#38 | Glück & Unglück - So nah... | 412. Reisetag

Nachdem ich das andere Ufer erreicht habe, war ich schließlich in einem neuen Land. Nepal begrüßte mich mit wehenden Fahnen und die Grenze war ganz schön geschäftig. Die Grenze Indien-Nepal ist eine offene Grenze. Inder benötigen kein Visum oder Stempel und können auch relativ frei Handel betreiben. Touristen wie ich werden dann aber freundlich gebeten im Immigrationsbüro vorbei zu schauen. Wobei ich dies eher proaktiv tat und ich mich wohl auch einfach hätte einschleusen können. Da an jener Grenze kaum westliche Touristen einreisen, waren die Grenzbeamten überdurchschnittlich freundlich. Nur kurz debattierten wir ob meine $ 100 Note echt oder nicht sei, dann nahmen die Herren aber das Risiko auf ihre Kappe und ich erhielt mein Visum für 3 Monate. Ach übrigens, die Fahne von Nepal ist die Einzige der Welt, die mehr als 4 Ecken hat und neben der der Schweiz, die einzige die nicht rechteckig ist. Ich frage mich ob es wohl etwas mit der Topographie der beiden Länder zu tun hat?...

Da war ich nun. Noch hatte ich keine Idee wie und wo ich in Nepal mit meiner Tour anfangen sollte. Ich wollte mich gerade etwas mit der Karte auseinandersetzen, da sprach mit höflich der Besitzer eines Teestandes an. Sein Name ist Motif (IN) und er hat mich nicht nur ausgesprochen höflich in seinem Land willkommen geheißen, sondern mir einiges an Recherche erspart. Zuerst zeigte er mir den Weg und begleitete mich zu einem Geldautomaten um mich mit Nepalesischen Rupien auszustatten, dann empfahl er mir, das kleine Bergdorf Ilam zu besuchen. Es liegt direkt neben Darjeeling, jedoch auf der anderen Seite der Grenze und ist wie dieses auch für seine wunderschönen Teeplantagen in den Ausläufern des Himalayas bekannt. Großartig! Eine Entscheidung weniger die ich zu treffen habe. Motif brachte mich zum Busbahnhof und debattierte mit den Fahrern. Leider war der Bus nach Ilam bereits weg, doch Motif erklärte mir sehr genau, wie ich mit weiterenVerkehrsmitteln günstig und relativ zügig nach Ilam gelangen kann. Natürlich war ich sehr vorsichtig. Als Motif mich so überdurchschnittlich entgegenkam und unterstütze, erwartete ich schon fast, dass da ein Haken an der Sache ist. Doch nicht mit Motif! Er lud mich zu einem Tee ein, wir quatschten ein bisschen under scheuchte mich fast von seinem Stand, so dass ich noch rechtzeitig dasSammeltaxi erreichen konnte. Keine Frage nach einer Spende, keine Abzocke,einfach pure Gastfreundschaft. Ein wundervoller erster Eindruck des Landes. Dank Motif!

Ilam-Idylle

Mit einem Sammeltaxi ging es an eine kleine Ortschaft und von dort aus mit dem Jeep nach Norden in die Berge. Eine spannende Fahrt durch die wolkenverhangenen Hügel und Täler. Ein paar der Mitreisenden Herren zwangen mich förmlich mit Ihnen das „Pan“ zu kauen. Ein Blatt, welches mit einer wurzelähnlichen oder hart getrockneten braunen Frucht gemeinsam im Mund zerkaut und aufgelöst wird. Grässlicher Geschmack und eine ekelhaft braune Angelegenheit. Wie in Indien ist es auch hier an jeder Ecke zu sehen und die widerlichen braunen Spuckspuren sind überall verteilt. Jedoch wirkt es beruhigend und betäubt ein wenig. Nach 2,5 Stunden kamen wir schließlich in Ilam an und ich bezog ein Fremdenzimmer über einem kleinen Restaurant. Hier blieb ich eine Woche und wurde quasi Teil der Familie hier im kleinen Bergdorf. Die Familie sprach kaum Englisch und mein Nepali steckt noch ganz tief in den Kinderschuhe. Aber wir kamen hervorragend zurecht und obwohl die Unterkunft, vor allem das „Bad“, weit entfernt von bequem oder gemütlich war, genoss ich die Zeit hier sehr. Auch das Menü des Restaurants war übersichtlich. Aus 3-4 verschiedenen Gerichten konnte ich wählen. Das einfache Leben hatte mich wieder.

Eines Nachts bemerkte ich, dass Assegurung (NPL), der 18 Jahre alte Sohn im Gang auf dem Boden schlief. Ich hatte wohl sein Zimmer beschlagnahmt. Ein unschönes Gefühl. Er war derjenige mit dem ich am meisten kommunizierte und der mir auch einiges über sein Leben hier berichtete. Er trainiert gerade um irgendwann von der Nepalesischen Armee rekrutiert zu werden. Sein Traum: Teil der Elitetruppe Gurkha zu werden. Diese Einsatztruppe hat sein jeher einen großartigen Ruf bei den Militärs weltweit. Die Person mit der ich weiter viel kommunizierte war die 2,5 Jahre alte Tochter, deren Namen ich mir bei allen griechischen Göttern

leider nicht merken konnte. Sie ist der Knaller, extrem lustig und süß. Und sie störte es auch nicht, dass wir nicht dieselbe Sprache sprechen. Nur mein Bart gefällt ihr nicht. Jeden Tag zeigte sie mir, dass ich mich rasieren sollte.


Ilam zeigte sich mir als entspanntes Dorf. Der Tee wächst gerade und aufgrund des Monsuns ist auch nicht viel Tourismus oder geschäftliches Treiben zu beobachten. Ich war wohl der einzige Weiße im Dorf und entsprechend auffällig war mein Besuch. Jedoch bin ich positiv überrascht, um einiges respektvoller als die Inder wurde ich hier beobachtet und mir wurde mein Freiraum gegeben. Das Dorf lebt nur bei Tageslicht. Früh morgens bei Sonnenaufgang um 5:30 Uhr hörte ich die ersten Autos und Menschen werkeln. Sobald jedoch die Sonne unterging schlossen alle Läden und befestigten Ihre offenen Fenster und Türen mit Holzplanken. Als ich eines Abends um 19:00 Uhr durch die Straßen zog, traf ich nur noch zwei Herren an, die ihre Zähne putzen und also auf dem Weg ins Bettchen waren. Betrunken waren die zwei jedoch. Das Dorf hat ein enormes Alkoholproblem. Überall wird Alkohol angeboten und auch fleißig verzehrt. Wie ich später lernte, ist es ein generelles Problem im ländlichen Nepal. Das Rauchen jedoch ist in Ilam verboten. Zumindest in der Öffentlichkeit. Warum auch immer. Denn hinter verschlossenen Türen rauchen sie alle. Zumindest fühlte es sich so an.

Eines Abends besuchte ich eine Bar, die sogar ganz gute live Musik spielte. Zwar schloss diese auch um 19:00 Uhr die Pforten, jedoch konnte darin noch bis 21:30 Uhr gefeiert werden. Und hier lernte ich Sneha kennen, Sneha ist 24 Jahre alt und Ärztin gerade im Krankenhaus hier in Ilam stationiert. In den kommenden Tagen führte mich Sneha durch die Teeplantagen und zu diversen Aussichtspunkten. Es war wieder einmal mein Glück relativ schnell einen lokalen Kontakt zu finden, der mir viel sein Land und die Region lehren konnte. So teilte sie mir mit, dass Ilam zu einem der Dörfer gehört, die an eine intelligente Wasserversorgung angeschlossen ist. So erhält jedes Dorf nur an bestimmten Zeiten am Tag fließendes Wasser. Genauso verhält es sich mit dem Strom. Ich lernte also was bedeutet keine 24/7 Versorgung mit Wasser und Strom zu haben. So sollten also unter anderem Toilettengänge wohl organisiert sein.


Es herrscht eine wundervoll entspannte Atmosphäre hier. Viel Natur und grün direkt nebenan. Selbst die schönen Holzhäuser sind größtenteils grün bemalt. Ich nutzte die Zeit um mich mit der Grobplanung meiner Wanderungen durch das Himalaya zu starten. Nachmittags traf ich mich mit Sneha und wir unternahmen kleine Trips durch die Gegend. Es regnete viel und heftig die Tage, doch wir fanden stets einen guten Moment um uns die Beine zu vertreten. Dann machte mich Sneha auf die verheerenden Überschwemmungen unweit von uns aufmerksam. Durch die krassen Niederschläge in den Bergen wurde das Flachland Nepals, Terai genannt, fast flächendeckend überschwemmt. Regenfälle wie seit 87 Jahren nicht mehr zerstörten viele Dörfer und raubten Tausenden von Menschen die Lebensgrundlage. Hier in den Bergen merkten wir jedoch glücklicherweise nichts davon. Dennoch natürlich grausam. Ich werde später mehr dazu berichten. Ich beschloss als nächstes mit Sneha in ihre Heimatstadt zu fahren. Am letzten Abend genoss ich aber noch eine lokale Spezialität der hier im Osten Nepals ansässigen Limbus und Sherpa-Stämmen. Das Tongba ist ein alkoholisches Getränk aus gekochten und in der Sonne für 1-2 Tage fermentierten Fingerhirse-Samen. In einem Krug aus Metall oder Bambus werden die Samen mit heißem Wasser aufgegossen und durch einen Sieb-Strohhalm getrunken. 3-4 Mal wird heißes Wasser nachgegossen und es ist ein zeitintensives und alkoholintensives Getränk. Später erfuhr ich, dass es ein großes Zeichen des Respektes gegenüber Gästen ist, welches mir die Familie servierte.

Die Stadt in der Stadt

Ein Jeep brachte Sneha und mich direkt nach Dharan. Der Fahrer war lustig, aber auch sehr grob. In Greifweite hatte er einen Holzstab, mit welchem er Hunde, die auf der Straße anzutreffen waren, in bei laufender Fahrt schlug. Sehr grausam. Lt. Mythologie werden Diebe im nächsten Leben als Hunde wiedergeboren. Also entweder hat er sehr schlechte Erfahrungen mit Dieben gemacht, oder er versucht die Hunde durch Schläge ab von der Straße zu bringen um von den Vierbeinern nicht gestört zu werden. Er fährt die Strecke wohl täglich und deswegen glaube ich das Zweites eher zutrifft. Dharan ist eine geplante und relativ moderne Stadt an dem Übergang vom Terai zu den ersten Ausläufern des Himalayas. Sneha ist hier in einem der modernsten Universitätscampusse für Medizin in Nepal aufgewachsen. Ihr Vater betreibt Restaurants und Kioske auf dem Campus und sie hatte relativ leicht Zugang für ihre Karriere in Medizin. Ich bezog mein Hotelzimmer und Sneha lud mich zum Abendessen mit ihrer Familie auf dem Campus ein. Ich lernte ihre Schwester, Cousinen sowie ihre Eltern kennen und sie führte mich über den gigantischen Campus. Eine Stadt in der Stadt sozusagen. Doch nicht nur im Campus, die ganze Kleinstadt ist sehr sauber und es herrscht reges Treiben.

Laut Sneha sind die Menschen hier auch wesentlich westlicher als sonst irgendwo in Nepal. Und in der Tat konnte ich einige Anzeichen davon erkennen. Viele junge Frauen sind modern westlich gekleidet und ziehen alleine oder in Gruppen von Damen auch des Abends um die Häuser. Das Zeugt von Emanzipation und Sicherheit. Schön anzusehen. Und die Stadt ist Fußballverrückt. Wie überall in Nepal werden hier besonders die Europäischen Clubs unterstützt. Ich habe tatsächlich seit der letzten WM nicht so viele Fußballtrikots – vor allem auch vom DFB – gesehen. Zudem hatte ich Glück, denn zu dieser Zeit feiert die ethnische Gruppe der Newaren ein Festival. Während der Festivalzeit findet man überall in den Straßen kostümierte Dämonen tanzen. Den sogenannten Lakhey Tanz. Farbenprächtige und mit Yak-Haar versehene kostümierte Newaren tanzen für Stunden durch die Straßen und werden von simplen Percussion-Rhythmen begleitet. Dazu gehört ein kleiner Junge, der die Dämonen reizt und ärgert, aber stets erfolgreich in der Menschenmenge abtaucht und die umliegenden Ladenbesitzer um kleine Spenden bittet. Diese Tänzer symbolisieren Walddämonen, die als Beschützer der Dorfbevölkerung gelten.


Namast-Autsch!

Früh morgens stand Sneha mit ihrem Roller vor dem Hoteleingang. Wir planten einen kleinen Road Trip durch die nahe gelegenen Berge. Ich schwang mich auf den Sozius und wir preschten los. Erst quer durch die Stadt, wo mir Sneha ein paar besondere Ecken und Tempel zeigte, dann die Berge hinauf. Wir besuchten eine kleine Hillstation von welcher man einen prächtigen Blick auf die Stadt und die Terai finden kann. Natürlich war das Wetter sehr wechselhaft und Regen, Wolken, Nebel und auch ein bisschen Sonne wechselten sich ab. Wann immer es uns gelüstete, hielten wir an und genossen die Aussicht. Gerade in solchen Regionen ist es von großem Vorteil selbst mobil zu sein. Mit ÖPNV hätte ich das Ganze nur minimal genießen oder gar nicht erst erreichen können. Ich bin also sehr dankbar, dass ich Sneha als persönlichen, mobilen Führer mit dabei hatte. Unser Ziel war der Namaste-Wasserfall. Ein kleine Wanderung durch die Schlucht und schließlich erreichten wir auch den prächtigen Wasserfall. Der Fluss führte aufgrund des Monsuns richtig viel Wasser und der Lärm und Wind, welcher der Wasserfall erzeugte war enorm. Atemberaubend! Und natürlich waren wir in Sekunden pitschnass, obwohl wir noch einige Meter entfernt standen.


Nachdem sowieso schon alles nass war, ließen wir es uns nicht nehmen näher heran zu treten und unseren Spaß mit dem Wasserfall zu haben. Meine Standardprozedere an Fotos galt es abzuhandeln. Dann geschah es. Ich stand gerade relativ nah am Wasserfall. Vielleicht ein bis zwei Armlängen. Es hatte vor ein paar Minuten heftig angefangen zu regnen und wahrscheinlich hat dies etwas oberhalb des Flusses einen Erdrutsch verursacht. Der Wasserfall begann nun Steine und Felsen zu spucken. Ein Stück Felsen, von ca. der Größe eines Rugbys, schoss die ca. 10 Meter hinab und traf mich am linken Handgelenk. Im Augenwinkel konnte ich es sehen und spüren allemal. Schnell entfernte ich mich aus der Gefahrenzone und mein Arm begann zu schmerzen. Als wir in Sicherheit unter dem Verschlag waren, wagte ich einen Blick. Mein Arm am Handgelenk schwoll enorm an. Dann erst wurde mir bewusst was für ein unglaubliches Glück ich hatte!!! Ein paar Zentimeter weiter rechts und der Felsen hätte meinen Hinterkopf getroffen. Over and out! Mein Arm ist flexibler, konnte den Einschlag etwas abfedern und ist per se nicht so überlebenswichtig wie ein Hirn. Und zu all dem kommt noch, dass ich einfach mit einer Ärztin unterwegs war!!! Unglaublich oder?! Da steht man im Felsenhagel, wird nur am Arm getroffen und hat weniger als 10 Meter zum nächsten Arzt zu gehen…Was ein Glück! Ich bekomme Gänsehaut wenn ich nur wieder daran denke…

Sneha stellte in der Diagnose vor Ort fest, dass eine gute Chance besteht, dass mein Arm oder das Gelenk nicht gebrochen sein könnten. Wir machten uns also auf den Weg zurück. Eine zweistündige Fahrt durch den heftigen Regen stand vor uns. Doch vom Glück beseelt und dank der herausragenden Eigenschaften von Adrenalin & Co. hatten wir auch dabei viel Spaß. Wir hielten sogar kurz in einem Dorf, das bekannt für seine ausgezeichneten Backwaren ist und deckten uns mit Kokosnuss-Cookies ein. Kurz bevor wir die Stadt erreichten, hatte jedoch ein Erdrutsch die Straße mit Geröll überlagert. Doch wir schafften es den Roller darüber hinweg zu hieven. In der Stadt untersuchte Sneha meinen Arm nochmals intensiver und versorgte mich mit aller notwendigen Medizin.Der heftige Regen ging jedoch weiter. Und für ein paar Tage war weder Strom noch Internet verfügbar. Etwas Zeit meinen Arm zu schonen und es wurde tatsächlich relativ schnell besser.


100% Non Stop?!

Da ich mit meiner Bekannten Sugandh (IN) in Kathmandu verabredet war, ging es für mich dann aber relativ bald weiter nach Kathmandu. Ich kaufte mein Ticket und Sneha brachte mich zum Bus. Alles war eingerichtet und ich hatte ein fabulöses Lunchpaket von Snehas Familie erhalten. Doch nach einer Stunde Fahrt musste der Bus leider wieder umkehren. Die einzige Brücke, die den Osten mit dem Zentrum Nepals verbindet und bustauglich ist wurde von den enormen Wassermassen weggespült. So konnte ich zwangläufig noch einen weiteren Abend mit Sneha und Seema bei einem Spaziergang durch die Stadt genießen. In meinem Hotel wurde ich auch wieder freundlich aufgenommen. Im Hotel arbeitete ein taubstummer Mann im Service und Housekeeping. Er ist einsame Klasse! Wir unterhielten besser als es mit dem Rest der Belegschaft möglich war. Ein tolles Erlebnis.

In der Nacht noch teilte mir die Busgesellschaft mit, dass wir am nächsten Morgen um 5:30 Uhr einen Kleinbus besteigen und eine alternative Route nach Kathmandu nehmen können. Mit dem Bus fuhren wir also gen Hauptstadt. Quer durch die überschwemmten Gebiete der Terai. Wir fuhren entlang von Flüchtlingscamps die sich an der Straße geformt hatten und von Rotem Kreuz wie dem Militär provisorisch versorgt wurden. Zerstörte Dörfer und verschlammte, unbrauchbar überschwemmte Felder sahen wir von nah und fern. Kaum vorstellbar wie viele Menschen hier wohl litten und ihrer Ernte beraubt wurden. Bei einer Pause, die der Bus einlegte lief mir ein kalter Schauer über den Rücken. Das was ich aus erster Hand sah, ließ mich auf ein Essen verzichten, obwohl ich hungrig war, aus dem Grund da ich fest davon ausging, dass nicht genug Nahrung für alle verfügbar ist. Noch nie habe ich Nahrungsknappheit (nicht Armut!) so hautnah erlebt. Ich tat mir sehr schwer an diesem und am Folgetag einen Bissen herunter zu bekommen.

Der Bus schlängelte sich die Serpentinen hinauf, was uns in die weniger betroffenen Gebiete brachte. Natürlich machte es die ganze Situation nicht besser. Nach ein paar Stunden auf und ab passierten wir schließlich die Kailashnath Mahadev Statue. Sie ist die weltgrößte Statue von Lord Shiva. 44m ragt sie bronzeglänzend auf einem Berg über dem Tal von Kathmandu. In der Ferne kann ich bereits die Schwaden von Staub und Luftverschmutzung erkennen. Das muss sie sein: die Hauptstadt Nepals.

 

Ich melde mich wieder mit Geschichten von dort. Haltet die Ohren steif, Schilli.


Funfacts

- Auf dem Weg nach Ilam lud der Fahrer die hintere Sitzreise mit schätzungsweise 12 Kartons mit jeweils 50 lebenden Küken voll. Für 2,5

Stunden meine Mitfahrer.

- Mobiles Internet in Nepal ist teuer und nur partiell verfügbar. Verständlich. Einfache Physik, die sogar ich verstehe. Berge -> Funk -> Nö!

- Meine Unterkunft in Ilam erhält von mir den offiziellen Preis für die widerlichste Toilette meiner Reise!

- Das Fußballfeld in Ilam wurde kurzerhand als gemeinschaftliches Feld zum Anbau von Früchten umfunktioniert.

- In der Bar in Ilam traf ich tatsächlich 2 Spanierinnen, sie waren aber nur auf der Durchreise zu Ihrem Volontariat.

- Nun lebe ich wirklich in der Zukunft. Nicht nur ein paar Stunden. Laut Nepalesischem Kalender haben wir das Jahr 2074. Es grüßt der 87

Jahre alte Schilli.

- Das Hotel in Dharan hatte ganze 57 Vogelhäuser im Garten!

- Sneha führte mich zu dem heiligsten Tempel in Dharan. Er beherbergt die versteinerten Zähne einer Göttin. Der Mönch öffnete sogar den heiligen Schrein für uns und zeigte die Reliquie. Tatsächlich: sieht zahnmäßig aus!

- Der motivierte Assistent des Busfahrers signalisierte dem Busfahrer regelmäßig durch Schläge an der Außenwand dass alles okay ist. Alle an Bord, Abgrund noch etwas entfernt, Überholvorgang abgeschlossen, bitte halten „Kotzpassagier“ etc. Clever und okay. Aber warum verdammt muss er genau da hin schlagen wo ich meinen Kopf zu Ruhe gelegt habe?!?!?!



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