#31 | Himala-JA | 332. Reisetag

Mit einem Ola Cab, dem indischen Pendant zu Uber Taxi, machte ich mich früh am Morgen auf dem Weg zu einem der großen Bahnhöfe Delhis. Natürlich stritt ich mich kurz mit dem Taxifahrer, der extra Geld für den Rucksack einfordern wollte. Pustekuchen. Irgendwann sah er es ein und war brutal freundlich zu mir. Komisch. Wie auch immer; ich kam pünktlich am Ziel an und bestieg den Zug der auf die Minute genau den Bahnhof verließ. Da ich mir nicht den Luxus eines klimatisierten Abteils gönnen wollte, war die Fahrt sehr heiß und eng im vollen Waggon. Jedoch auch sehr amüsant, ich habe einige nette Unterhaltungen geführt und kam schließlich mit 3 Stunden Verspätung am Abend in Haridwar an. 3 Stunden Verzögerung auf einer ursprünglich 6 Stunden dauernden Fahrt. Ordentlich! Von Haridwar nahm ich dann den lokalen Linienbus und eine der Rikshas in die überschaubare Stadt Rishikesh.

Strawberry fields forever

Rishikesh liegt im Bundesstaat Utterakhand am Fuße des „Dach der Welt“, dem größten und höchsten Gebirge der Erde, dem Himalaya. Das Gebirge reicht von Pakistan bis Myanmar und ist ca. 3.000km lang, 350km breit und maximal 8.848m hoch. Hier befinden sich 10 der 14 Berge weltweit, die die 8.000er Marke überschreiten. Doch Rishikesh ist nur der Anfang des Spektakels. Bei guter Sicht kann man die schneebedeckten Gipfel ein paar der 6.000er in der Ferne entdecken. Rishikesh ist ein wichtiger Knotenpunkt in der Hinduistischen Mythologie. Und das nicht zuletzt da hier der heilige Fluss Ganges das Gebirge verlässt und einmal quer durch Nordindien fließt. Rishikesh gilt als Welthauptstadt des Yogas. Viele traditionelle, aber auch moderne, kapitalorientierte Ashramsbefinden sich hier. Ein Ashram ist ein Zentrum in welchem man sich in der Kunst des Yoga und/oder der Meditation üben und erlernen kann. Viele Touristen aus dem In- & Ausland pilgern nach Rishikesh um sich entweder in den Ashrams ausbilden zu lassen, die Quelle des Ganges zu besuchen oder sich einer spirituellen Waschung im Ganges zu unterziehen.

Rishikesh war auch ein bedeutsamer Halt der Hippiebewegung die in den späten 1960er Jahren von Europa über Griechenland, Türkei, Iran, Pakistan nach Indien, genauer gesagt nach Goa pilgerten. Ja richtig, hier erfuhr ich, dass ich ein ganzes Stück auf diesem traditionellen Hippie-Track unterwegs war. Und dies ohne dessen bewusst zu sein. Im Jahr 1967 kamen sogar die Beatles nach Rishikesh um sich ein paar Wochen spirituell weiterzubilden. George Harrison lernte das Sitar spielen hier in ihrem Ashram. Es wird jedoch vermutet, dass dieser Besuch in erster Linie als Marketinginstrument anzusehen ist. Einige Weltstars zogen sich in Ashrams in Indien zurück um die Aufmerksamkeit der Medien zu wecken. So auch Mike Love von den Beach Boys oder der Schottische Songwriter Donovan. Heute ist das Ashram, in dem die Pilzköpfe ihre Zeit verbrachten ein Museum. Viel Kunst um und über die Beatles wurde in den alten Mauern verewigt und es werden viele Legenden erzählt. Mir war der Eintritt jedoch zu teuer. Ich genoss dafür den ein oder anderen Fruchtsaft in dem von den Beatles bevorzugten Café am Ganges. Rishikesh gehört zu einem der Städte in Indien in dem Fleisch und Alkohol komplett verbannt ist. Was jedoch keinerlei Unbehagen hervorruft.

Ich bin eigentlich ganz froh, dass ich nicht mit der Intention hier her gekommen bin um Yoga zu lernen. Unzählige Angebote und massenweise mannigfaltige Programme von den umherschlendernden Babas würden es mir schwer machen mich zu entscheiden. Babas oder Babajis sind ältere, bärtige Männer, spirituelle Gurus/ Yogis/ Religiöse die meist in orangenen Gewändern gekleidet sind. Um ehrlich zu sein, reizt mich Yoga noch überhaupt nicht. Ich weiß nicht warum … habe ich Angst davor? Was hält mich zurück? Keine Ahnung, jedoch weiß ich, dass es mir körperlich und seelisch prächtig geht und warum sollte ich daran etwas verbessern?! Ich konnte jedoch ohne aktiv Yoga auszuprobieren einiges über die Philosophie, Geschichte und Ziele des Yogas lernen. Denn ist natürlich eines DER Themen hier. Und ich verfolgte es mit Neugier und Interesse.

Ich hatte mich für ein Mittelklasse Hostel in Rishikesh entschieden. Und das Bonfire Hostel Rishikesh zu wählen war eines der besten Zufälle die passieren konnten. Der Eigentümer Ayush begrüßte mich wie einen alten Freund als ich spätabends anreiste. Ich werde noch einiges über Ayush berichten, da mich der Typ total fasziniert und wir über die nächsten Wochen gute Freunde wurden. Er hat im vergangenen Jahr 10 Backpacker-Hostels in Indien aus dem Boden gestampft und ist ein Unternehmertyp mit großartigen Ideen und einer einfachen aber wichtigen Philosophie: Hostels müssen in erster Linie Spaß machen. Dass sie eine Unterkunft sind ist auch wichtig, aber sekundär. Und genau diese Atmosphäre versprühen er und seine Mitarbeiter. Das Hostel bietet diverse Touren an und versucht die Gäste dazu zu begeistern. Und es fällt einem wirklich leicht, da das Hostel daran nichts verdient und die Dinge zum Einkaufspreis vermittelt. Klingt utopisch und naiv das zu glauben? Das habe ich zuerst auch gedacht. Aber nach Tagen der Prüfung konnte ich es beeindruckt bestätigen.

Keine Langeweile im Bonfire

Am ersten Tag schlenderte ich erst einmal alleine über die beiden Teile der Stadt, dies und jenseits des Ganges.Eine weitere Sehenswürdigkeiten und Walfahrtsort für Hindus ist die 450m lange Hängebrücke inmitten der Stadt. Laxman, der Bruder und Gefährte des Hindu-Lords Rama soll hier laut Hindu-Mythologie den Ganges mit einem Juteseil überquert haben. Heute überqueren die schmale Fußgängerbrücke Tausende von Touristen, Bewohner, Kühe, Motorräder, Motorroller, Verkäufer und Affen. Ich wanderte einen kleinen Berg hinauf, genoss die Gesellschaft von Affen und Kühen und war fasziniert von dem Trubel in der für indische Verhältnisse kleinen Stadt (~70.000 Einwohner). Im Hostel angekommen lud Ayush zu einem Glas Whiskey auf der Dachterrasse des Hostels ein. Dort wurde dann über Optionen und die Aktivität des nächsten Tages debattiert. So bildete sich natürlich sehr schnell eine großartige Hostelgemeinschaft unter allen Gästen und den Mitarbeitern. Ich lernte großartige Menschen aus aller Welt kennen und wir unternahmen in den folgenden Tagen fantastische Dinge gemeinsam.

Wir entschieden am nächsten Morgen gemeinsam den Sonnenaufgang von einem Tempel auf dem Gipfel eines Berges anzusehen. So organisierte Ayush ein paar Roller und am Morgen brachen wir zum 40 minütigen Roadtrip dorthin auf. Ich teilte meinen Roller mit Joris (NL). Als wir nach zwei Drittel der Strecke kurz hielten um Fotos zu schießen und der Rest der Gruppe weiterpreschte, hatten wir Problem aufzuschließen. Letztlich war dann das Benzin alle und Joris und ich wanderten die verbleibenden Kilometer auf den Gipfel zum Tempel. Wie so oft ermöglicht ein unvorhersehbares Ereignis viele tolle Möglichkeiten. Die morgendliche Wanderung war großartig und nachdem wir auf dem Gipfel einen schönen Sonnenaufgang, Tempelbesichtigung und Frühstück hinter uns hatten ließen wir den Roller den Berg hinab rollen und in einem kleinen Dorf Benzin nachfüllen. Ein toller Ausflug.

Da wir die Roller bereits da hatten, haben wir nach einem kleinen Mittagsschläfchen, noch die Wasserfälle etwas außerhalb von Rishikesh besucht. Da ich das Rollerfahren ja bereits seit meinem 15. Lebensjahr gewohnt bin, bin ich immer sehr vorsichtig beim Auf- & Absteigen. Ich möchte mir nämlich nicht meine Waden am heißen Auspuff verbrennen. So auch dieses Mal. Jedoch war ich dennoch unachtsam und habe nach dem Absteigen einen kleinen Schritt zur Seite gemacht und mein Bein am neben mir parkenden Roller verbrannt. Autsch. Ich habe mir eine ordentliche Verbrennung zugezogen, die mich noch ein paar Wochen begleiten werden soll. Aber dennoch bin ich mit den anderen den Berg hinauf gewandert um die Wasserfälle zu erleben. Ein prächtiges Getummel rund um den künstlich angelegten Pool am unteren Ende des Wasserfalls. Wir waren natürlich wieder einmal die Hauptattraktion. Obwohl relativ viel los war – wie immer und überall in Indien – haben wir dennoch einen Sprung ins erfrischende Nass gewagt. Perfekt um meine Brandwunde abzukühlen.

Mit einer anderen Gruppe aus dem Hostel bin ich ein paar Tage später wieder an die Wasserfälle gefahren. Dieses Mal sind wir jedoch noch ein Stück weiter hochgeklettert um in einem natürlichen Pool, mit klarem Wasser etwas einsamer planschen konnten. Jedoch nicht lange. Wir Weißen, besonders jedoch die Damen die wir dabei hatten, Estella (D) und Haley (UK) waren sehr attraktiv für die Inder. So war innerhalb von Minuten auch dieser kleine Zufluchtsort von Indern gefüllt. Die Natur war schön, das Wasser erfrischend, aber die Menschenmenge machte es etwas ungemütlich. So zogen wir bald wieder von dannen. Damit muss man leben wenn man als Ferangi (Umgangssprachlich und humorvoll Hindi für „Ausländer“) in Indien unterwegs ist. Das Starren, das Fotos schießen, filmen und das ohne jegliche Scheu ist schon sehr gewöhnungsbedürftig. Leider sind die Inder (natürlich darf man das nicht pauschalisieren) etwas weniger respektvoll als zum Beispiel die Iraner es sind. Zumindest fühlt es sich für uns so an. Vor allem als Frau muss man um einiges mehr aushalten. Doch auch ich als „Weißer Riese“ habe viel Aufmerksamkeit bekommen. Und dies leider nicht nur von hübschen Frauen. Aber die Kulturen und Auslegung von Anstand und Respekt unterscheiden sich eben immer drastischer von dem mir angewöhnten westlichen Moralvorstellungen. Mehr zu diesem Thema in einem meiner nächsten Artikel.


Mit Estella und ihrem Freund Yannic (D), Chandna sowie Pritesh und Dikshant(alle IN) von der Hostel-Belegschaft, sind wir an einem Abend zu einer spirituell-religiöser Zeremonie hinunter an den Ganges gegangen. Für gläubige Hindus und Yogis gibt es drei wichtige spirituelle Zentren um die religiösen Waschungen und Zeremonien abzuhalten. Das bekannteste und größte dieser sogenannten Aartis befindet sich in Varanasi. Hier werde ich zum Ende meines Indienaufenthaltes vorbeischauen. Ein weiteres befindet sich in Haridwar und das Dritte hier in Rishikesh. Mit Mantras und Gebeten, viel Singsang und Bewegungen wird hier um die Gnade von Lord Ganga gebeten. Mit Feuer und Wasser wird hier die Seele reingewaschen und es werden Opfergaben dargeboten. Hierbei handelt es sich meistens um ein Bananenblatt, welches Reis, Feuer in Form eines Räucherstäbchens, Blüten und natürlich die Wünsche und Bitten der Männer und Frauen enthält, die diese Opfergaben auf dem Wasser des Ganges ablegen. Wie immer ist es für mich total faszinierend, atemberaubend und eindrucksvoll solch eine Zeremonie aus seiner Mitte mitzuerleben. Zum anderen aber auch erschreckend, beängstigend und komisch. Entweder bin ich zu verschlossen oder zu offen um mich von einer Philosophie /Ideologie /Religion so einvernehmen zu lassen, wie es der Großteil der Menschen hier tun oder dies zumindest vorgeben. Doch interessant zu erleben ist es allemal und es eine Zeremonie für Frieden und Seelenheil aller Menschen. Das kann ja dann so schlecht nicht sein. Einige der Aarti Besucher nahmen noch ein Bad und füllten ihre Flaschen mit dem heiligen Wasser um es in den Haustempeln in ihren Wohnungen aufzubewahren. Wir entschieden uns jedoch in einem Restaurant ein ordentliches Abendmahl zu genießen. Religion macht hungrig…mich zumindest.


Ein weiteres tolles Erlebnis war das Wildwasser-Raften auf dem Ganges. Bereits in der Türkei habe ich mich darin versucht und hier sollte es nun eine Stufe härter werden. Mit Estalla, Yannic, Oli (D) und Chandna (IN) machten wir uns auf. 16km werden wir den Fluss hinunter paddeln und 8 Stromschnellen durchqueren. Ein Megaspaß mal wieder! An einem Halt konnten wir uns mit Tee aufwärmen und von einem Felsen springen. Da die meisten Inder nicht schwimmen konnten, zögerten sie noch viel mehr den Sprung zu wagen. Ganz beeindruckt waren Sie dann von Estellas Mut und Selbstbewusstsein. Keine andere Dame hatte sich in das Raft oder gar auf den Felsen gewagt. Und Oli, der übrigens mit dem Motorrad durch Indien unterwegs ist, konnte sich in einer Stromschnelle nicht mehr halten und flog einmal quer über das Boot in meinen Schoß. Wir hatten enorm viel Spaß und sangen, lachten und schwammen im wohl heiligsten Fluss der Welt. Achja, für umgerechnet 7€ inklusive Transport auch ein sehr preisgünstiges Erlebnis. Da habe ich das fünffache in der Türkei bezahlt. 


Quasi jeden Abend verbrachten wir auf dem Dach des Hostels und unterhielten uns, tanzten, tranken oder spielten Spiele. Mit meinem großartigen neuen Freund, Suyu (USA) und all den anderen debattierten wir über die Welt. Als dann später noch Sharna und Lizzie (AUS) sowie Aleksi (FIN) dazu kamen hatten wir eine fantastische Gruppe beisammen. Bis in die frühen Morgenstunden spielten wir Mafia (Werwolf) oder andere Gesellschaftspiele. Ayush versorgte uns mit Snacks und Getränken und versuchte sich auch im Spielen…wobei seine Konzentration hier nicht wirklich ausreichend war. Er ist ein Kasper und Tunichtgut. Von Jasmair (UK) konnte ich erfahren wie es ist als Sohn einer Indischen Familie in Schottland aufgewachsen zu sein und nun das Land seiner Eltern zu bereisen. Jeden den ich hier auf dem Dach kennen und lieben gelernt habe hat eine großartige Geschichte und ich bin so froh, die Zeit in Rishikesh mit so tollen Menschen teilen zu dürfen. Und das Beste ist, Estalla, Yannic, Suyu und ich werden sogar gemeinsam weiter reisen. Auch wenn uns Ayush davon abgeraten hat, werden wir den Linienbus nach Manali nehmen. Der kostet nur halb so viel wie die Touristenkutsche und ist sicher ein Abenteuer!

Manali

In der 16stündigen Übernachtfahrt nach Manali hatten Yannic und ich stark mit der Beinfreiheit zu kämpfen. Beziehungsweise die Abwesenheit derer. Doch während Estella und Suyu regelmäßig Schlaf fanden, verbrachten wir die Zeit im wackelnden und brummenden Bus mit stundenlangen Diskussionen über dies und das. Es war gar kurzweilig und sobald der Fahrer zur Pause rief, trafen wir uns draußen zu Tee und einer Zigarette wieder. Danke Yannic, ohne dich wäre es wohl eine echte Tortur gewesen. Aber so hatte ich tatsächlich Spaß. Im Bus trafen wir Lim (KOR). Sie hatte wohl die meisten Probleme mit der wackeligen Busfahrt durch das Gebirge. Wir boten ihr unsere Hilfe an und versuchten sie wohlbehalten nach Manali zu bringen. Das gelang uns dann tatsächlich auch und am Morgen genossen wir alle gemeinsam einen Tee am Zielbusbahnhof im Bergdorf Manali. Der Mythologie nach soll hier die Arche des Königs Manu, Vater aller Menschen, nach der großen Sintflut auf festen Boden gestoßen sein. Kommt euch bekannt vor? Korrekt. Wie mein Freund Suyu zu sagen pflegt: Religion ist letztendlich nur ein guter Song, der von vielen verschiedenen Interpreten gecovert wird. Mit Rockstars wie Jesus, Mohammet, Abraham, Buddha etc… Und wer von euch kennt nicht die ewigen Diskussionen ob die Beatles oder Stones besser sind/waren?

Manali liegt bereits im Himalaya im Bundesland Himachal Pradesh. Das Dorf teilt sich in Neu-Manali, einer geplanten Wohn- & Einkaufssiedlung und Alt-Manali, dem am etwas oberhalb im Tal gelegenen, ursprünglichen Bergdorf umgeben von Obstgärten mit wundervollen Häusern aus Stein, Lehm und Holz. Hier zieht es auch die meisten Touristen hin. Vor allem aus Indien, Israel und Großbritannien. Und natürlich Deutsche. Die gibt es überall. Ayush wollte uns ein Zimmer in seinem Hostel dort klar machen, doch war es leider bereits ausgebucht, so buchten wir uns ein Doppelzimmer in einem Gästehaus und ließen uns zwei weitere Matratzen hineinlegen. Es herrscht Hochsaison im Himalaya. Halb Indien hat aufgrund des Sommers Ferien und viele zieht es in das kühle Gebirge. Manali gilt inoffiziell auch als Mekka für Marihuana. Das beste Haschisch Indiens und vielleicht sogar der Welt soll es hier geben. Und überall im und um Manali herum wachsen die Cannabispflanzen. Am Wegesrand, in Gärten und auf Feldern wächst das Zeug wild wie Unkraut. Das Dorf an sich ist überschaubar und viele treibt es natürlich in die Natur, wie auch uns. In einer der Agenturen vor Ort informierten wir uns über mögliche Mehrtageswanderungen in der Gegend. Es gibt einige schöne Wege und Pässe zu entdecken, jedoch sind diese organisierten Touren relativ teuer. Na klar, die besorgen Pferde oder Träger, die ganze Küchenzelte auf die Berge bringen. Das ist nichts für uns.

Auf eigene Faust durch's Hochgebirge

So entschlossen wir uns dafür, selbst unser Glück zu versuchen. Wir recherchierten im Netz und zogen in Neu- und Alt-Manali um die Häuser um Informationen und erforderliches Equipment zu bekommen. Und tatsächlich hatte uns einer der Agenturen angeboten Campingsachen zu einem relativ günstigen Preis auszuleihen. Leider gibt es keine Wanderkarten der Umgebung und die Wege sind zum Schutz der Agenturen natürlich auch nicht markiert. Aber dennoch hatten wir uns dazu entschlossen auf eigene Faust loszumarschieren. Schnell gaben wir noch unseren Freunden Aleksi, Sharna und Lizzie Bescheid, von denen wir wussten, dass sie nun auch auf dem Weg hier her sind. Und spontan haben sie auch zugesagt. Zudem konnten wir noch Lim und Yun (KOR) für unsere Sache rekrutieren. So wurde der nächste Tag, als schließlich alle da waren, groß eingekauft. Futter für neun Menschen und vier Tage, warme Kleidung und Kleinteile, die wir nicht mieten konnten. Dann ging es zum Ausrüstungsverleih und wir statteten und entsprechend aus. Nachdem all der Kram in unsere Herberge nach Alt-Manali geschleppt wurde, begannen wir zu packen und die letzten Vorbereitungen zu treffen. Einen großen Sack voll Ausrüstung, die wir auf dem Berg nicht brauchen werden, ließen wir natürlich in dem Gasthaus zurück.

Mit dem Bus ging es etwas den Beas, dem Fluss der das Tal formt, hinunter. Dort stiegen wir an einem kleinen Dorf aus und folgten dem groben Plan, den wir uns im Vorfeld gemacht hatten. Alle waren gut gelaunt und voller freudiger Erwartungen. So ging es in schnellen Schritten den Berg hinauf. Wir machten unter Anderem Rast in einem kleinen, unberührten Bergdorf um von dort aus zu unserem ersten Wegpunkt, einem Tempel, zu gelangen. Besonders schön war es für alle, dass nun das Hupen und der Lärm sowie das Gedränge, welches uns alle in Indien tagtäglich verfolgt hat ein Ende nahm. Freiheit und Einsamkeit in der Natur. In den Bergen. Was gibt es wohl Besseres! Naja, ganz ruhig war es nicht, da Yannic und ich uns ständig Lieder an den Kopf warfen und gemeinsam sangen. Aber es war ja auf jeden Fall kein schräges tröten von Tuk Tuk-Hupen zu hören.

Ein wenig oberhalb des Tempels trafen wir auch auf diverse Zeltlager von organisierten Gruppen. Noch waren diese verlassen, aber mit Einsamkeit und Freiheit in der Natur hatte dies nicht mehr allzu viel zu tun. Große Gruppen werden hier wohl organisiert verpflegt und untergebracht. Bestätigt in unserem Tun alleine los zu wandern machten wir noch ein paar Höhenmeter und schlugen unser erstes Camp auf ca. 2.700m noch innerhalb der Baumgrenze auf. In einem netten kleinen Wald gelegen, an einem kleinen Bach schlugen wir unsere vier Zelte auf und machten uns ein Feuer. Die Damen zauberten eine exquisite Kochstelle und Estella, die schon beim Einkauf die Kochmütze an hatte, versorgte uns mit köstlichen Kohlenhydraten. Ein paar von uns duschten sich im arschkalten Bach und wir saßen gemeinsam am Feuer. Was eine phantastische Gruppe hatte sich da per Zufall gefunden? 2 Koreaner, 1 Finne, 2 Tasmanierinnen, 1 Amerikaner und 3 Deutsche. Da ging der Gesprächsstoff natürlich nie aus und uns wurde nie langweilig. Die Aufregung war jedoch kurz groß, als wir bemerkten, dass wir auf Skorpionsgebiet gezeltet hatten. Ein paar der kleinen, gefährlichen Kampfmaschinen wurden wohl vom Feuer angelockt. Als wir dann unsere Sinne danach schärften und sicher waren, dass die Moskitonetze in unseren Zelten auch vollständig sind, fielen wir erschöpft aber glücklich in die Schlafsäcke.

Ich hatte eine kalte Nacht. Wir konnten nämlich lediglich acht dicke Daunenschlafsäcke mieten und so schlief ich in meinem relativ dünnen Hüttenschlafsack. Naja, ich habe es überlebt. Und aufgrund des starken Sturms, der Blitzeinschläge um uns herum und dem grollenden Donner, hatten alle eine eher durchwachsene Nacht. Doch als Aleksi und ich das Feuer für den Morgentee entfachten, war das Wetter wieder bereits auf unserer Seite. Nach dem Frühstück brachen wir dann wieder auf. Eine sehr anstrengende Etappe lag vor uns. Wir passierten die Baumgrenze und wanderten steile Hänge entlang und hinauf. Doch alle waren top motiviert und gut gelaunt. Nun konnten wir bereits eine hervorragende Sicht auf die umliegenden Bergketten genießen und zogen Meter für Meter weiter hinauf. Wieder kamen wir an einem organisierten Camp vorbei, dieses Mal sogar bewohnt. Der Hauptteil unserer Gruppe hielt sich etwas abseits aber Yannic und Estella scheuten einen kleinen Besuch nicht. Die Inder waren fasziniert von der Größe der Rucksäcke und dem Gewicht, welches wir den Berg hinauf schleppten. Naja, wir hatten keine Pferde oder Träger, da half uns eben nur Muskelkraft. Nach etlichen Fotos mit den beiden und deren Rucksäcke stoßen sie wieder zu uns und wir wanderten noch ein Stück weiter um unseren Schlafplatz für die Nacht zu finden.

Einen zauberhaften Schlafplatz haben wir dann auf ca. 3.100m gefunden. Inmitten von einem Felsengarten schlugen wir unsere Zelte auf und sammelten Holz, was sich hier schon wesentlich schwieriger darstellte. Etwas unterhalb fanden wir sogar eine Quelle um Wasser aufzufüllen und zu baden. Natürlich nur für diejenigen, die sich dem kalten Schmelzwasser der Gebirgsgletscher aussetzen wollten. Von unseren Zelten aus hatten wir einen wunderschönen Blick in das Gebirge und seiner schneebedeckten Gipfel. Die Sonne leistete uns noch eine ganze Weile Gesellschaft und wir hatten viel Spaß, tolle Diskussionen und natürlich wieder eine hervorragende Mahlzeit. Es war unglaublich, egal in welche Richtung man schaut, egal von wo aus man guckt, die Aussicht war phänomenal. Und die Ruhe! Fantastisch! Nur kurz wurde die Ruhe gestört als hunderte von Schafen über unser kleines Camp hinwegzogen. Sehr gerne haben wir den Schäfer, der natürlich kein Englisch sprach, zu einer Schale Frischgekochtem eingeladen. Ein weiteres grandioses Erlebnis.

Früh morgens weckte uns ABBA. Keine Ahnung warum, aber die Hits der schwedischen Popgruppe waren auf unserer Wanderung ständig präsent. So hatte Aleksi den Wecker mit ABBA Songs ausgestattet um uns für den anstehenden Sonnenaufgang aufzuwecken. Alle bis auf Lim und Yun versammelten sich auf einem der Felsen und wir sahen den ersten Sonnenstrahlen dabei zu, wie die Bergkämme auf der anderen Seite des Tales langsam mit ihrem Licht benetzten. Es war brutal kalt…klar, wir sind auf der Schattenseite und immerhin in einer ordentlichen Höhe. So huschten wir wieder in die Kojen und Schlafsäcke, während Aleksi sich um das Morgenfeuer kümmerte. Guter Mann! Nachdem wir frisch gestärkt waren und das Camp abbrachen, machten wir noch ein Gruppenfoto und wollten die klaren Morgen- & Mittagsstunden für unseren Marsch hoch zur Schneegrenze nutzen.


Die ersten Kilometer liefen wieder wie am Schnürchen. Dann entschlossen wir uns einstimmig den Trampelpfad, welchem wir bisher gefolgt sind zu verlassen um einen Weg hoch zu den Schneefeldern zu finden. So ging es steil Bergauf durch Sträucher und über Bäche. An einem der Bäche, an dem wir auch einen kleinen Gletscher unterhalb wunderschöner Wasserfälle passierten, bauten Yannic und Aleksi eine provisorische Brücke aus Felsen und wir kletterten einen Steilhang hinauf. Es wurde richtig abenteuerlich. Einige von uns erweiterten ihre physikalischen und mentalen Grenzen und wir kletterten auf allen Vieren bis wir ein kleines Plateau erreichten. Hier waren große Sträucher und ein paar Bäume an welchen wir unsere Mittagspause abhielten. Nun galt es neue Pläne zu machen. Von hier aus die Schneefelder zu erreichen war unmöglich. So diskutierten und debattierten wir etwas und entschieden uns dann – wieder einstimmig – den Hang weiter zu wandern. Und kaum waren wir wieder unterwegs, zeigte sich das Gebirge von einer anderen, sehr gefährlichen Seite. In ein paar Minuten änderte sich das Wetter enorm. Zuerst dichter Neben und dann…Boom. Ein heftiges Gewitter brach über uns herein.

Wir suchten Schutz und kauerten uns unter einem Busch zusammen. Hagelkörner flogen uns um die Ohren und wir warteten besseres Wetter ab. Um die Motivation hoch zu halten sangen wir gemeinsam, mir viel ein alter Schlachtruf aus meiner Pfadfinderzeit ein und wir spielten Spiele, Witzelten herum und versuchten den Optimismus hoch zu halten. Aleksi und ich, die die Erfahrung in und mit der Natur und Gebirge hatten, wussten ganz genau wie gefährlich unsere Situation war, wollten uns aber nichts anmerken lassen. Als das Wetter dann anstatt besser immer schlechter wurde, entschlossen wir zum Camp des Vorabends zurück zu kehren. Wir fanden eine potentielle Route und machten uns auf. Wir schlidderten mehr als wir liefen und wir halfen uns gegenseitig Meter für Meter weiter zu kommen. Kurz bevor wir wieder auf den Trampelpfad zum Camp stießen, dann eine weitere Herausforderung. Es galt einen Wasserfall hinabzuklettern und zwar keinen Kleinen. Es war richtig anstrengend und gefährlich. Um uns herum Donner, Regenbruch und Hagel. Was ein Abenteuer und auch nicht mehr witzig. Wir schwebten sprichwörtlich in Lebensgefahr. Doch wir bewahrten Ruhe soweit möglich und wussten dass nun Konzentration und Zielfokussierung unsere wichtigsten Eigenschaften sind. Der Körper arbeitete nur noch. Klar, es war kalt, alles war nass und alles schmerzte. Aber es hieß: Weiter machen. Stehen bleiben war keine Option. Und so machten wir das, was wir am besten können: Spaß und Optimismus verbreiten und natürlich gegenseitig aufeinander Acht geben.

Und wir schafften es natürlich. Wir gelangten zum Trampelpfad. Und wie so oft passieren die Unfälle kurz vor dem Ziel, wenn die Konzentration nachlässt. Sharna und Lim verdrehten sich beide die Sprunggelenke. Mit dem Gewicht der Rucksäcke kann das ganz gefährliche Konsequenzen nach sich ziehen. Wir stützen die zwei bis zum großen Camp der Organisationen und dort wurden sie erst einmal mit erster Hilfe versorgt. Die zwei starken Damen waren schnell wieder guter Laune und alle waren überglücklich, dieses außergewöhnliche Abenteuer erlebt und überlebt zu haben. Es war wirklich eine nervenaufreibende und auch letzten Endes gute Erfahrung. Ein Abenteuer, das von Improvisation, Spannung, Freude, Persönlichkeit und Grenzerweiterungen nur so strotzt! Es war zwar gefährlich, ich würde es aber jederzeit noch einmal versuchen. Am Abend, nachdem wir untereinander trockene Klamotten ausgetauscht und uns aufgewärmt hatten konnten wir bereits über das Erlebte lachen und es somit verarbeiten. Ich bin überwältigt was für eine tolle Gruppe sich hier gefunden hatte. Die Erlebnisse und den Umgang mit ihnen zeigt, welch tolle Gemeinschaft und großartige Persönlichkeit jedes Einzelnen hier mein Erlebnis bereicherte. Danke Mädels und Jungs!

Wir hatten drei Nächte im Berg geplant. Die hatten wir nun hinter uns. Und der Berg zeigte sich – als ob gestern nichts geschehen wäre – in einem Meer von Sonnenstrahlen. Unsere Klamotten und Schuhe trockneten und wir genossen das selbstgekochte Frühstück. Hier diskutierten wir dann unsere Möglichkeiten und entschlossen schließlich uns zu trennen. Die schnelle Gruppe aus Estella, Lizzie, Suyu, Yannic und Aleksi begann mit dem Abstieg etwas früher und versuchte noch am Abend wieder in Manali anzukommen. Ich blieb bei der „Heldengruppe“ mit den beiden angeschlagenen Sprunggelenken von Lim und Sharna. Yun begleitete uns auch. Lim ging es bereits besser, aber Sharna hatte wirklich starke Schmerzen beim Gehen und humpelte stark. Da wir nun getrennt waren, konnte die Heldengruppe ohne Druck sein eigenes Tempo gehen und sehen wie weit sie kommt. Und tatsächlich entschlossen wir am Nachmittag eine weitere Nacht im Berg zu verbringen. So kämpfte sich Sharna, stark und entschlossen, bis zum Tempel durch wo wir eine überdachte Stelle für ein Lagerfeuer situiert wussten. Dort verbrachten wir dann auch einen sehr amüsanten und gemütlichen Abend. Ein paar junge Erwachsene kamen uns aus dem Dorf unterhalb besuchen und wir schliefen schließlich direkt neben dem Hindu-Tempel, der dem Lord Naga, dem Schlangengott gewidmet ist.

Am nächsten Morgen schafften wir schließlich den Abstieg und nahmen einen Bus bis nach Manali. Dort verabredeten wir uns mit den anderen in einem Restaurant und die Freude des Widersehens war groß. Die schnelle Gruppe bereitete uns einen tollen Empfang und kümmerte sich um die Rückgabe unserer Ausrüstung, sodass wir uns ganz auf Entspannung, Pizza und Bier konzentrieren konnten! Den Rest vom Tag verbrachten wir damit die erlebten Geschichten wieder zu erzählen und uns gemeinsam abzufeiern. Dass unsere kleine, selbstgeführte Wandertour so schön und abenteuerlich wird, hatte ich gar nicht erwartet. Ich glaube keiner von uns. Es war überwältigend, in positiven Sinne. Wir verbrachten noch einen weiteren Tag zusammen und tranken Whiskey, sangen Abba und andere Songs und machten Pläne für ein Wiedersehen. Lizzie, Sharna und Aleksi sowie Lim und Yun reisten dann weiter. Schade, ich hatte ich mich so an sie gewöhnt. Aber das bedeutet Reisen nun einmal…Abschied nehmen.

Aber ich hatte ja noch Suyu, Estella und Yannic um ein paar weitere Tage in Manali gemeinsam zu verbringen. Hier gibt es nämlich noch viel zu Erleben! Und was genau wir erleben erfährst du in meinem nächsten Bericht.

 

Bis dahin nur das Beste und Berg heil!

 

Dein Schilli


Funfacts

- In Rishikesh wollte ich gerne Bungee Springen. Es war sehr günstig und sah sehr professionell aus. Leider sollte das Seil auf meiner Verbrennung befestigt werden. Mir wurde es leider nicht erlaubt.

- Als wir das Ziel unserer Raftingtour auf dem Ganges erreicht hatten, brach das Wetter ein. Sturmböhen und heftige Hagelkörner fegten über die Anlegestelle.

- Mein Lieblingslord der hiesigen Mythologie: Hanuman der Affengott. Viele lustige Legenden ranken sich um ihn. Mein Favorit: Seine Liebste war final krank. Auf einer Insel gäbe es ein Heilmittel, eine bestimmte Pflanze. Er flog zur Insel, vergas aber wie die Pflanze aussah. Dann brachte er eben die komplette Insel zu ihr. Warum auch nicht!?

- Fast jeden Tag schauten wir im Tulsi Café in Rishikesh vorbei. Gemütlich und grandioses Essen. Und es gab noch Bonfire-Gast-Prozente! Estella und Yannic halfen hier auch in der Küche aus um indische Küche zu lernen.

- Eines Nachmittags kaufte Ayush ein paar Drachen und rief zur Strandparty am Ganges auf. Oh wow…wie lange habe ich keinen Drachen mehr steigen lassen… Sehr spaßig!

- In Manali lud mich Ayush zu einer kleinen Party und Abendessen mit ein paar seiner Hotelier-Freunde ein. Sehr lecker und interessant!

- Aleksi, Sharna und Lizzie zogen vor der Wanderung auch noch in unser Doppelzimmer ein. So waren wir dann zu siebt. Sehr witzig. Nach der Wanderung hat uns der Chef jedoch gebeten zwei Zimmer zu nehmen, da er der Decke die Belastung nicht zutraut. Und Recht hat er, wir trauten ihr auch nicht.

- Ein besoffener Israeli machte Aufruhr in einem Restaurant und schimpfte lautstark über die Palästinenser. Leider war eine politische Diskussion nicht durchführbar und so musste er, klassich mit einem Nudelholz über dem Kopf vom Koch vom Hof gejagt werden.

- Aleksi versuchte einen Skorpion von unserer Lagerfeuerstelle zu entfernen. Da flippte das Holz in seiner Hand unkontrolliert zurück und er zermatschte das Tier. Der blutrünstige Finne mal wieder =)

- Als der Hagel am stärksten wurde und wir kurz davor waren den Wasserfall hinunter zu klettern stimmte ich „What a wonderfulworld“ von Louis Armstrong an. Wir sangen gemeinsam und starteten. Was ein emotionaler Moment.

- Im Zeltlager angekommen, fanden wir ein kleines Restaurant, dass von Bergdorfleuten dort in einem Verschlag geführt wird. Eine warme Mahlzeit und heißer Tee, kamen nach dem Hagelsturm ganz passend. Doch die Ernüchterung war groß als wir teilweise große Glassplitter im Omelette fanden.

- Das lokale Bier in Manali weiß nicht so recht was es ist. Auf dem Etikett steht: Enthält 4-8% Alkohol.


Danke auch an Estella, Lim und Sharna für ein paar der Bilder!


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