#1 | Schilli's Farewell Festival

Was könnte wohl ein geeignetes Thema dafür sein, seinen Reiseblog zu starten?

Ganz klar; die Abschiedsparty. Naja, Abschiedsparty trifft es nicht ganz. Ich habe das große Glück einen Freundeskreis zu haben, der gerne bereit ist mehr zu leisten als ein simpler Abend mit Grüßen und Küssen. So habe ich im April entschieden mein eigenes kleines Festival auszurichten.

 

Durch meine Tätigkeit als Eventmanager und durch die vielen Verbindungen in die Musikszene habe ich in Abstimmungen mit der öffentlichen Hand ein Festivalareal direkt an einem Fluss im Norden Baden-Württembergs gemietet und meinen Bedürfnissen nach gestaltet. In unmittelbarer Nähe zu einem Naturschutzgebiet konnten wir ungestört – natürlich in voller Rücksicht auf Natur und Tiere –  uns selbst abfeiern.

 

So habe ich also in gewohnter Manier geplant, gebucht und Gäste eingeladen. Womit aber leider niemand rechnen konnte, war die verheerende Unwetterkatastrophe die meine damalige Wahlheimat Künzelsau heimsuchte. Ein paar Tage vor dem Festival stand also alles auf der Kippe. Kollegen und Bekannte haben ihre Häuser verloren oder sind durch Schlamm und Geröll unbewohnbar geworden, ganze Dörfer wurden ihrer Existenz beraubt und Straßen sind zerstört gewesen. Nach langem Hin und Her, in Absprachen mit Feuerwehr, Bürgermeister- & Landratsamt, Bauhof und weiteren wichtigen Einrichtungen, habe ich mich dann doch entschieden es durchzuziehen. Ich sollte es nicht bereuen.

 

Knapp 80 Gäste haben mich über das erste Juniwochenende unterstütz und mir die Möglichkeit gegeben, mich gebührend von ihnen zu verabschieden. Bei bombastischem Wetter (relativ gesehen) konnten wir das Festivalareal in allen Facetten nutzen. Sogar ein Bad im Fluss, der das Dreifache seines normalen Pegels führte, haben wir uns nicht nehmen lassen.

 

 

Das Programm wurde durch die Gäste selbst gestaltet. So gab es ein mannigfaltiges Line-Up von Solomusikern, Bands, Gospelchor, Dance Contest, DJ, Quizshow, Flunkyball, Speedminton und vielem mehr. Von früh morgens bis früh morgens wurde getanzt, gespielt, musiziert, gegrillt, gelacht, gefeiert… wie man es eben von der Festivalkultur gewohnt ist: 3 Tage wach! Nachts wurde der Platz zauberhaft illuminiert und durch die Abgeschiedenheit konnte bis zum Frühstück an den Lagerfeuern gemeinsam Musik gemacht werden.

Es war für mich ein sehr emotionales Wochenende. Zu spüren, was die Gäste alles auf sich nehmen, organisieren und vorbereiten, nur um mit mir zu feiern hat mich überwältigt. Ob aus Hamburg oder Köln, eine wahnsinnig coole Gruppe aus den verschiedensten Bereichen meines Lebens kam zusammen und hat eine total geile Gruppendynamik an den Tag gelegt. Liebe, Toleranz, Frohsinn, Rücksicht, Geschmack und Gemeinschaftssinn sind die Eigenschaften, die ich jedem einzelnen meiner Gäste sehr hoch anrechne. Was mich auch total begeistert ist, dass ich durch die kleinen Unkostenbeiträge der Gäste nicht nur das Festival an sich finanzieren konnte, sondern sogar eine Spende an die Opfer der Unwetterkatastrophe 2016 in Braunsbach (liegt in der Nähe des Festivalareals) auszahlen konnte. Ein Gewinn für alle Beteiligten.

 

Ich möchte also euch, liebe Besucher von Schilli’s Farewell Festival herzlichst danken. Sehr gerne habe ich den Stress und das Risiko in den Vorbereitungen für dieses emotional, liebevolle und außergewöhnliche Gemeinschaftserlebnis eingetauscht. Ich werde es und euch nie vergessen. ! Es ehrt mich und ich nehme das nicht als selbstverständlich! Doch obwohl ich euch so lieb habe: Gehen werde ich trotzdem.

 

So, das war er nun, mein erster Blogeintrag. Ich hoffe er hat dir gefallen.

 

Herzliche Grüße,

Schilli

 

PS: Hier noch ein paar interessante Links von Teilen des Festivalprogramms und von Partnern, ohne die das Festival nicht das Festival gewesen wäre. Herzlichen Dank für eure Unterstützung!



Kommentar schreiben

Kommentare: 0