#3 | Was jetzt kommt ist Bonus | 7. Reisetag

Was für eine geile, erste Reisewoche war das bitte? Ich habe schon so viele tolle Dinge erlebt, dass ich direkt, ohne schlechtes Gewissen, wieder heimkehren könnte. Natürlich mache ich das nicht. Ich habe tolle, außergewöhnliche Menschen getroffen, bin im Meer geschwommen, habe Unterwasserfotos geschossen, Sehenswürdigkeiten besucht, war Wandern, habe mehrere Konzerte und Shows gesehen, Zeit mit Einheimisches verbracht und mit neuen Freunden musiziert. Meine Erwartungen sind also erfüllt.

Alles was jetzt kommt ist Bonus! =)

Heraklion

Nach dem sehr kurzweiligen Flug war ich nun endlich draußen…Zeitdruck, Deadlines, Verpflichtungen, Erwartungen an mich und durch mich sind erst einmal Vergangenheit. Und was die Stadt für meinen Empfang vorbereitet hatte, war aller erste Sahne! Mit dem Bus ins Stadtzentrum waren zu meinen Ehren überall in der Stadt Bühnen mit Künstlern aus den verschiedensten Genres bespielt. Na gut, vielleicht nicht zu meinen Ehren, jedoch hat sich das dreitägige Street-Art Festival keinen besseren Zeitpunkt aussuchen können.

Nachdem das Hostel bezogen und die ersten Kontakte geknüpft waren, habe ich den Abend damit verbracht durch die Stadt zu schlendern und Kunst zu genießen. Heraklion an sich, ist ein guter Startpunkt. Nicht nur logistisch, sondern auch weil die Stadt wohl im Vergleich zur Insel eher unspannend und überschaubar interessant sein soll. Mir egal, ich bin zufrieden. Mit Peter aus der Slowakei, der bereits 7 Wochen auf Kreta unterwegs ist habe ich am nächsten Tag die Stadt erkundet und sehr schnell Kontakt zu Kretanern geknüpft, die uns im Zuge des Street-Art Festivals zu einer Party an der Küste lotsten. Da das Hostel leider um 01:00 Uhr morgens die Türen schließt, eines von einigen Verbesserungen, die das Hostel ertragen könnte, sind wir zurück und haben im Kreise von Uruguayern, Moskauern, Amerikanern, Australiern, Griechen, Argentinier, Slowaken und mir, dem einzigen Deutschen, noch ein paar Stunden geredet und gemeinsam gesungen.

Sehr beeindruckend, war auch der nächste Tag. Um 7 aus den Federn und dann gemeinsam mit 3 Amerikanern nach Knossos, dem Ruinenpalast der wohl ältesten zivilisierten Gesellschaft der Welt. Das war schon ziemlich cool und interessant. Wie so oft schon, hat es sich gezeigt, dass sich Führungen lohnen. Finde ich zumindest. Ansonsten hätten wir uns nur über die Hitze von der Sonne und – schlimmer noch – durch die aufgeheizten Steine beschwert. Nachdem das Archäologische Museum dann auch noch erkundet war, ging es ab zum Strand.

Die letzten Jahre war ich ja nur in Nordsee, Ostsee und dem Atlantik zu Besuch. Das türkisblau der Ägäis hat mich total fasziniert. Was ganz witzig war, der Strand liegt in der Einflugschneise des Flughafens. Was bedeutet, dass regelmäßig Maschinen in 50-100m über dem Meeresspiegel, etwas weiter draußen im Meer zu sehen waren. Nicht gerade romantisch oder entspannend, jedoch interessant und beeindruckend. Zuletzt ging es dann mit einer Gruppe in eine der vielen Tavernen zum Spiel Deutschland-Italien. Durch die Unterstützung meiner Mitbewohner, habe ich dieses dann auch gerade noch überlebt. Mein Gott war das spannend.

Chania

Obwohl ich bereits 3 Tage in der Nähe dieser, für kretanische Verhältnisse, „Großstadt“ bin, habe ich noch nicht viel von ihr gesehen. Sie soll zwar sehr schön sein, doch bisher war ein Besuch im Stadtzentrum noch nicht notwendig. Etwas außerhalb in einem Ferienort bin ich in einem Hostel gelandet. Also eigentlich ein Hotel, jedoch bietet es auch ein Mehrbettzimmer an. Eine Ukrainerin, die mich via Couchsurfing.com kontaktiert hatte, hatte mich dahin gebracht. Und dort angekommen war ich auch direkt in eine wundervolle Gemeinschaft aus netten Damen von Prag, Australien, Kanada und der Ukraine integriert. Gemeinsam besuchten wir ein Funkkonzert einer überragenden kretanischen Band, bei welchem ich….mal wieder… mit auf der Bühne performen durfte. Ich wurde ausgewählt ein Funkcover von „Hit me baby one more time“ gesanglich zu unterstützen. Es war so witzig. George, der Hotelbesitzer hatte uns das Konzert empfohlen und war auch so nett, uns danach wieder zurück zum Hotel zu bringen. Der griechische Wein hat auf jeden Fall für einen geruhsamen Schlaf gesorgt.

Am darauf folgenden Tag haben wir uns gemeinsam ein Auto gemietet und sind nach Elafonisi gefahren. Dort liegt der schönste Strand, den ich jemals in meinem Leben erfahren durfte. Doch zunächst ging es durch Gebirge und Täler. Kreta hat Berge bis ~2.500m. Hier möchte ich auf jeden Fall noch einen besteigen. durch tolle Täler, schöne Pässe und vorbei an wundervollen Kletterrouten (für dich lieber Moritz), ging es dann zum Strand. Wir waren einer der Ersten dort. Es war unglaublich schön. Klares Wasser, perfekte kühle Temperatur und eine faszinierende Landschaft, direkt hinter einer Bergkette. Ein Traum. Die Mädels und ich ließen es uns nicht nehmen, die Unterwasserfunktion meiner Kamera ausgiebig zu testen

Wir hatten so viel Spaß damit. Zudem konnten wir aufgrund des Wasserspiegels auf eine nahe gelegene Insel laufen, auf welcher wir ein schönes Naturwunder entdeckten. Aufgrund einer besonderen Muschelart wird der Sand an den Stränden, dort wo die Wellen auf den Sand aufgespült werden, rosa/pink eingefärbt.

 

Nachdem ich mir an diesem Tag dann wenigstens meinen zu erwartenden Sonnenbrand abgeholt hatte, sind wir auf dem Rückweg noch zu einer der vielen Höhlen auf Kreta gefahren und haben dort noch ein paar schöne Momente verbracht. Leider reisen die Mädels heute ab, aber ich habe bereits eine Kanadierin verpflichtet mit mir morgen Wandern zu gehen. Ich werde vermutlich sterben bei der Hitze und meinem Sonnenbrand, doch wird es wahrscheinlich total spannend und wunderschön in Samarias Gorge, einer der größten Schluchten Europas, gelegen in Kretas größtem Naturpark.

Ansonsten sind die Griechen ein sehr nettes Völkchen. Zumindest die Kretaner und Kretanerinnen, die ich kennenlernen durfte sind sehr hilfsbereit, aufgeschlossen und interessant. Was mich jedoch sehr verwunderte, ist das viele Kretaner zwar sehr stolz auf Ihre Insel sind, jedoch von Griechenland nur wenig begeistert. Ich habe so den Eindruck, dass ein Krexit von Griechenland keine schlechte Idee wäre. Nunja, ich bleibe dran.

 

Liebe Grüße, Schilli


FunFacts

- Gerade beim Fußballspiel GER:ITA hat man gemerkt, wie sehr die Griechen Deutschland mögen: eher mittel.

- Ich habe 6 Tage lang, nicht eine einzige Wolke gesehen.

- Aktuell nutze ich mein Tagesbudget zu 132% aus….ups. =).

- Gut Zureden hilft nicht vor Sonnenbrand.

- Ich habe noch nirgends eine Konzentration von so vielen hübschen Frauen gesehen wir hier. Die Quote wird fast ausschließlich durch

Touristen nach unten gezogen. Griechische Damen sind der Wahnsinn!


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Kommentare: 5
  • #1

    Lampi (Mittwoch, 06 Juli 2016 16:04)

    Salve,
    das hört sich fantastisch an..
    macht Lust auf Urlaub :)
    Grüße aus nem Büro in Deutschland :D

  • #2

    Dr. Knörz (Mittwoch, 06 Juli 2016 16:49)

    Du Nixxe,

    das klingt ganz fantastisch. Mach genau so weiter - und bitte MEHR Unterwasserfotos. Macht auch GAR NIX, wenn da die griechischen Schönheiten mit drauf sind;-)

    Bis bald!

    AG

  • #3

    Mariola (Mittwoch, 06 Juli 2016 17:42)

    Super, bis jetzt alles richtig gemacht

  • #4

    Joi (Mittwoch, 06 Juli 2016)

    Rosa Strand- ich drehe durch :)

  • #5

    Mo (Mittwoch, 06 Juli 2016 23:29)

    Kletterrouten und ein Überschuss an wunderschönen Frauen, klingt als würde ich nicht viel verpassen *gähn*
    Aber ich habe sogar eine namentliche Nennung, bin stolz wie Oskar! Klingt mega, mach genau so weiter