#26 | Wo soll ich da nur anfangen?!... | 256. Reisetag

...dieser Gedanke lässt sich auf vielerlei Dinge beziehen. Zum einen die außerordentlichen Eindrücke, die mich in den ersten Wochen in Indien überwältigt haben, zum andern die gigantische Größe des Landes, welche es mir schwer macht Entscheidungen für Destinationen zu treffen und letztendlich auch auf diesen Reisebericht. Indien ist unglaublich anders, krass, beeindruckend, erschreckend, schön, abwechslungsreich und herausfordernder als alles was ich zuvor erlebt habe. Eine Heerschaar an Gedanken, Situationen und Fakten möchte ich mit euch teilen, doch es fällt mir wirklich schwer diese in eine strukturierte Form zu bringen. Es ist so viel geschehen, soviel Neues für mich, so anders. Doch werde ich zumindest versuchen dir einen Einblick zu geben. Und da ich ein paar Monate in diesem tollen Land verbringen darf, werde ich vllt. die ein oder andere Information einfach nachreichen.

Mumbai - Der erste Eindruck

Der Flug war fix vorüber und die Einreise verlief ohne Probleme. Erstmal Bargeld besorgen. Ein paar Minuten habe ich mit dem Geldautomaten gekämpft. Hier fängt es schon an. Die Karte wird eingeschoben und gleich wieder entfernt. Geschickt eigentlich, aber so ganz habe ich die Timings noch nicht drauf. Dann konnte ich aus verschiedenen Arten der Transaktion wählen. Zwei davon funktionieren mit internationalen Kreditkarten nicht. Es dauerte also ein bisschen bis ich tatsächlich die Indischen Rupien ausgespuckt bekam. Nun noch schnell eine Sim-Karte besorgen und dann ging es raus aus dem Terminal. Und dann war ich tatsächlich wirklich in Indien. Ich hatte mir im Vorfeld bereits einen Gastgeber in Mumbai organisiert. Michael (D) und seine Frau Ramaaah (IN) haben mich freundlicherweise zu ihnen nach Hause eingeladen. Ca. eine Stunde Taxifahrt bis zu ihnen stand nun auf dem Plan.

Taxi? Was ein Erlebnis! Zum Glück hatten mich die letzten Monate schon einiges gelehrt, denn sobald ich das Terminal verließ, scharrten sich ca. 10-15 Mann um mich, die mir alle möglichen Arten von Personentransport anboten. Indische Taxifahrer haben einen Weltruf, dem sie sehr gerne nachkommen. Natürlich sprachen alle gleichzeitig und sahen mich als großes Bündel Dollarscheine da stehen. Ruhig Blut Schilli, erstmal die Situation organisieren. Mit lauter Stimme und entsprechender Körpersprache habe ich einen der Männer ausgewählt und allen mitgeteilt, dass ich mit niemandem anderen sprechen möchte. Natürlich haben nicht alle darauf gehört, doch mit etwas groberen, deutlicheren Worten und Gesten konnte ich mein Ziel erreichen. So machte ich es 4 Mal bis mir ein Fahrer einen angemessenen Preis anbot. Ich wusste von Michael was angebracht ist und beharrte auch darauf. So ging es Richtung Süden ins Stadtzentrum von Mumbai. Wir passierten die längste Brücke Indiens, den Rajiv Gandhi Sea Link. Eine 8-spurige Schrägseilbrücke mit 5,6km Länge. Am Ziel angekommen versuchte Raki, mein Taxifahrer, mich dennoch abzuziehen. 800 Rupien hatten wir vereinbart (Bis 1500 Rupien wurden mir Angeboten am Flughafen gemacht). Und die gab ich ihm auch. Im Taxi hatte ich viel mit dem Geld gespielt um mich damit vertraut zu machen. Ich gab ihm einen 500er Schein und 3x100er. Ich stieg aus und wollte gerade meinen Rucksack nehmen, da packte er mich an dem Arm und machte mich freundlich darauf aufmerksam, dass wir doch 800 vereinbart hatten und er zeigte mir 4x100er Scheine. Hahaha, netter Versuch Raki. Das funktioniert wohl recht gut bei Touristen, die sich gerade frisch mit einer Währung auseinandersetzten. Schnell mal einen Schein ausgetauscht und auf Naivität hoffen. Aber ich bin mehr als sicher, was ich ihm gegeben habe. Nach 2 Minuten lautstarker Diskussion bin ich also einfach weggegangen. Und siehe da, so schlimm kann es nicht gewesen sein, wenn er nicht einmal aussteigt.

Ramaaah und Michael wohnen in dem eher reichen Viertel „Colaba/Cuffe Parade“ auf der Halbinsel Mumbais, unweit der historischen Kolonialbauten der Engländer. Bevor die Europäischen Kolonialmächte kamen, war die Küstenlinie von vielen kleinen Inseln gesäumt. Die Engländer haben diese dann durch Landaufschüttung verbunden und formten so einige Halbinseln, die Teil dieser gigantischen Stadt sind. Mit

18,4 Millionen Einwohnern ist Mumbai die größte Stadt Indiens und eine der größten der Welt. Bis 1996 trug die Stadt den Namen Bombay, welcher durch die Englische Kolonialherrschaft eingesetzt wurde. Als Symbol der Unabhängigkeit wurde sie dann schlussendlich umbenannt. Indien selbst ist ein sehr junges Land. Sehr reich an Geschichte und Kultur, klar, jedoch das unabhängige Indien in seiner heutigen Form existiert erst seit 1949. Und es freut mich auch, endlich einmal wieder in einem säkularisierten Land unterwegs zu sein. Ramaaah arbeitet bei Indian Railways in einer gehobenen-mittleren Position. So bekamen die beiden eine Wohnung in den Firmenwohnkomplexen gestellt. Zudem auch ein Zimmermädchen und einen Fahrer. Für mich erst total ungewöhnlich und dekadent Bedienstete zu haben, jedoch in Indien für die Mittelschicht selbstverständlich. Und wer für den Staat arbeitet, hat enorme Privilegien. Die Indian Railways ist übrigens der größte Arbeitgeber der Welt. Ca. 1,25 Millionen Angestellte betreiben die vergleichsweise wenigen 65.000 km Schienennetz des Landes. Zum Vergleich, das mehr als 9fach kleinere Deutschland bietet 30.000 km, also knapp die Hälfte, an Schienen.

Ich schätze mich sehr glücklich mit meinen Gastgebern einen einigermaßen leichten Einstieg in die Indische Welt bekommen zu haben. Beide erklärten mir viel über das Land und die Menschen. Zudem ist ihre Wohnung ausgezeichnet und bot für mich einen perfekten Ort um die Stadt zu erkunden. Besonders toll war, dass Michael sich auch die Zeit nehmen konnte mich etwas herumzuführen und wir haben einige großartige Tage miteinander verbracht. Als Naturfreund führte er mich zu diversen Parks und auch dem botanischen Garten. So erklärten sie mir auch unter Anderem wofür die vielen verschiedenen Steuern, die ich auf meinen Belegen so finden konnte, gut sind. Es gibt eine spezielle Konsumsteuer die den Fond „Wir machen Indien sauber“ unterstützt. Sollte das Geld dort tatsächlich ankommen und entsprechen genutzt werden, eine klasse Sache! Denn ich erzähle euch sicher nichts Neues…es gibt hier in Mumbai richtig dreckige Ecken. Saubere auch, jedoch für mich als Europäer springt natürlich die Armut und der Dreck direkt ins Auge. Ich wusste das es hart wird sich mit Beidem auseinander zu setzten. Und heute möchte ich darüber noch gar keine großen Worte verlieren. Krass….richtig krass. Ich werde euch nach ein paar Wochen der Akklimatisierung mehr davon berichten.

Zwei Straßen neben dem Wohnkomplex liegt ein kleines Slum, ein Fischerdorf. Die Menschen hier gehören zu den „Ureinwohnern“ der Mumbaischen Inseln und leben hier, soweit möglich, ein möglichst traditionelles Leben. So fahren sie tagsüber aufs Meer um zu fischen, leben in schlichten selbstgebauten Hütten aus Naturmaterialien und verkaufen ihren Fang an der Straße. Besonders toll finde ich, dass sie jeden gesund wieder heimkehrenden Fischer mit Trommeln, Tanz und Gesang abfeierten. Und das jeden Abend für mehrere Stunden. Faszinierend. Insgesamt findet hier auch das Leben auf der Straße statt. Und zwar alles. Vom Kochen, zum Spülen, vom Handwerk zu allen möglichen Dienstleistungen. Und die verrücktesten Berufe gibt es zu entdecken. So bietet ein Mann an, die Hühneraugen der Passanten mit einem Strohhalm auszusaugen. Kein Kommentar dazu. Leider wohnen auch viele Menschen auf den Straßen. Wenn ich abends so meine Runden drehte, stolperte ich metaphorisch immer wieder über Männer, Frauen und Kinder, die sich auf der Straße niedergelegt haben. Die Armut ist nicht zu ignorieren.

Die Schere zwischen Arm und Reich habe ich noch nie derber erlebt. Teure Autos und gigantische Villen werden umringt von bettelnden, hungernden Obdachlosen. Und die Stadt hat viele Prachtbauten zu bieten. Sehr schöne Gebäude, die vor allem die Engländer hier errichtet haben. Der Kolonialstil ist sehr schön anzusehen. Doch viele der Gebäude, die in Europa unter Denkmalschutz stehen würden, sind hier auch teilweise sehr herunter gekommen. Überall sind sie zu entdecken und verbreiten eine ganz besondere Atmosphäre in dieser Stadt, wie ich finde. Eine junge Nation mit einer einzigartigen Kultur hat sich hier ihren Platz zurück erobert und nutzt diese Gebäude nach ihren Vorstellungen. Das soll ihnen gegönnt sein. Eines der Highlights Mumbais ist das „Gate of India“, ein Tor zur Westküste des Landes, durch welches der letzte britische Soldat 1948 symbolisch das Land verließ und die Herrschaft Englands beendete und somit die Unabhängigkeit Indiens besiegelt. Besonders prestigeträchtige Gebäude wurden jedoch, wahrscheinlich für Touristen, wieder schön herausgeputzt. So ist einer der Hauptbahnhöfe Mumbais, der CST, besonders zu Abendstunden schön anzusehen. Aber auch der Bruder des weltberühmten Londener Piccadilly Circus, das Taj Mahal Palace Hotel oder die Museen sind wunderschön. So zog ich teils alleine und teils mit Michael durch die Stadt.


Natürlich bietet die Stadt nicht nur koloniale Geschichte. Besonders interessiert hat mich der Hinduismus, auf den ich hier zum ersten Mal treffe. Ich besuchte ein paar Tempel und überall konnte ich mehr über diese komplexe Religion mit den mannigfaltigen Gottheiten, Lords und deren Inkarnationen lernen. Doch bin ich noch nicht ansatzweise fähig mir eine Meinung dazu zu bilden, noch überschaue ich das Ganze nicht. Was ich jedoch sagen kann, ist dass mir die Mönche, Gläubige und Tempel sehr offenherzig gegenüber treten. Ein guter erster Eindruck also. Die Inder selbst habe ich bisher als sehr friedliche Menschen wahrgenommen. Und auch ihre Geschichte ist im Vergleich zu Europa eher friedlich. Kaum ein Krieg ging von den Regionen Indiens aus. Klar, Indien war stets mit allen Ressourcen versorgt. So war Indien eher Opfer als Kriegstreibender. Als Speerspitze dessen steht natürlich Mahatma Ghandi. Der Besuch des Ghandi Museum in seiner Residenz in Mumbai, ein Haus seines Freundes, konnte ich viel über ihn als Person, seine Worte und Taten und nicht zuletzt deren Auswirkungen lernen. Klasse Typ, inspirierend! Ich kann nur empfehlen etwas mehr über ihn zu erfahren!

Auch über den Verkehr und den Smog möchte ich hier nicht allzu viel berichten. Ja, es ist verrückt. Zum Glück konnte ich mich schon im Iran an beide Dinge etwas gewöhnen. Bemerkenswert ist jedoch, dass alle Inder glauben über magische Kräfte im Verkehr zu besitzen. Die "magische Hand", wie ich sie getauft habe. Mit einem Wink oder der offenen Handfläche glauben sie heranrasende Laster, kreuzende Auto-Rikshaws, „Auto“ wie sieh hier genannt werden, oder hupende PKWs lenken, stoppen oder verschwinden lassen zu können. Und Fußgänger und Fahrer machen gleichermaßen Gebrauch von dieser magischen Hand. Teilweise sogar erfolgreich. Eine weitere Eigenart empfinde ich jedoch enorm unsympathisch und ich brauche wohl etwas bis ich mich daran gewöhnt habe. Das Spucken. Super ekelhaft. Viele Inder kauen diverse Tabakformen oder andere Kaumassen. Das führt dazu dass viele Menschen enorme Ladungen an ekelhaft braunen Speichel ausspucken. Und das überall. An den Plätzen wo abends das Geschirr auf der Straße gespült wird oder sich dieselben Menschen zum Schlafen hinlegen…Unfassbar. Davon abgesehen gibt es aber auch viel tolles zu berichten. Ich kann hier leider nicht zu jedem, fantastischen Ort etwas erzählen. Aber ein paar grandiose Geschichten habe ich natürlich parat.

Keine Elefanten auf Elephanta

Ca. eine Stunde mit dem Boot entfernt von einem der Hafen, gelangt man zur Insel Elephanta. Die Insel trägt den Namen aufgrund eines Felsen, der die Form eines Elefanten hat. Dieser Fels befindet sich nun im Botanischen Garten in Mumbai. Warum sollte ich also auf die Insel fahren? Ganz einfach, hier befindet sich ein Hindu-Höhlentempel aus dem 13. Jahrhundert. Als die Portugiesen Westindien eroberten, haben sie viele alte Tempel zerstört um ihr Christentum zu propagieren. Doch hier in den Höhlen gab es einige geheime Mauern die Statuen und Huldigungsstätten vor den Augen der Eindringlinge schützen. So stieg ich die Treppen hinauf zum archäologischen Areal um mir das schöne Stück Geschichte anzusehen. Vorsicht ist geboten wenn man nicht Opfer der Gauner hier werden möchte. Clevere Affenfamilien fallen über Touristen her. Ich investierte etwas Geld in einen persönlichen Führer, der mir viel Hintergrundwissen und erste Lektionen über den Hinduismus generell geben konnte. Er war also sein Geld wert. Vor allem da ich ihn geschickt von 1.300 Rupien auf 400 herunterhandeln konnte. Auch wenn er es vllt. für 150 gemacht hätte, ich bin zufrieden.

Nachdem ich die Tempel und Skulpturen bestaunt habe, bin ich noch etwas frei über die Insel gewandert, den höchsten Punkt erklommen und die Aussicht genossen. In der Ferne konnte ich die Skyline Mumbais und die schiere Größe der Stadt erfassen. Auf dem Weg zurück zum Schiff, schlenderte ich durch die kleinen Läden des Dorfes am Fuße des Bergs. Ich bin ja so froh, dass ich als Langzeitreisender definitiv keinen Sinn darin sehe mir Souvenirs zu besorgen. So war ich zumindest vor den Händlern gefeit. Sie boten viele tolle Sachen, unter anderem übrigens auch Miniaturen des Eifelturms aus Paris (?!), feil. Viele betuchte Touristen fuhren mit der kleinen Bimmelbahn über den Steg zum Schiff. Ich genoss die Sonne und den Ausblick und ging zu Fuß.

Sanjay Gandhi National Park

Direkt an die Stadt grenzt einer der Nationalparks des Bundesstaates Maharashtra, in dem sich Mumbai und ich gerade befinde. Michael hatte diesen Nationalpark bereits einmal mit seiner Naturschutzgruppe besucht und vor Ort einen Biologiestudenten kennen gelernt. Ihn hatte Michael als privaten Führer für unsere Tour dorthin rekrutiert. Der Nationalpark grenzt tatsächlich direkt an die Stadt. Mit der Bahn konnten bis zur Laufnähe zum Parkeingang fahren und unser Guide fuhr uns dann mit seinem Motorrad durch die Pufferzone (in denen die Parkarbeiter leben) bis hin zur Schutz- und Kernzone des Parks. Dort verläuft ein kleiner Weg die Berge hinauf. Es war genial einen Guide an unserer Seite zu haben, er zeigte uns Spuren von Leoparden, erzählte uns diverse Geschichten über Flora, Fauna und den Park an sich und führte uns zu besonders schönen und Eindrucksvollen Stellen. So sahen wir diverse Affen, Adler, Rehe und zumindest die abgeschälte Haut von Kobras.

Indien ist das einzige Land der Welt das wilde Löwen und Tiger beherbergt. Am Eingang des Parkes gab es einen kleinen Tierpark, in welchem wir beide hätten sehen können. Jedoch haben wir dies aus moralischen Gründen lieber gelassen. Vielleicht findet sich einmal auf einer Safari die Chance diese Tiere in freiem Lebensraum zu erblicken. Am liebsten jedoch, hätte ich eine besondere Hirschart hier gesehen, diese Art ist so klein, dass sie mir bis zu den Knien reicht. Mit relativ großem Geweih jedoch und bestimmt sehr süß anzusehen. Doch wie es halt so ist, die Tiere entscheiden selbst ob sie gesehen werden wollen oder nicht. Und das ist auch gut so. Wir hatten jedoch einen großartigen Tag im Park und vom Gipfel des Hügels konnten wir eine bezauberndes Panorama über den Park, Wasserreservoirs und in etwas Entfernung auch die Stadt genießen.


Danach schauten wir noch einem Buddhistischen Tempel, einem Meditationszentrum vorbei. Die riesige goldfarbene Pagode war beeindruckend und es gab viele Dinge zu entdecken. An einem Abend in Mumbai habe ich einem Backpacker Café (Leopold’s Café) Sugandh (IN) kennen gelernt. Sie führte mich etwas durch die Stadt. Sugandh ist Moderatorin für einen großen Shopping-Kanal im Indischen Fernsehen. Zudem moderiert sie diverse Business-Events und wir haben uns Aufgrund dieser gemeinsamen Leidenschaft schnell angefreundet. An einem Tag durfte ich sogar das TV-Studio besuchen und den Fernsehverkäufern über die Schulter schauen. Eine sehr coole Erfahrung. Wer hätte gedacht, dass ich in Indien im Fernsehen hinter die Kulissen schauen werde? Dinge die nur das Leben schreiben kann.


Es gibt noch so viel mehr zu erzählen, jedoch belasse ich es nun einmal dabei. Ich mache mich nun auf den Weg nach Süden. Der touristische Bundesstaat Goa ist mein Ziel. An einem der partyreichen Küstenstädtchen werde ich das Holi Festival, das Festival der Farben, feiern. Wie ich das überstehen werde, erfährst du in meinem nächsten Bericht.

 

Bis dahin alles Liebe. Dein Schilli


Funfacts

- Der Fahrer meiner Gastgeber sorgte dafür dass das Auto stets gut klimatisiert vor der Türe steht. Ich nutzte dennoch meistens Öffentliche oder ging zu Fuß. Die Putzkraft war gerade gefeuert, da sie geklaut hatte. Sie und ihre komplette Familie mussten die Bedienstetenwohnung im Komplex verlassen.

- Ein Anblick, an den ich mich noch nicht gewöhnen konnte. Männer halten Händchen. Nicht das lange lange Händeschütteln, das passt. Aber wenn sich Männer mögen, dann halten sie einfach Händchen und laufen so die Straße entlang. Auch ich durfte das bereits persönlich erfahren. Verrückt.

- Als wohlerzogener Deutscher habe ich natürlich stets reflexartig den Sicherheitsgurt in den Taxis angelegt. Dies wurde mir dann aber meist vom Fahrer verboten. Keine Ahnung warum…

- Mir wurde erzählt, dass vor jedem Film im Kino die Indische Nationalhymne läuft. Die Gäste stehen auf und singen lautstark mit.

Das möchte ich gerne einmal erleben.

- In Mumbai, wie in ganz Indien, gibt es Probleme, da Menschen ihre Notdurft in Straßen und Gassen verrichten. In einer Gasse nebst des Wohnkomplexes hat es die Stadt geschickt gelöst und entlang der Wände Heiligenbilder aufgehängt. Seitdem wird hier nicht mehr uriniert oder Schlimmeres.

- Wenn du den Beziehungsstatus einer Frau erfahren möchtest: Blick auf die Füße. Viele Inderinnen tragen einen oder mehrere Ehrenringe an den Zehen. Singles sind untenrum blank.

- Frauen werden hier auch für härteste Arbeiten eingesetzt. So habe ich ein paar Damen im Straßenbau zugesehen. Beeindruckend.

- Soweit ist das Glück mit mir. Bisher habe ich noch nicht den typischen Zusammenbruch erlebt. Vor allem in den ersten Tagen habe ich fragwürdige Mahlzeiten und Wasser gemieden. Somit geht es mir und meinem Verdauungstrakt hervorragend. Noch…ich bin sicher dass es mich irgendwann auch noch treffen wird. Es ist nur eine Frage der Zeit.



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