich mir Leberkäse mit Spiegelei und gutem deutschen Sauerteigbrot! Ich saß gemeinsam mit einer Gruppe älteren Herren am Tisch und unterhielt mich lange Zeit mit ihnen. Von zehn bis über 20 Jahre Erfahrung in Sextourismus pro Person konnte ich Erfahren wie die Dinge so laufen und war natürlich besonders interessiert in die Schicksale und Hintergründe, die sie in die Arme der käuflichen Liebe trieben. Details erzähle ich dir gerne mal bei einem Glas Wein. Doch als die Herren dann nach dem Essen und diverse Bieren die ersten Prostituierten an den Tisch riefen und in schamloser, ekelhafter Manier despektierlich mit den Frauen, Transvestiten umgingen, entschwand ich der Szenerie. Ich hatte meiner Beobachtungen zum Sextourismus nun die Perspektive der „Nutzer“ hinzugefügt, es war überaus interessant, jedoch auch sehr herausfordernd. Ich fühlte mich fast wie ein Journalist. Was jedoch gesagt werden muss: Die Herren waren zu mir sehr freundlich, teils sogar überaus lustig und sehr großzügig…jedoch war dieser Beigeschmack der Widerlichkeit allgegenwärtig.


Überall in der Stadt war Weihnachtsdekoration installiert. Vor allem an der gigantischen Shoppingmall im Zentrum. Hier wurden sogar ein großer Weihnachtsbaum und Figuren aufgestellt und die Einheimischen feierten dieses Spektakel ganz groß ab. Die lokalen Brauereien nutzen das Fest um mit Live-Musik ihre Marken zu promoten und die Shoppingmall lockt mit günstigen Angeboten. Also im Prinzip fühlte ich mich wie in Deutschland. Und das Hostel war plötzlich auch prall gefüllt. Eine Firmenfeier des Getränkegroßhandels gegenüber fand in den Räumlichkeiten des Hostels statt und so gab es viele nette Leute um mich herum. Die sprechen zwar kein English, jedoch zeigten sie mir auf anderen Wegen, dass sie meine Gesellschaft gerne haben. Ein gutes Weihnachtsfest. Doch nun läuft meine Zeit in Thailand bereits ab. Einen Monat lang habe ich nun den Norden des Landes bereist und natürlich nicht ansatzweise ausreichend gesehen und erlebt. Es gibt wieder einmal viel zu viel zu entdecken. Doch das Visum läuft aus und ich nahm also einen Kleintransporter in den Norden. Die demokratische Volksrepublik und ehemalige französische Kolonie Laos ist mein nächstes Ziel.


Die Stadt die aus dem Dschungel kam...

Mit einem Van ging es zur Thailändisch-Laotischen Freundschaftsbrücke, die die beiden Länder über den Mekong hinweg verbindet. Auschecken in Thailand verlief ohne Probleme und ein Bus brachte mich direkt zur Laotischen Einwanderungsbehörde. Hier füllte ich brav alle notwendigen Formulare füg mein Besuchervisum aus und war fester Überzeugung, dass alles reibungslos klappen wird. Nur leider legten die Herren in der Einwanderungsbehörde großen Wert auf die Schönheit meiner Dollarscheine. Einer war zu alt, der andere zu geknickt und beim nächsten war ein kleiner Riss. Kommt schon! Was soll denn das?! Es handelte sich um 10er und 5er… und nicht um große Summen! Ich fragte sie ob sie Zweifel an der Echtheit haben, jedoch verneinten sie dies. Sie sind einfach nicht schön genug und werden deshalb nicht akzeptiert. Ich hatte bereits schon vor meiner Reise über diesen Faible für Geldschönheit in Asien gelesen, hatte aber an jenem Tag das erste Mal Probleme damit. Glücklicherweise konnte ich den Untiefen meines 65+10 Liter Rucksacks noch ein paar besser aussehende Dollars herauskramen, doch als ich jene abgeben wollte schloss der Schalter zur Mittagspause…so ein Pech…oder besser gesagt, so ein idiotischer Grenzbeamter!

Doch letztlich bekam ich mein Monatsvisum und ich konnte mich durch diverse Barrikaden von Taxiunternehmern, Songtheaw-Angeboten und Tuk-Tuk Fahrern kämpfen. Mit jedem Schritt wurden die Angebote günstiger. Am Schluss lief ich 2 Minuten und konnte den öffentlichen Linienbus für gerade einmal 0,60€ in die Hauptstadt Vientiane besteigen. Vom zentralen Busbahnhof lief ich durch die Koloniale Altstadt zum Touristenzentrum am Mekong. Nach all den Hauptstädten, die meinen Weg bisher kreuzten ist Vientiane mit Abstand die gediegenste. Der Verkehr ist sehr ruhig, auch wenn sie hier wieder auf der falschen „rechten“ Fahren, die Menschen sind eher gelassen und es ist alles sehr überschaubar. Kaum hohe Häuser und einige Grünanlage bzw. Alleen geben der Stadt eine sehr gemütliche Atmosphäre. Böse Zungen würden sogar behaupten sie sei langweilig für eine Hauptstadt. Doch noch wollte ich kein vorschnelles Urteil fällen. Was ich jedoch sagen kann und da wurde ich bereits mehrfach vorgewarnt; Laos ist vergleichsweise teuer. Unterkunft, Rollermiete, Busse, alles ist etwas teurer als in Thailand. Dabei ist das Land um einiges hintendrein was Wirtschaft und Wohlstand betrifft. Doch ich fand ein Hostel zu einem akzeptablen Preis. Ich würde nicht sagen schäbig, jedoch im unteren Viertel meiner Erfahrungen an Unterkünften was die Qualität betrifft.

Vientiane hat eine spannende Geschichte zu erzählen, so war es eine konkurrierende Stadt innerhalb des ersten großflächigen Königreiches im 13. Jahrhundert zur eigentlichen Hauptstadt Luang Prabang, wurde dann von Birma (heute: Myanmar) und Siam (heute: Thailand) erobert und schließlich 1826 von siamesischen Truppen komplett ausradiert. Also wirklich komplett! Die  älteren Gebäude/Monumente, die heute in der Stadt zu entdecken sind, waren fast einhundert Jahre lang als verlassene Ruinen im wiedergekehrten Dschungel verloren. Französische Forscher und Kolonialisten, die Laos als Teil Französisch-Indochinas besetzten, erteilten Vientiane den Status der Hauptstadt, wobei es kaum entwickelt wurde, da Frankreichs Interesse eher auf Vietnam lag. Im zweiten Weltkrieg wurde nach der Niederlage Frankreichs das Gebiet von Japanern übernommen und erst nach der Niederlage der USA in Südostasien übernahmen die Laoten wieder selbst die Macht in ihrem Land. Und ein, wie ich finde, großartiges Erbe der französischen Kolonialzeit: Baguette!!! Zwar reicht es natürlich nicht annähernd an gutes deutsches Vollkornbrot heran, jedoch war es eine große Freude, die mit diversen Dingen belegten Sandwiches mit gutem Baguette zu verspeisen. Endlich wieder „normales“ Brot in ständiger Verfügbarkeit. Und relativ günstig sind diese auch. Verlässt man den Touristenbereich gibt es ein belegtes Baguette-Sandwich mit Fleisch und Gemüse für schlappe 0,30-0,50€!

In den ersten Tagen sparte ich mir die Sehenswürdigkeiten der Stadt zu erkunden, da ich hier auf meine Freundin Suki aus Hong Kong wartete. Sie wird in ein paar wenigen Tagen wieder anreisen und wir planen gemeinsam Silvester in Vientiane zu feiern um danach den Rest von Laos, sowie einen Teil Vietnams zu bereisen. Ich hatte also ausreichend Zeit mich mit den Charakteren des Hostels auseinander zu setzen. Da war zum Beispiel Robert. Robert ist 51 Jahre alt und aus Kalifornien, USA. Er ist auf den Spuren seines Vaters unterwegs, der vor einiger Zeit verstarb und im Südostasien-Krieg für die Staaten unter anderem hier in Vientiane stationiert war. An einem Tag erlebten Robert und ich großes Glück und Sentimentalität. Sein Vater hatte 1972 in frischem Beton seine Initialen und das Jahr  eingeschrieben. Robert war schon seit Tagen auf der Suche danach und plötzlich standen wir darauf…Wie cool ist das bitte?! Ganze 46 Jahre später steht sein Sohn an der gleichen Stelle, wo sein Vater als junger Mann sich in Trunkenheit verewigt hatte! Dann war da noch ein junges, Russisches Ehepaar das mit dem Fahrrad unterwegs von St. Petersburg nach Indonesien ist, auch eine krasse Strecke. Ziemlich nervig war Ansi, ein suizidaler Finne, der mit seinen Problemen und unangebrachten Kommentaren die ganze Gesellschaft herunter zog. So war ich am Ende der einzige, der sich traute dem jungen Finnen mitzuteilen, dass er sich schleunigst professionelle Hilfe und eine Dusche suchen sollte. Denn von Körperhygiene hält er wohl auch nicht so viel… Aber letztlich genoss ich es sehr, mit interessanten Persönlichkeiten und ausgefallen Geschichten meine Tage zu verbringen.


Dann reiste Suki wieder an. Wir schlenderten über den gigantischen Nachtmarkt am Ufer des Mekong und genossen die Livemusik, die zum Silvestercountdown überall gespielt wurde. Dann erkundeten wir die Umgebung per Fahrrad. Wie gesagt ist Vientiane sehr gelassen und das Fahren durch die Stadt mit dem Fahrrad war kein Problem. Wir besuchten ein paar Monumente und zogen unsere Runden durch die Viertel im kolonialen Jugendstil oder durch die moderneren Viertel der Hauptstadt. Alles ganz nett, aber nicht wirklich besonders oder erwähnenswert. Spaß hatten wir über die riesigen Marktflächen der Stadt tagsüber zu schlendern. Hier waren fast nur Laoten anzutreffen und es herrschte reges Treiben. So probierte ich auch zum ersten Mal Hühnerfüße, was leider etwas enttäuschend war. Kann man machen, aber es ist langweilig. In einer kleinen Bude hinter einem Marktstand ließ ich mich dann auch einmal wieder professionell frisieren. Die Dame konnte kein Wort Englisch, aber wir wurden uns schon einig. Ich habe keine Ahnung wie lange ich dort saß, aber die Frau hat sich richtig ins Zeug gelegt. Klar, sie wollte ja nichts falsch machen und sie war sichtlich begeistert, dass sie einen weißen mit hellem Haar frisieren durfte. Kommt wohl auch nicht oft vor…

Frohes Neues

Dann kam schließlich die Silvesternacht. Auch an jenem Abend speisten wir bei Ali aus Pakistan. Ich lernte ihn bereits ein paar Tage zuvor bei einem Bier kennen und wir philosophierten lange über den Pakistan-Indien Konflikt. Er arbeitet als Koch in einer Pizzeria und an jenem Abend verspeisten Suki und ich eine herausragend gute Pizza! Sogar ein Sizilianer, der vorbei schaute, bestätigte die gute Qualität der Pizzen hier. Als Dankeschön spendierte uns Ali noch ein kunstvoll gestaltetes Dessert. Wir schlenderten danach weiter durch die Straßen und hielten an diversen Bars oder öffentlichen Plätzen um die Feierlichkeiten zum Jahreswechsel zu verfolgen. Mal spielte ein DJ auf, mal ertönte traditionelle laotische Musik, mal laotischer Schlager und natürlich auch westliche Popmusik. Witziger Weise fand auf dem großen Platz am Mekong, wo die offiziellen Feierlichkeiten der Stadt ausgetragen werden, heute Abend die Wahl zur Miss Laos statt. Das war natürlich eine gesunde Abwechslung. Auf einer Bühne unter freiem Himmel fand das Casting statt und die Damen legten sich mit Gesang, Interviews und diversen Outfits ordentlich ins Zeug. Das ganze wurde wohl auch im nationalen TV übertragen. Mal wieder bestes Timing für mich. Ich streune durch die Straßen und was passiert da zufällig? Die Wahl zur Miss Laos findet live vor meinen Augen statt…

Den Rest des Abends verbrachten wir in einer Bar, die für Expats, Backpacker und auch Laoten sehr beliebt ist. Sowie natürlich auch bei laotischen Ladyboys. Die Bar befindet sich im dritten Stock und man hat eine hervorragende Aussicht auf den Mekong und die Feierlichkeiten am Ufer. So tanzten wir mit witzigen Menschen, die wie darin trafen und genossen schließlich das Feuerwerk um Mitternacht. Das Feuerwerk war…nun ja…wie soll ich sagen…der finanziellen Situation des Landes angemessen. Doch die Stimmung war gut wir feierten ausgelassen. Doch irgendwann, nachdem wir uns noch einen Nachtsnack an einem der vielen Street Food-Ständen gegönnt hatten, machten wir uns zurück auf den Weg zu unserem Hotel. 


Schlau wie wir sind hatten wir noch einen Brückentag, zum ausschlafen und –katern, eingeplant, bevor wir unsere Reise ins Innere des Landes starteten.

 

So sitzen wir nun im Bus gen Norden. Circa vier bis fünf Stunden sind für die Fahrt angesetzt und ich bin gespannt, was die Laotischen Straßen so hergeben. Ich melde mich bald wieder.

 

Liebe Grüße und für euch alle nochmals alles Herzliche für das Jahr 2018! Euer Schilli


Funfacts

- Nachahmenswert: Die Thais stören sich nicht daran im Schlafanzug abends nochmals was essen zu gehen oder einzukaufen. Man sieht es überall und es sieht sehr gemütlich aus.

- Ich hörte unterwegs, dass wohl eine Gruppe westlicher Touristen in Thailand inhaftiert wurden, da sie sich über den Hund des Königs lustig gemacht hatten. Da verstehen die Thais keinen Spaß. Obacht!

- Die Jungs aus Udon Thani und ich hatten großen Spaß mit einem Karaoke Mikrofon „to go“. Per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden, kann man Popsongs aller Art ins Mikrofon grölen und danach wieder abspielen. Genialer Schachzug der Entwickler, sie haben einen Stimmenmodifikationstool eingebaut. Helium, Darth Vader oder Boxkampfansager…total lustig!

- Die Freier im Restaurant „zur Pfalz“ waren übrigens alle bereits seit Jahren mit Thai-Frauen verheiratet. Sie kaufen sich aber weiterhin regelmäßig „Freundinnen“…

- Laos unterbietet Myanmar. Eine Schachtel Zigaretten gibt es für 0,18 € und eine Flasche Whiskey für 0,90 €. Heiliger Bimbam….

- Als eine Art „Reparation“ spendierte die japanische Regierung der Stadt Vientiane nach der Kolonialherrschaft Busse für den ÖPNV. In großen Buchstaben und der japanischen Flagge steht aufgedruckt: „From the people from Japan“.

- Also wirklich entspannen konnte man bei der Silvester-Hauptfeierlichkeit nicht. Zwar wurde auf einem Food Markt leckeres Essen angeboten, jedoch spielte direkt nach Öffnung eine Hardcore DJane auf und hämmerte übertrieben laute Elektrobeats auf die Salate!


Danke auch an Suki fuer ein paar der Bilder!


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